Johannes Wurtz: “Das macht richtig Spaß hier”

04.04.14 | von | Kategorie: Interviews | Keine Kommentare

Der SC Paderborn schnuppert wenige Spieltage vor Saisonende am Aufstieg in die 1. Bundesliga. Das hätten wohl vor Saisonbeginn die wenigsten Fußballfans gedacht. Wohl auch nicht Johannes Wurtz, der sich letzten Sommer für eine Spielzeit an die Pader ausliehen ließ und dort auf die Ex-Werderaner Markus Krösche und Jens Wemmer sowie den frisch verkauften Florian Hartherz traf, den Wurtz aus Bremen gleich mitbrachte. Reden wir uns einfach ein, dass es das Bremer Flair ist, der den SC Paderborn in dieser Saison so weit oben in die Tabelle der zweiten Liga hievte.

Und sagen wir ebenfalls, dass es kein Zufall ist, dass die Planer der 2008 fertiggestellten Benteler-Arena in Paderborn den Firmennamen “Bremer AG” tragen. Die Sonnenstrahlen, die nun vom blechernen Blau und Silber der Arena reflektiert werden, sind ab sofort auch aus Bremen mitgebracht – von einem Worum.org-Abgesandten, der an diesem angenehmen frühen Nachmittag sich gerade im Medienraum innerhalb der Arena eine Tasse Kaffee einschenkt und sich vom Keks-Buffet bedient, als ein gutgelaunter Johannes Wurtz den Raum betritt.

Er komme gerade vom gemeinsamen Mittagessen mit der Mannschaft, das nach jedem Vormittagstraining auf dem Plan steht, berichtet der 21-jährige Saarländer. Wurtz macht weder einen kaputt-trainierten noch vollgefutterten Eindruck und wirft gleich einmal ein, dass man sich bei dem Wetter auch in einem Café in der Stadt hätte treffen können. Ein guter, aber zu spät erfolgter Einwurf, denn jetzt sind die halbe Stunde Busfahrt hinaus zum Stadion schon erfolgt.

Worum.org: Hallo Johannes, wie geht es dir in Paderborn?

Johannes Wurtz: Ich fühle mich sehr wohl hier, habe mich auch schnell eingelebt, und die Hinrunde war eigentlich richtig erfolgreich. Ich habe direkt fünf Tore geschossen, es lief richtig gut. Auch die Entwicklung der ganzen Mannschaft ist überragend. Ich bin hierher gekommen, da waren wir auf dem Relegationsplatz zum Abstieg hin, und jetzt stehen wir schon weit oben und können den Aufstieg vielleicht noch schaffen. Das macht richtig Spaß hier.

Du sprichst es schon an: Paderborn stand auf dem Relegationsplatz, warum hast du dich trotzdem für Paderborn entschieden? Und welche Alternativen gab es noch?

Es war schon recht spät in der Transferphase, und die Saison hatte in der zweiten Liga schon begonnen. Da gab es nicht mehr so viele Alternativen. Nach Aalen hätte ich noch gehen können, aber da ist Paderborn schon deutlich attraktiver.

Hatte der Wechsel von Florian Hartherz zum SC Paderborn Einfluss auf deine Entscheidung?

Nein, das hat sich auch erst kurzfristig so ergeben. Ich verstehe mich aber sehr gut mit Flo, wir sind auch auf einem Zimmer bei Auswärtsfahrten.

Aber in einer WG wohnt ihr nicht?

Nein, das nicht.

Du warst in dieser Saison bei zwölf Spielen in der Startelf. Von diesen Spielen ging nur eins verloren, dem gegenüber stehen acht Siege. Wie groß war dein Anteil an dem Aufschwung in der Hinrunde?

Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Es hat sich jeder im Laufe der Saison gesteigert, aber ich denke schon, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe. Und es stimmt, wenn ich von Anfang an gespielt habe, ist die Statistik eigentlich sehr gut. Und auch von der Anzahl der Tore, die ich gemacht habe, ist das eigentlich okay. Deshalb hoffe ich auch, dass ich in den nächsten Spielen öfter von Anfang an ran darf.

Erinnerst du dich noch, gegen wen die eine Niederlage mit dir in der Startelf war?

In Fürth muss das gewesen sein.

Genau. Ausgerechnet gegen Niclas Füllkrug. Was war da los?

Fürth hat das gut gespielt damals, die sind eine spielerisch sehr starke Mannschaft. Wir hatten allerdings auch unsere Chancen und haben die nicht genutzt. Am Ende haben wir dann noch zwei rote Karten bekommen, da war es natürlich vorbei.

Wurtz begann die Saison in Bremen, absolvierte 3 Spiele (1 Tor, 2 Vorlagen) für die U23.

Wurtz begann die Saison in Bremen, absolvierte 3 Spiele (1 Tor, 2 Vorlagen) für die U23.

Bald ist das Rückspiel, wie geht das aus?

Das gewinnen wir hoffentlich. (lacht)

Gibt es eine Wette mit Niclas?

Bisher noch nicht, aber die Idee ist gut. Könnte man mal machen.

Also gibt es Kontakt Niclas bzw. den Teamkollegen in Bremen?

Ja, genau. Wir schreiben manchmal bei Whatsapp, und man sieht sich auch mal. Der Kontakt ist gut. Auch mit Richard Strebinger und einigen Jungs aus der U23 habe ich geschrieben. Wie Oli Hüsing zum Beispiel, der jetzt einen Profivertrag unterschrieben hat.

Wie sieht es mit dem Kontakt zu den Offiziellen bei Werder aus?

Mit Frank Baumann habe ich mal zwischendurch telefoniert, und es hat mich auch gefreut, dass er sich gemeldet hat, als es nicht so lief. Ansonsten steht natürlich mein Berater in Kontakt mit Thomas Eichin.

Bis zur Winterpause lief es in der Liga sehr gut für den SC Paderborn und dich. Dabei fing die Saison in einem anderen Bereich gar nicht so super für dich an. Wie ist das Gefühl, zweimal gegen die gleiche Mannschaft aus dem DFB-Pokal zu fliegen?

Das war natürlich sehr enttäuschend, vor allem für mich, denn es ist ja auch noch mein Ex-Verein. Ich habe mehrere Jahre dort gespielt, die ganze Jugend durchlaufen, und dann kommt man „nach Hause“, es sind Freunde und Familie im Stadion und dann scheidet man als Favorit aus. Das war schon bitter. Beim Spiel mit Werder war ich allerdings gar nicht dabei; auch nicht als Zuschauer im Stadion.

Wie du schon sagtest, war es eine Rückkehr in die alte Heimat. Was vermisst du am Saarland?

Ich vermisse natürlich meine Familie, die zwanzig Minuten von Saarbrücken entfernt wohnt, und meine Freunde. Aber die kommen mich auch öfter besuchen.

Auch in Paderborn?

Sie sind nach Bremen gerne gekommen, und sie kommen auch gerne nach Paderborn. Das macht denen auch Spaß, ein bisschen Deutschland kennenzulernen.

Nach der erfolgreichen Zeit vor der Winterpause läuft es für dich nicht mehr so gut. Nur ein Spiel von Anfang an und zweimal gar nicht im Kader. Müssen sich die Werderfans Sorgen um dich machen?

Man muss sagen, die Vorbereitung war mittelmäßig. Ich hatte oft Knieprobleme, habe es aber nicht für nötig gehalten, eine Pause zu machen, sondern wollte auf die Zähne beißen, weil ich dachte, das wird schon wieder. Dadurch habe ich teilweise auch schlecht trainiert, denn mit Schmerzen macht Training gleich weniger Spaß, und man ist froh, wenn es vorbei ist. So soll es natürlich eigentlich nicht sein, und der Trainer hat mir auch gesagt, dass ihm das nicht gefallen hat. Wir haben dann darüber geredet und die Situation besprochen, deswegen war ich gegen Köln nicht im Kader. Anschließend war ich wieder dabei. Aber auch gegen Karlsruhe war ich aufgrund von Knieschmerzen nicht dabei, da habe ich pausiert. Das ist in den Medien gar nicht so rübergekommen, da wäre ich normalerweise schon im Kader gewesen. Ich weiß natürlich nicht, ob ich von Anfang an gespielt hätte, aber dabei gewesen wäre ich schon, denn in der Zeit war ich schon ganz gut drauf. Und klar, es läuft nicht so gut wie in der Hinrunde, aber die Mannschaft ist gut besetzt. Bei uns ist es im Moment so: Jeder, der im Offensivbereich spielt, schießt plötzlich Tore, und solange wir gewinnen, stelle ich mich da auch in den Dienst der Mannschaft und gebe dann Gas, wenn ich eingewechselt werde.

Hast du die Knieprobleme denn inzwischen komplett überwunden?

Die sind teilweise hartnäckig. Wenn die Belastung sehr hoch ist, dann merke ich das am nächsten Morgen manchmal, aber es ist schon besser geworden.

Niclas Füllkrug und du wurdet beide in die zweite Liga verliehen. Denkst du, dass das eine gute Entscheidung für dich war, wie siehst du Leihen generell?

Ich halte das auf jeden Fall für sinnvoll und würde es jedem jungen Spieler raten, der jetzt bei Werder ist, nicht so zum Zug kommt und nicht unbedingt in der Regionalliga spielen möchte. Denen würde ich auf jeden Fall raten, in die zweite Liga zu gehen. Es ist zwar nicht gesagt, dass man sich da direkt durchsetzt, aber man lernt einiges dazu und entwickelt sich weiter.

In der Hinrunde gab es dann Phasen bei Werder, in denen Nils Petersen und Franco Di Santo zum Teil sogar gleichzeitig ausgefallen sind oder gesperrt waren. Martin Kobylanski, Davie Selke und Melvyn Lorenzen kamen so zu ihren Bundesligadebüts. Hast du dich zu der Zeit geärgert, dass du in Paderborn sitzt und nicht in den Konkurrenzkampf um die Plätze im Bundesligakader eingreifen kannst?

Nein, ich habe das eigentlich nie bereut, weil ich in der zweiten Liga deutlich mehr Spielanteile bekomme, als es bei Werder der Fall gewesen wäre und mich auch so in den Fokus spielen konnte. Daher habe ich eigentlich überhaupt nichts bereut. Klar, manchmal braucht man als junger Spieler das Glück, dass sich die Stammspieler mal verletzen oder gesperrt sind, damit sich die Chance ergibt, dass man von Anfang an spielt, und dann muss man halt Gas geben. Ich denke, die Jungs, die da bei Werder reingekommen sind, haben das auch ordentlich gemacht, und das finde ich auch vollkommen in Ordnung.

Die meisten Werderfans verfolgen den SC Paderborn wahrscheinlich nicht so genau. Kannst du beschreiben, wie ihr spielt und welche Position du da einnimmst?

Wir spielen auf jeden Fall sehr offensiv, wir haben mit die meisten Tore in der Liga, und das kommt mir natürlich auch zugute. Ich spiele dann oft im Zwei-Mann-Sturm und habe in der Hinrunde auch mal links oder rechts Außen gespielt.

Wie siehst du deine Stärken generell, auf welcher Position kannst du diese am besten einbringen?

Ich denke, dass meine Stärken im vorderen Bereich liegen, dass ich als einer von zwei Stürmern spiele, denn die Nähe zum Tor ist schon wichtig für mich, weil ich nicht so viele Chancen brauche, um ein Tor zu schießen. Da habe ich schon ein bißchen Instinkt, deshalb liegt mir das mehr als auf den Außenpositionen. Wobei das natürlich auch geht und ich auch von den Außenpositionen diese Saison schon ein paar Tore geschossen habe.

Siehst du Schwächen, an denen du aktuell arbeitest?

Woran ich noch arbeiten sollte, ist das Spiel mit dem Rücken zum Tor. Dass ich da die Bälle abklemme und behaupte. Das ist manchmal nicht so einfach, wenn ein Abwehrspieler von hinten angerannt kommt und mit Tempo zum Ball geht. Da muss man sich durchsetzen und stabil bleiben.

Es gibt auch Meinungen, die dich als spielenden Stürmer mit guter Übersicht sehen, der den Ball verteilen kann. Siehst du da die Möglichkeit, etwas tiefer hinter den Spitzen zum Einsatz zu kommen?

Ich versuche, mich im Spiel zwischen die Abwehr und das Mittelfeld des Gegners fallen zu lassen und mir dort die Bälle zu holen und mich dann nach vorne zu drehen, um das Spiel schnell zu machen.

Das führt natürlich häufig zu Situationen, in denen du mit dem Rücken zum Tor agierst…

Ja, da muss man sich vorher orientieren, ob man sich drehen kann oder den Ball festmachen oder klatschen lassen muss. Da ist es wichtig, dass auch Kommandos kommen, aber ich denke, da lernt man auch dazu, und man wird ruhiger, wenn man Spielpraxis hat.

Du hast schon gesagt, dass du als Doppelspitze zum Einsatz kommst, aber auch auf den Außen gespielt hast. Siehst du deine Flexibilität als Stärke, oder kann das auch ein Nachteil sein?

Ich würde das eher positiv einschätzen, wenn man auf mehreren Positionen spielen kann. Falls jemand auf der Außenposition fehlt, kann man da einspringen. Das ist schon ganz gut.

Aleksandar Ignjovski verlässt Werder im Sommer, weil er nicht häufig genug auf seiner Lieblingsposition vor der Abwehr zum Einsatz kam. Wir würdest du reagieren, wenn du immer nur Außen spielen müsstest und nie im Sturmzentrum zum Einsatz kämest?

Es ist natürlich das Beste, wenn man auf der Position spielt, auf der man der Mannschaft am meisten weiterhelfen kann und auf der man sich am wohlsten fühlt, das ist ja klar. Aber ich spiele lieber auf einer anderen Position, als auf der Bank zu sitzen, das ist ebenso klar.

Bei Werder sieht es aktuell ganz gut aus mit dem Klassenerhalt, und der SC Paderborn kann noch ein gutes Wort um den Aufstieg in der zweiten Liga mitreden. Vielleicht kannst du dich im Sommer zwischen zwei Bundesligisten entscheiden. Wen würdest du dann wählen?

(lacht) Das weiß ich jetzt noch nicht. Es steht noch nicht fest, wie es weitergeht, und ich hoffe natürlich, dass wir mit Paderborn das Unglaubliche schaffen, womit vor der Saison niemand gerechnet hätte. Für die Stadt und den Verein wäre das überragend, das wäre echt top. Aber dafür müssen wir jetzt die letzten sechs Spiele genau so angehen wie die ganze Zeit. Wir dürfen da nicht nervös werden oder denken, wir können einen Schritt weniger machen.

Wie sind da denn die Ziele? Versucht ihr, den dritten Platz zu sichern oder greift ihr noch einmal ganz oben an?

Wir wollen einfach jedes Spiel gewinnen, und es wird sich dann zeigen, wo wir am Ende stehen. Wir haben sechs Punkte Abstand zum vierten, und es sind nur noch sechs Spiele. Das ist schon mal ganz gut. Aber klar, Relegation ist immer schwierig gegen den Bundesligisten, wenn da Stuttgart oder Hamburg kommen, die haben natürlich Qualität. Das ist natürlich nicht so leicht, deswegen versuchen wir unser Bestes.

Der SC Paderborn ist aber relativ erfahren und erfolgreich in Sachen Relegation. Vor fünf Jahren ist man mit zwei Siegen gegen den VfL Osnabrück über die Relegation aus der dritten in die zweite Liga aufgestiegen. Kannst du den Werderfans versprechen, dass das gegen den HSV dann auch klappt?

(lacht) Ja, hoffentlich. Ich denke, für alle in der Mannschaft wären das zwei Riesenspiele, da muss man ruhig bleiben und selbstbewusst auftreten, dann klappt das auch.

Der „Aufstiegsheld“ in Paderborn war damals Frank Löning und auch er hat eine Zeit bei Werders zweiter Mannschaft gespielt. Machst du es ihm nach?

Das wäre natürlich klasse, denn wenn man in einem solchen KO-Spiel das entscheidende Tor macht, kann man schwächere Phasen vergessen machen und die Saison zu einem positiven Abschluss bringen.

Auf Werder.de war zu lesen, dass du jedes Werderspiel guckst. Wie siehst du denn die Situation bei Werder? Ist der Klassenerhalt jetzt geschafft?

Ich denke schon, dass der Klassenerhalt mit dem Sieg gegen Hannover gesichert ist. Denn da sind schon einige Mannschaften unten drin, die normalerweise nicht mehr so viele Punkte holen können. Es freut mich natürlich, dass die Fans da nicht mehr zittern müssen.

Und wie geht es in der nächsten Saison weiter mit Werder?

Ich hoffe natürlich, dass man sich stabilisieren kann und nichts mehr mit dem Abstieg zu tun hat. Es wäre top, wenn man dann eine Saison spielt wie Augsburg, dass man ein Überraschungsteam der Liga ist.

Lass uns einen Blick auf deine letzten Trainer werfen. Du wurdest in den letzten zwölf Monaten von Thomas Schaaf, Thomas Wolter, Robin Dutt und jetzt von Andre Breitenreiter trainiert. Wie unterscheidet sich deren Arbeit?

Es ist immer schwierig für mich, sowas zu beurteilen. Beim SC Paderborn ist es jetzt eine ganz andere Situation für mich. Ich weiß nicht, ob man „Stammspieler“ sagen kann, aber hier bin ich schon wichtiger Bestandteil des Teams, und dann hat man natürlich auch ein anderes Verhältnis zum Trainer als in Bremen, wo ich eher Back-Up war oder auch oft in der U23 gespielt habe. Das ist etwas ganz anderes und schwer zu vergleichen. Aber Andre Breitenreiter ist auf jeden Fall ein Kumpeltyp als Trainer, der viel mit einem spricht und ganz locker mit den Spielern umgeht.

Und wie unterscheidet sich das taktisch, was ihr beim SC Paderborn spielt, im Vergleich zu dem, was Robin Dutt in Bremen spielen lässt?

Für Werder war es wichtig, die Defensive zu stabilisieren, weil es da viele Gegentore gab. Im Gegensatz dazu spielen wir eigentlich ständig nach vorne. Wie gesagt, wir haben mit die meisten Tore in der Liga, das zeichnet uns auch aus und darauf setzen wir auch, wobei wir uns in den letzten Spielen auch defensiv stabilisiert haben.

So richtig hast du noch nicht auf die Frage geantwortet, wo du nächste Saison lieber spielen willst…

Ich spiele dort am liebsten, wo ich auch auf dem Platz stehen darf. Es bringt mir nichts, wenn ich nur auf der Bank sitze. Ich bin noch jung, ich will mich weiterentwickeln, ich will Spielpraxis sammeln, und deswegen werde ich dahin gehen, wo auch die Chancen gut sind, dass ich spiele.

Robin Dutt lässt aktuell wie Paderborn mit zwei Spitzen spielen. Würdest du da als Stürmer Nummer drei oder vier in die Saison gehen oder wäre das schon zu wenig für dich?

Das kommt immer darauf an. Das Gesamtpaket muss stimmen und die Gespräche gut laufen. Dazu kann ich jetzt noch nichts sagen, aber ich hoffe, dass die Entscheidung bald fällt, damit ich vor der Sommerpause Gewissheit habe.

Johannes Wurtz vor den Toren den Paderborner Benteler-Arena.

Johannes Wurtz vor den Toren den Paderborner Benteler-Arena.

Was sind denn, abgesehen vom Fußballerischen, die Unterschiede zwischen Bremen und Paderborn? Zwischen dem SCP und dem SVW?

Paderborn ist eine kleine Stadt, es ist alles sehr familiär. Wenn ich hier mittags mit den Jungs essen gehe, kennen wir den Restaurantbesitzer und werden da begrüßt. Das ist halt schon alles kleiner und man kennt sich. Da fühlt man sich schon wohl. In Bremen ist dagegen alles größer und professioneller. Es ist ein riesiger Verein mit viel Tradition, das kann man eigentlich nicht vergleichen.

Wir sitzen gerade im Medienraum an der Westtribüne der Benteler-Arena, recht weit außerhalb der Stadt. Das Weserstadion ist mitten in Bremen. Macht das für einen Spieler einen Unterschied, wo das Stadion steht? Ob an der Autobahn oder an der Weser?

Also mir macht es eigentlich mehr Spaß, wenn das Stadion direkt in der Stadt liegt. Das finde ich auch besser für die Fans, aber man muss als Verein natürlich gucken, wo Platz ist, und so weit ist die Benteler-Arena auch nicht von der Stadt entfernt. Zu Fuß läuft man vielleicht 20 Minuten oder so.

Ja, besser hier als im Hermann-Löns-Stadion. Habt ihr da mal trainiert? Immerhin ein geschichtsträchtiger Ort, in dem der HSV von Hoyzer aus dem DFB-Pokal gepfiffen wurde und Torsten Frings sich in einem Freundschaftsspiel das Kreuzband gerissen hat.

Nee, da weiß ich gar nicht, wo das ist. (lacht)

Gibt es noch etwas, was du den Werderfans zum Abschluss ausrichten möchtest – oder direkt eine Kampfansage an die Stürmer von Werder für die nächste Saison?

Nee, eine Kampfansage gibt es jetzt noch nicht, weil ich noch nicht weiß, wie es weitergeht. Ich bin jetzt erst einmal froh, dass Werder den Nichtabstieg in den nächsten Wochen auch rechnerisch klarmachen kann. Das ist sehr wichtig für den Verein, und ansonsten wird sich zeigen, wie es weitergeht.

 

Mit einem großen Dankeschön und einer Verabschiedung geht es normalerweise hier zu Ende. Nicht aber dieses Mal, denn – die Busfahrtbemerkung wohl noch im Hinterkopf – wird man kurzerhand in Wurtz’ Automobil geladen und mit in die Stadt genommen. So gibt es ein doppeltes Danke an den Ex- und Vielleicht-bald-wieder-Werderaner Johannes Wurtz, der sich dann Richtung Friseur verabschiedet. Ein Kopfballtor fehlt ihm diese Saison noch, vielleicht liegt es ja an den Haaren.

Das Interview führte Worum-User unser_Harry.

 

 

Die Fotos wurden von Worum-Usern (unser_Harry & Tasja1) zur Verfügung gestellt.