Die Gerüchteküche: Zwei Neue im Sommer

09.01.16 | von | Kategorie: Gerüchte | Keine Kommentare

Im vergangenen Jahr waren Thomas Eichin und Rouven Schröder immer mal wieder zu Gast in Hamburg, schauten sich Heimspiele des FC St. Pauli an. Der Grund ihres Besuches war ein Ex-Werderaner:

LENNART THY

Dieser kam im Sommer 2007 mit 15 Jahren zum SV Werder, spielte insgesamt fünf Jahre in Bremen und absolvierte fünf Bundesliga-Spiele im grün-weißen Trikot. Der heute 23-jährige Thy kam zudem zu 70 U23-Einsätzen in der dritten Liga, erzielte dabei neun Treffer.

Lennart Thy bei seinem ersten Trainingslager bei den Werder-Profis im Sommer 2010

Lennart Thy bei seinem ersten Trainingslager bei den Werder-Profis im Sommer 2010

Seine erfolgreichste Spielzeit absolvierte der Stürmer in der Saison 2008/2009. Thy erzielte 28 Saisontreffer für die Bremer B-Jugend, wurde mit ihr Vizemeister und Torschützenkönig der Nord-Staffel und gewann die Torjägerkanone der Jugend-Bundesliga. Es war auch die einzige Saison, in der der heutige Werder Cheftrainer Viktor Skripnik Thy trainierte.

Zum Saisonende folgte der Höhepunkt von Thys Karriere im DFB-Trikot als er zusammen mit Werder-Teamkollege Florian Trinks die U17-Europameisterschaft gewann und dabei im Finale einen Treffer erzielte.

Im Sommer 2012 lief Thys Vertrag in Bremen aus, er schloss sich dem FC St. Pauli an. Werder hatte dem Stürmer eine Verlängerung samt sofortiger Leihe in die zweite Liga angeboten, Thy jedoch bevorzugte einen festen Wechsel. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte, brauchte er doch mehr als drei Spielzeiten, um den entscheidenden Schritt zu machen.

Thy verpasste zwar in den drei Jahren kaum eine Partie, spielte häufig von Beginn an, konnte sich aber trotzdem nicht so recht etablieren. Seit dem Amtsantritt von Ewald Lienen ist Thy im Sturm gesetzt und wurde zum Leistungsträger. Neben der Einsatzfreudigkeit ist er besonders in der Ballbehauptung so gut wie nie. Er ist zudem spielerisch stärker geworden, verfügt über eine gute Technik und kann sich auch zurückfallen lassen. Vor dem Tor jedoch fehlt ihm weiter die Torgefahr. Insgesamt absolvierte Thy 96 Zweitligaspiele (nicht alle davon im Sturm), traf dabei 16mal und legte weitere neun Treffer auf. In 19 Einsätzen in dieser Saison erzielte Thy sechs Treffer, vier davon Anfang November gegen Fortuna Düsseldorf.

Ob der Ex-Werderaner da die aktuellen Werderaner überzeugte? Denn im gleichen Zeitraum starteten die Gespräche zwischen der Bremer Vereinsführung und Thys Berater. Nach fast zwei Monaten sind diese nun vor dem Abschluss, Thy soll sich entschieden haben, nach Ablauf seines Vertrages im Sommer ablösefrei nach Bremen zurückzukehren. Öffentlich machte dies gestern Mittag Sky Sports News via Twitter.

THANOS PETSOS

Während Sky-Reporter Jurek Rohrberg beim Thema Thy noch davon schrieb, dass Werder „kurz vor der Verpflichtung“ des Stürmers stehe ist ein anderes Thema da schon weiter. Festgezurrt hat Werder zu Jahresbeginn die Verpflichtung eines defensiven Mittelfeldspielers. Die Vereinbarung gilt ab Sommer, der Spieler kommt ablösefrei nach Bremen. Mit einer Bedingung, die auch schon beim Wechsel von Alex Galvez zum SV Werder Anwendung fand: der Wechsel wird nur vollzogen wenn Werder in der ersten Liga verbleibt.

Der Kreiszeitung sagte Eichin zum Thema Sommerneuzugänge: „Ich kommentiere keine Namen. Das Spielchen mache ich nicht mit. Ab 1. Februar können wir gerne wieder über Namen sprechen.“ Gut möglich, dass Werder sich dann zwar zu Thy äußert, aber den zweiten Neuzugang bis zum Klassenerhalt noch unter Verschluss hält.

Die Frage bleibt, bei wem es sich um den Neuzugang im defensiven Mittelfeld handelt. Vieles deutet dabei auf einen Spieler hin, um den Werder sich ebenfalls seit knapp zwei Monaten bemühte und der zudem ein alter Bekannter von Rouven Schröder ist. Der 24-jährige Thanos Petsos spielte in der Saison 2012/2013 für die SpVgg Greuther Fürth, bevor er für drei Spielzeiten beim österreichischen Erstligisten Rapid Wien unterschrieb. Dort entwickelte sich Petsos, der bisher 67 Liga-Spiele (fünf Tore) absolvierte, spätestens in der laufenden Saison zum wichtigsten Spieler der Mannschaft. In der Mittelfeldzentrale ist er das Herz von Rapid, ist Defensivorganisator und Spieleröffner und zeigte vor allem in den Europapokalspielen in dieser Saison starke Leistungen. Mitte November wurde er zudem nach über vier Jahren Abstinenz wieder in die griechische Nationalmannschaft eingeladen.

Petsos ist gebürtiger Düsseldorfer, spielte in der Jugend für Bayer Leverkusen und absolvierte für die Werkself im April 2010 sein erstes Bundesligaspiel. Es folgten 39 Erstliga-Einsätze während einer zweijährigen Leihe beim 1.FC Kaiserslautern sowie ein Jahr in Fürth bevor er nach Österreich wechselte.

Auf Werders Liste wurde er Ende des letzten Jahres zu einem Topkandidaten, da er sowohl alleine vor der Abwehr aber ebenso zentraler und somit zusammen mit Bargfrede auf dem Platz stehen kann. Er ist mit 24 Jahren noch entwicklungsfähig und kostet zudem keine Ablöse. Rapid Wien hat mittlerweile bestätigt, dass Petsos im Sommer den Verein verlassen und in „eine andere Liga“ wechseln wird. Petsos’ Ziel war eine Rückkehr in die Bundesliga, Werder bekundete starkes Interesse – und machte am Ende das Rennen?

JORDAN MORRIS

Was tut sich noch? US-Stürmer Jordan Morris trifft am morgigen Sonntag in Belek ein, wird laut Werder ab Montag mit der Mannschaft trainieren. Sein Abflug ist auch schon geplant, am 20. wird der 21-jährige im Trainingslager der US-Nationalmannschaft erwartet. Wenn, ja wenn er bis dahin nicht schon einen guten Eindruck bei Werder hinterlassen hat. Jürgen Klinsmann (Coach der A-Nationalmannschaft) und Ex-Bremer Andreas Herzog (Cheftrainer der Olympia-U23) wären sicher gesprächsbereit, haben laut US-Medien beide Morris doch dazu geraten, nicht in der amerikanischen Profiliga MLS sondern in Europa sein Glück zu versuchen. Falls er es in Bremen versucht wäre dies ohne Ablöse möglich, Morris ist vertragslos, verließ die Stanford University vor wenigen Tagen, um Profi zu werden. Auf College-Niveau gelangen ihm 23 Tore und 16 Vorlagen in 54 Einsätzen.

LASZLO KLEINHEISLER

Auch die vierte Personalie könnte ablösefrei ablaufen, wird sie aber wohl nicht. Der ungarische Offensivspieler László Kleinheisler wurde von ungarischen Medien mit Werder in Verbindung gebracht – und tatsächlich soll es hier bereits Gespräche gegeben haben. Der 21-jährige Kleinheisler steht noch bis Sommer 2016 beim amtierenden Meister in Ungarn, Videoton FC, unter Vertrag. Zum Einsatz kommt er jedoch seit Saisonbeginn nur noch in der zweiten Mannschaft. Nach guten Leistungen in der Rückrunde der letzten Saison, in der Kleinheisler für die zu Videoton gehörende Puskas Akademie in der ersten Liga spielte, wollte Videoton den Vertrag des Mittelfeldspielers verlängern. Der jedoch bevorzugte einen Wechsel. Da dieser nicht zustande kam liegen die Parteienseitdem im Clinch, öffentlich wird zum Thema von beiden Seiten kein Kommentar abgegeben.

Der Streit ist nicht vom Tisch, Spieler sowie Verein haben nicht nachgegeben. Die Situation hat sich für Kleinheisler aber trotzdem nicht verschlechtert. Denn dank guter Leistungen in der ungarische U21 kam er trotz fehlender Erstliga-Einsätze Mitte November bei den EM-Playoffs zu seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft. In beiden Spielen gegen Norwegen stand er in der Startelf, beim ersten Aufeinandertreffen erzielte er zudem das Siegtor. Am Ende qualifizierte sich Ungarn unerwartet sogar für die EM-Endrunde im Sommer 2016. Und der deutsche Sportdirektor und Nationaltrainer der Ungarn, Bernd Storck, war des Lobes, seine Entscheidung zahlte sich aus: „Mir ist egal, was der Klub mit ihm macht. Seine Leistung ist großartig“

Ob es jetzt im Januar mit dem Wechsel klappt? Der gesunkene Marktwert durch fehlende Erstligaspiele ist durch die EM-Playoffs längst wettgemacht. Und trotzdem wäre die Ablöse überschaubar bei nur noch einem halben Jahr Restvertrag. Ob Werder hier zuschlägt? Kleinheisler ist einer dieser von Eichin herbeigesehnten besonderen Möglichkeiten, auf die Werder gerade im offensiven Mittelfeld lauert. Der Ungar könnte die Rolle einnehmen, die man im Sommer Levent Aycicek angedacht hatte. Nicht nur das, Kleinheisler ist fast genau der gleiche Spielertyp und zudem gleich alt (Aycicek ist nur zwei Monate älter), genauso klein (Kleinheisler ist eine Haarspitze größer) und ebenso robust. Ein möglicher Leihwechsel Ayciceks könnte die Personalie Kleinheisler noch interessanter machen.

 

 

Die Fotos wurden von Worum-Usern zur Verfügung gestellt.