Werders Talente Teil 5: Ole Käuper & Maximilian Eggestein

08.07.14 | von | Kategorie: Spieler | 2 Kommentare

In der Saison 2012/2013 harmonierten sie noch in der Bremer U17, holten die Vizemeisterschaft in der Nordstaffel und waren die beiden besten Torschützen ihrer Mannschaft. In der neuen Spielzeit hatte man als Fan darauf gehofft, die spielerisch miteinander harmonierenden Ole Käuper und Maximilian Eggestein in der U19 nochmals zusammen spielen zu sehen. Doch daraus wird vorerst noch nichts. Auch wenn der Geburtstag der beiden nur einen Monat auseinander liegt sind sie in unterschiedlichen Jahrgängen zuhause. Und auch wie in der abgelaufenen Spielzeit wieder in unterschiedlichen Teams. Käuper ist als zentrale Figur der A-Jugend eingeplant, Eggestein wurde vorzeitig in die U23 hochgezogen.

Vielleicht werden sie im Verlauf der Saison aber doch noch mal gemeinsam auf dem Platz stehen: in der Hinrunde in der U19, falls Eggestein sich nicht sofort im Herrenbereich festspielt. Oder in der Rückrunde in der U23, falls Käupers Entwicklung weiter stetig vorangeht und Werders Zweite in der Offensive seltener auf Profis zurückgreifen kann.

 

OLE KÄUPER

Eckdaten: offensives Mittelfeld, geboren am 9. Januar 1997 in Bremen, 186cm groß
Werder: im Verein seit Sommer 2005, Vertrag bis Sommer 2017
Nationalelf: aktueller U17-Nationalspieler (8 Spiele, 3 Tore), insgesamt 19 U-Länderspiele (6 Tore)
Bilanz: diese Saison 4 Spiele (1 Tor) in der U19, 24 Spiele (15 Tore) in der U17
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Lange Jahre hat es gedauert, bis es mit Julian von Haacke endlich einmal wieder ein gebürtiger Bremer bis zum Profivertrag beim SV Werder brachte – dass ihm mit Ole Käuper ein weiterer Bremer mittelfristig in den Profikader folgen wird, ist vorgezeichnet. Über Jahre hat sich der 17-Jährige, der bereits seit 2005 für Werder spielt, positioniert und in jeder Spielzeit erneut bewiesen, dass er das Talent für mehr hat. In der abgelaufenen Saison war er als älterer Jahrgang einer der beiden Teamkapitäne der U17 des SV Werder, natürlich Leistungsträger und ein wichtiger spielerischer Bestandteil in einem sehr begabten Mittelfeld.

Ole Käuper: sein jüngerer Bruder Ben spielte letzte Saison in der U10 von Werder Bremen.

Ole Käuper: sein jüngerer Bruder Ben spielte letzte Saison in der U10 von Werder Bremen.

Als zentraler, meist offensiv vor Niklas Schmidt und Jannes Vollert eingesetzter Mittelfeldspieler füllte Käuper die von ihm erwartete Rolle des Taktgebers wie selbstverständlich aus. Eingesetzt als Pendler zwischen den Strafräumen vermag er es, in jeder Zone des Platzes sowohl und auch vermehrt offensive als auch immer wieder defensive Akzente zu setzen. Seine Präsenz auf dem Feld ist ziemlich beeindruckend, weil er Physis und Spielverständnis mit einer gewissen Leichtigkeit verbindet, die auch schwere Pässe zum Mitspieler einfach aussehen lässt. Käuper ist auch stets derjenige, den seine Mitspieler suchen, und er dürfte die mit Abstand meisten Ballkontakte der Mannschaft in der Saison gesammelt haben. Er bewegt sich im Zentrum immer auf Höhe des Spielgeschehens, fordert und verteilt unablässig die Bälle und dirigiert seine Mitspieler.

In der abgelaufenen Saison hatte er mit den jüngeren Schmidt und Vollert spielerisch starke Mitspieler, die es im Verlauf der Spielzeit in die U16-Nationalmannschaft schafften. Flankiert wurde Käuper meist von Abdullah Dogan und Leander Wasmus, die den Weg zum Tor suchten und zusammen auf 18 Saisontore kamen. Ganz vorne gab Johannes Eggestein die einzige Sturmspitze, die eigentlich gut, aber doch verbesserungswürdig im Zusammenspiel mit Käuper & Co agierte. Denn Eggestein ist ein Abschluss-Spieler der allerbesten Sorte, der diesen Abschluss aber auch ständig sucht und vielleicht aus seiner Zeit in Havelse es nicht gewohnt war, wie häufig nach dem Steilpass sich seine Kollegen, insbesondere Käuper, durch Nachrücken in gute Positionen brachten und auf einen Pass in den Rücken der Abwehr lauerten.

Eine solche Szene ist typisch für das Offensivspiel und das Spielverständnis sowie Selbstverständnis von Ole Käuper: Kombinationsspiel mit den Mittelfeld-Kollegen, Steilpass auf den Mittelstürmer und dann sofort nachrücken und versuchen, sich in Position zu bringen. Und wenn er denn Raum und Zeit hinter sich gelassen hat und sich für anspielbar hält, macht er sich auch lautstark und gestikulierend bemerkbar. Dann zeigen die Arme schon mal beide auf seine Füße: hier muss der Ball hin! Auch sonst ist Käuper auf dem Spielfeld leicht auszumachen: die Arme immer nah am Körper, den Kopf leicht nach vorn gebeugt – sein Laufstil ist eigen und auch etwas ungewohnt anzusehen, wenn er dann losspurtet und den Ball verteilt oder sich in Position für ein Anspiel bringt.

Dass es ihm häufig gelingt, sich richtig zu positionieren und die Bewegungen seiner Gegenspieler zu lesen, ist nur eine seiner Stärken. Die Liste ist ebenso lang wie vielfältig. Seine Technik und Ballführung sind auf höchstem Niveau, passend zu seinem starken Spielverständnis ist auch seine Reaktions- und Handlungsschnelligkeit. Im Passspiel zeigt er sämtliche Nuancen, vom sicheren Kurzpass über die Spielverlagerung über das halbe Feld bis hin zum abwehrreihenzerschneidenden Steilpass. Auch wenn er nicht der nächste Toni Kroos der Passgenauigkeit ist, so ist durchaus bemerkenswert, wie sauber seine Anspiele über mehrere Meter sind. Sein Dribbling ist schnörkellos, aber effizient, wenn auch sicherlich nicht die Kernkompetenz dieses klassischen Kombinationsfußballers. Hier wird in den nächsten Jahren noch Verbesserungsbedarf bestehen, wenn er gegen körperlich starke Defensivspieler agieren wird, die ihm weniger Raum und Zeit lassen werden.

Sein Einflussbereich während des Spiels beschränkt sich nicht nur auf das Mittelfeld, auch vor dem Tor ist Käuper brandgefährlich, entweder durch starke Ablagen oder Steilpässe in den Lauf eines der schnellen Offensivspieler der U17 – oder gleich selbst durch seine präzise Schusstechnik mit beiden Füßen. Genauso wie er weite Pässe stark an den Mann bringt, kann er seine Torschüsse gut platzieren. In den beiden U17-Spielzeiten war er jeweils zweitbester Torschütze der Mannschaft, erzielte insgesamt 29 Tore in 50 Ligaspielen und war in der vergangenen Saison mit 15 Saisontoren drittbester Torjäger der B-Junioren Bundesliga Nord/Nordost.

Man ahnt es schon: Ole Käuper ist der kompletteste Mittelfeldspieler, den die Werder-Jugend seit langer Zeit hervorgebracht hat. Anzumerken ist allerdings, dass er bei der Gestaltung seines Spiels in der letzten Saison auch von seiner innerhalb seines Jahrgangs starken Physis profitiert. Sein früher Geburtstag innerhalb der Jahrgangsgrenze kommt ihm zugute, aber auch sonst verfügt er über eine gute Physis, eine passende Entwicklung. Diese körperliche Stärke hilft ihm dabei, sich oft auch gegen mehrere Gegenspieler durchzusetzen und macht auch einen großen Teil seiner Defensivstärke aus. Zudem ist er nicht unbedingt ein Sprinter, was aber zumindest in seiner letzten Spielklasse nicht wirklich ins Gewicht fiel, konnte er diese kleine Schwäche dank seiner sonstigen Fertigkeiten doch locker kompensieren.

Was er nicht kaschieren konnte, war eine gewisse Unterforderung im Verlauf der Saison: Käuper war nicht nur körperlich dem B-Jugend-Bereich im Laufe der Saison entwachsen, wirkte dadurch zeitweise lustloser als seine Teamkollegen. Doch die U17 brauchte ihren Kapitän, die relativ kleinen Kader von Junioren-Mannschaften haben selten brauchbaren Ersatz für ihre Topspieler. Weil die U17 auch lange gut im Rennen um die Endrunde der deutschen Meisterschaft stand, zog Werder Käuper wohl zu spät hoch zur U19, ein Aufstieg näher an der Winterpause denn dem Saisonende wäre dem Motto Fordern und Fördern wohl gerechter gewesen.

Gelingt es Käuper in den nächsten Jahren in seiner Entwicklung mit dem steigenden Niveau Schritt zu halten, dürfte er – bei vorausgesetzter Verletzungsfreiheit – aufgrund des Gesamtpaketes aus Spielstärke, Spielintelligenz und Physis wohl ein sicherer Kandidat für den Profikader des SV Werder werden. Zu wünschen wäre es sowohl Spieler als auch Verein. Entscheidend dürfte dabei sein, dass Käuper sich nicht davon blenden lässt, dass er in seinem Jahrgang zu den Besten gehört, sondern weiter hart an sich arbeitet und seine vorhandenen Talente bis zur Perfektion treibt. Sein Vertrag wurde in der letzten Saison vorzeitig bis Sommer 2017 verlängert. Irgendwann davor sollte er es von Haacke nachgetan und einen Profivertrag bei Werder unterzeichnet haben. Und auf dem Weg in die Bundesliga bis dahin einige Kilometer vorangekommen sein.

 

MAXIMILIAN EGGESTEIN

Eckdaten: Zentrales Mittelfeld, geboren am 8. Dezember 1996 in Hannover, 181cm groß
Werder: im Verein seit Sommer 2011, Vertrag bis Sommer 2015
Nationalelf: kein aktueller U-Nationalspieler
Bilanz: diese Saison 23 Spiele (8 Tore, 7 Vorlagen) in der U19
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Vor drei Jahren sagte Spaniens Fußballer Xavi in einem Interview: “Ich mag es, dass mittlerweile Talent und technische Fähigkeiten mehr geschätzt werden als die Physis”. Passend dazu war es das gleiche Jahr, in dem auch Werder Bremen umdachte und im Nachwuchsbereich mehr und mehr nach Talenten suchte, die weniger durch ihre starke, meist frühreife Physis denn durch ihre Spielintelligenz auffielen. Und so kam dann vor drei Jahren, im Sommer 2011, Maximilian Eggestein aus dem Nachwuchs des TSV Havelse nach Bremen.

Eines der interessantesten Dinge am Jugendfußball im Vergleich zum Profigeschäft ist das wesentlich breitere Spektrum an Spezialbegabungen, das sich dort finden lässt. Während in der Bundesliga fußballerische Exoten unter all den genormten Profis eher die Ausnahme bilden, sind die Nachwuchs-Bundesligen ein Territorium, in dem ein Spieler auch herausragen kann, wenn er (noch) nicht die roboterartige Perfektion eines Xavi erlangt hat. Maximilian Eggestein ist so ein Spieler, der seine herausragenden Stärken noch mit deutlichen Defiziten paart und genau deshalb eines der spannendsten Talente ist, das die Werderjugend derzeit zu bieten hat.

In der U17 wurde der 17-Jährige noch primär als variabler Offensivspieler eingesetzt, inzwischen ist er aber eine Reihe nach hinten gerutscht und beackerte in der abgelaufenen Spielzeit in der A-Jugend als Achter in Mirko Votavas System das Zentrum des Feldes – ohne allerdings seine Wurzeln zu vergessen, sodass er regelmäßig mit in den Angriff stößt, wo er mit seiner Schusstechnik, seiner Coolness und seiner Passqualität offensive Akzente zu setzen vermag. Seine acht Tore und sieben Vorlagen in 23 Spielen der U19 sind das Ergebnis dieser Fähigkeiten und weder durch Zufall noch durch Standardsituationen entstanden, sondern primär aus dem Spiel heraus.

Maximilian Eggestein: sein jüngerer Bruder Johannes spielte letzte Saison in der U17 von Werder Bremen.

Maximilian Eggestein: sein jüngerer Bruder Johannes spielte letzte Saison in der U17 von Werder Bremen.

Dass er in der Saison 2012/2013 mit 15 Saisontreffern Toptorschütze der B-Jugend war, kam nicht von ungefähr. Eggestein ist gerade beim Zug zum Tor ein starker Kombinationsspieler, der ein Auge für freie Räume hat und nur allzu gerne Chancen ausspielt, bis nur noch ein Spieler einschieben muss. Auffallend auch: Wenn Eggestein einen Ball einschiebt, macht er das mit schnörkelvollen Bewegungen, die Abbildungen aus einem Lehrbuch ähneln. Nur den Fuß hinhalten und schnell abstauben ist nicht der Stil von Eggestein, stattdessen werden die Arme und der Körper in perfekte Haltung gebracht und beim Schuss entsprechend ausgeholt. Als wolle er mit seinem Foto die Bilder aus dem Lehrbuch ersetzen. Auffällig ist ebenfalls, dass er nie unkonzentriert, sondern mit absoluter Ruhe im und rund um den gegnerischen Strafraum agiert.

Körperlich eher schmal geraten, hat er im Kampf Mann gegen Mann Nachteile gegenüber seinen Ligagenossen. Ein Effekt, der durch seine Geburt spät im jüngeren A-Jugend-Jahrgang noch verstärkt wird, musste er doch gegen Gegenspieler antreten, die zum Teil knapp zwei Jahre älter sind als er. Hinzu kommt, dass Eggestein auch läuferisch sowie im Bewegungsablauf nicht der Schnellste ist, was ihn in direkten Duellen angreifbar macht. Er kann seine Gegner also weder simpel wegdrücken noch ihnen einfach davon laufen, sondern ist darauf angewiesen, sie bei Ballbesitz mit fußballerischen Mitteln zu schlagen.

Da trifft es sich, dass der gebürtige Hannoveraner genau in diesem Bereich über einen ganzen Strauß von Möglichkeiten verfügt. Seine saubere Technik erlaubt es ihm, den Ball stets schnell zu kontrollieren und zu leiten, weshalb er wenig Zeit und Platz für seine Aktionen braucht. Hinzu kommt eine bemerkenswerte Spielintelligenz sowie auch eine daraus resultierende starke Handlungsschnelligkeit, die ihn Situationen oft schneller erkennen lassen als der jeweilige Gegenspieler und ihm so meist die wichtige Sekunde Vorsprung lassen, die er braucht, um sich aus dem direkten Zugriff des Kontrahenten zu befreien und das Spiel weiterzutragen. Auch wenn er dann nicht so dynamisch und zügig handelte, machte ihm das in der U19 wenig aus, weil er schnell genug dachte und seine Bewegungsabläufe früh genug in Gang setzte. Interessant wird es sein, wie er im Herrenbereich damit zurechtkommen wird, dass ihm nicht nur weniger Platz, sondern auch weniger Zeit gelassen werden wird.

Sein Spielverständnis ermöglicht es ihm, sich nicht selten den direkten Zweikämpfen auf dem Feld zu entziehen, entweder, indem er sich einfach Räume sucht, in denen kein Gegenspieler lauert, oder aber, indem er schlicht nicht lang genug in Ballbesitz bleibt, um Opfer einer Attacke werden zu können. Das klingt simpler, als es ist und klappt gewiss nicht immer. Manchmal verzettelt er sich noch zu stark und bringt sich selbst in komplizierte Situationen. Das kann einem Spieler in diesem Alter allerdings ohne Weiteres zugestanden werden, zumal diese Momente eher selten sind. Die Phasen, in denen er in der abgelaufenen Spielzeit wenig Zugriff aufs Spiel hatte, waren selten.

Die andere großkalibrige Waffe im Arsenal des Maxi Eggestein ist sein Passspiel. Seine Abspiele sind wie maßgeschneiderte Anzüge für den Empfänger – sie passen perfekt. Sie kommen präzise und direkt so in den Fuß oder den Raum, dass der Angespielte seine Geschwindigkeit behalten und mit Ball am Fuß nach vorne marschieren kann. Ein seltenes Talent, das Eggestein zu einem Umschalt- und Mannschaftsspieler erster Güte macht und ihn natürlich für die Rolle des Spielmachers in Votavas System prädestinierte. Der 17jährige Eggestein ist ein Spieler, der seine Mitspieler kennen muss und durch Training seine Abläufe perfektioniert, wenn er mehr und mehr abspeichert, welcher seiner Mitspieler wie schnell ist und wie in welche Räume stößt.

Defensiv kommt ihm sein bereits angesprochenes Spielverständnis zugute. Er läuft zuverlässig die Räume zu und nutzt bei den Zweikämpfen oft Unsauberkeiten des Gegners, um den Ball zu erobern. Dann ist er so dynamisch wie nie in seinen Balleroberungsversuchen, die Körperspannung sichtbar. Er versucht, Nachteile in der Physis durch technisch saubere Aktionen wettzumachen. Beim Ballwegspitzeln hat er ein gutes Timing, wirkt aber manchmal zu übermütig und kassierte nicht nur deswegen ganze sieben gelbe Karten – die zweitmeisten der Bremer U19.

Ein weiterer Kritikpunkt hing in der Rückrunde wohl auch mit der Physis zusammen. Eggestein ging zum Ende der Saison langsam, aber sicher die Luft aus, sein Kampf wurde größer, weil die Grundaufmerksamkeit und Fitness nicht mehr auf dem hohen Niveau der Hinrunde waren. Seine starke Präsenz nahm dadurch ab.

Perspektivisch bleibt trotz aller interessanter Zweikampfausweichstrategien zu hoffen, dass der 17-Jährige in den nächsten Jahren körperlich noch einen Sprung hinlegen wird, denn in den lebensfeindlichen Zentren der Bundesligamittelfelder ist ein Mindestmaß an körperlicher Durchsetzungsfähigkeit einfach unabdingbar. Umso lobenswerter, dass Votava ihn in der letzten Saison fest in der Doppelsechs einsetzte und den Lernprozess erzwang, den Eggestein in der Spielzeit durchlief. In der Zentrale konnte er sich auch nicht mehr die Auszeiten erlauben, die er in der letzten B-Jugend-Spielzeit oft beanspruchte. Sie verschwanden in der U19. Und Eggestein entwickelte sich zum Kopf der Mannschaft, der im Verlauf der Saison auch einmal die Kapitänsbinde tragen durfte – als jüngster Spieler der Truppe.

Sollte die Weiterentwicklung im Körperspiel gelingen, stehen die Chancen für Maxi Eggestein für „oben“ nicht schlecht, auch weil der Fluch der späten Geburt sich für ihn im Nachhinein als Segen herausstellen könnte, war er als Jahrgangsküken doch gezwungen, seine fußballerischen Fähigkeiten zu pflegen und zu verbessern, um sich den körperlichen Attacken seiner Gegenspieler auf seine Art erwehren zu können. Das wird sich in der kommenden Saison fortsetzen, denn als einziger Spieler des 96er Jahrgangs wurde Eggestein fest in die U23 hochgezogen. Einerseits, um seiner starken Entwicklung in der ersten U19-Saison gerecht zu werden. Andererseits auch, weil mit Julian von Haacke ein wichtiger zentraler Mittelfeldspieler der U23 verletzungsbedingt einige Zeit fehlen wird.

Eggestein wird auch im regelmäßigen Training der U23 bereits sein Spiel an den Herrenbereich anpassen und nach Wegen suchen, sich auf dem neuen Level durchzusetzen. Er braucht nach einer solchen Saison wie der abgelaufenen auch einfach neue Aufgaben, neue Herausforderungen. Bisher entwickelte er immer Lösungen. Bei der Regionalliga-Mannschaft findet er zudem ein starkes Umfeld vor: ein spielstarke Mannschaft, die mit Florian Bruns einen sehr erfahrenen und mit Lukas Fröde einen körperlich gewappneten Mittelfeldkollegen bietet und es Eggestein somit einfacher machen sollte, sich in der U23 zurechtzufinden.

Wie es dann weitergeht, wollen wir hier noch nicht mutmaßen. Dass Robin Dutt ihn nach dem Ende der Saison in einem Testspiel der Profis in Teistungen einsetzte, macht aber Hoffnung. Ebenso, dass Werder es letzten Sommer bei der Vertragsverlängerung zum Glück verstanden hatte, dass nicht nur Maximilians jüngerer Bruder Johannes sehr viel Talent mitbringt. Vielleicht wacht beim DFB auch endlich jemand auf und registriert, dass auch diese, die ältere Eggestein-Ausgabe zumindest einmal einen genaueren Blick wert ist. Maxi Eggestein ist bis heute ohne jegliche Lehrgangseinladung. Wenn dort weitergeschlafen wird, dann genießen wir eben in Bremen ungestört das schöne Kombinationsspiel und machen weiter Fotos für Lehrbücher.

 

 

WorumBlog-Talentreihe 2014:
Nachwuchs Round-up 2014
Teil 1: Marnon Busch & Cimo Röcker
Teil 2: Julian von Haacke & Martin Kobylanski
Teil 3: Luca Zander & Levent Aycicek
Teil 4: Melvyn Lorenzen & Davie Selke

 

Die Fotos wurden von Worum-Usern zur Verfügung gestellt.