Werders Talente, Teil 5: Leon Lingerski & Luca Zander

11.02.13 | von | Kategorie: Spieler | 2 Kommentare

Nach den vier Mittelfeldspielern der U19 geht es jetzt an die beiden im Sommer in die erste A-Jugend aufgerückten Defensivspieler Leon Lingerski und Luca Zander. Die Bezeichnung Defensivspieler ist hier bewusst gewählt, denn beide haben, auch aufgrund von Verletzungen ihrer Mitspieler in der Hinrunde mehrere Positionen bekleiden müssen.

LEON LINGERSKI

Eckdaten: Linker Verteidiger / Innenverteidiger, geboren am 3. Mai 1995 in Bremerhaven, 185cm groß
Werder: im Verein seit Sommer 2007
Nationalelf: kein aktueller U-Nationalspieler, insgesamt 11 U-Länderspiele (1 Tor)
Bilanz: diese Saison 13  Spiele (1 Tor) in der U19

Neben seinen Teamkollegen Fröde und Hilßner war Leon Lingerski der Dritte aus dem Kreis der vor dem EM aus dem Kader gestrichenen U17-Nationalspieler. Hatte die Bremer B-Jugend der letzten Saison eine Achillesferse, so war dies, trotz der ordentlichen Leistungen von Zander und Lingerski, die Verteidigung. Zu häufig wurde satanisch gepatzt und zu häufig stimmte die Absprache und Ordnung nicht. Zwangsläufig litt auch Lingerskis Sicherheit und Zuverlässigkeit darunter. Im Wechsel als linker Verteidiger und Innenverteidiger eingesetzt, konnte er nur teilweise die Erwartungen an ihn erfüllen. Am Ende stand eine durchschnittliche Rückrunde, deren Ende er, wie der ein oder andere auch, herbeisehnte.

Leon Lingerski: Zukunft in der Mitte oder auf Außen?

Leon Lingerski: Zukunft in der Mitte oder auf Außen?

In der Hinrunde der U19 hat Lingerski durchgespielt. Er hat kurzzeitig auf links und dann in der Innenverteidigung gefallen, zum Teil mit Zander eine Innenverteidigung jüngeren Jahrganges gebildet, die überzeugende Spiele abgeliefert hat. Seit der Rückkehr der Konkurrenten Karlis Plendiskis und Marius Krumland vornehmlich wieder auf der Linksverteidiger-Position eingesetzt, hatte Lingerski Pech, dass er sich beim Pokalspiel gegen Borussia Dortmund schwer am Knöchel verletzte. Schade, denn Lingerski spielte eine überzeugende Hinrunde und wird gerade auf links gebraucht, nachdem die Außenverteidigeroptionen verletzungsbedingt weniger werden, sie in der Innenverteidigung aber zunehmen. Da sich Personalsituation in der U19 vor dem ersten Spiel 2013 gegen St. Pauli noch verschärfte war es daher umso wichtiger, dass Lingerski rechtzeitig fit wurde und sein Comeback nach Verletzung gab.

Der 17-Jährige hat es im Laufe der Saison gelernt, sich mutiger zu zeigen. Die Verzagtheit, die anfangs bei Rückschlägen noch zu einem hängenden Kopf führte, ist einem Vertrauen in sich und seine Mannschaft gewichen, die seinem Spiel spürbar gut tut.

Lingerski bleibt für beide Positionen, innen wie außen in der Viererkette, auch perspektivisch eine starke Alternative. Es wird zu hoffen sein, dass er bald wieder völlig hergestellt ist und an seine Leistungen aus der Hinrunde heranreicht. Derzeit verbietet sich der konkrete Blick in den Profibereich. Dafür muss er handlungsschneller und ballsicherer werden. Seine Aktionen sind bisweilen überhastet. Ihm wird das zweite U19 Jahr sicher helfen, ein besserer Fußballer zu werden und dabei bessere Einschätzung zu seiner Perspektive ermöglichen.

LUCA ZANDER

Eckdaten: Innenverteidiger / rechter Verteidiger / defensives Mittelfeld, geboren am 9. August 1995 in Weyhe, 183cm groß
Werder: im Verein seit Sommer 2006, Vertrag bis Sommer 2013
Nationalelf: kein aktueller U-Nationalspieler, insgesamt 2 U-Länderspiele (kein Tor)
Bilanz: diese Saison 14  Spiele (3 Tore, 3 Vorlagen) in der U19

Eine solide letzte Spielzeit wurde mit dem Einzug in den Stammkader der U19 belohnt. Luca Zander spielte in der Hinrunde engagiert und zuverlässig, ob in der Viererkette oder im defensiven Mittelfeld. Er vermittelte der Mannschaft viel Biss und gehörte mit Lingerski zu den Stabilisatoren im bisweilen wackeligen Defensivverbund. Zander lieferte konzentriert und zuverlässig seine Leistung ab und kann auf sein erstes U19-Halbjahr durchaus zufrieden zurückblicken.

Kam vom SC Weyhe im Sommer 2006 zum SV Werder: Luca Zander

Kam vom SC Weyhe im Sommer 2006 zum SV Werder: Luca Zander

Auch er wirkte zu Anfang dieser Spielzeit ein wenig schüchtern. Das erste Saisonspiel gegen Hansa Rostock zeigte auch ihn nach der abgegebenen Führung mit hängenden Schultern etwas ratlos. Erfreulicherweise ist bei ihm ebenfalls ein Wandel eingetreten, der zeigt, dass er Vertrauen in sich und seine Mannschaft gewonnen hat. Wahlweise als rechter Verteidiger oder Innenverteidiger eingesetzt, überzeugte Zander zunächst mit großem Engagement und einer echten Freude an Zweikämpfen. Überzeugend vom ersten Auftritt in der Saisonvorbereitung an ist sein Offensivkopfball bei Standards, bei dem er von den guten Hereingaben Hilßners und von Haackes profitiert.

Luca Zander ist einer der heute seltenen Kopfballspieler, die zum Ball gehen, statt zu warten, dass er ihnen auf den Kopf fällt. Wirklich überraschend ist seine ausnehmend gute Performance als Rechtsverteidiger. Nicht so schnell und körperlich wie Busch, lässt er diesen jedoch wegen seiner guten Technik und seines cleveren Stellungsspiels vergessen. Zwei wichtige Torvorlagen durch Flanken gegen Erfurt und Dortmund runden das Bild ab. Zander ist ein nicht so hochgewachsener, eher schmächtiger Verteidiger. Er weiß allerdings seinen Körper zu nutzen und profitiert von seiner größeren Beweglichkeit, so dass er sich auch gegenüber den Spielern des älteren Jahrganges Respekt zu verschaffen vermag.

Insgesamt nahm er eine gute Entwicklung. Der Defensivspieler ist allerdings weit vom Herrendasein entfernt und wird im nächsten Jahr mit größerer Verantwortung in der U19 einen weiteren Sprung machen bzw. machen müssen. Bis dahin ist zu hoffen, dass er in der Rückrunde seine Ballsicherheit verbessert und weiter Selbstvertrauen tankt. Seine vorbildliche kämpferische Einstellung und sein Enthusiasmus sollten sich dann auch auf seine Mitspieler übertragen und im Titelkampf helfen.

 

WorumWiki-Profile der Spieler:
Leon Lingerski
Luca Zander

 

WorumBlog-Talentreihe 2013:
Nachwuchs Round-up 2013
Talente, Teil 1: Aycicek, Füllkrug, Röcker & Yildirim
Talente, Teil 2: Marnon Busch & Alexander Hahn
Talente, Teil 3: Lukas Fröde & Marcel Hilßner
Talente, Teil 4: Julian von Haacke & Tobias Schwede

 

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