Werders Nachwuchs-Saison 2011/2012

12.06.12 | von | Kategorie: Werderspiele | 8 Kommentare

Am vergangenen Wochenende machten die U19 und U15 das Triple komplett: alle drei der ersten Werder-Mannschaften, A-, B- und C-Junioren, holten den Bremer Landespokal. Die U19 schlug den Blumenthaler SV mit 2-1, die U15 schlug die C-Jugend des gleichen Vereins mit 2-0. Bereits letzten Monat gewann Werders U17 mit 2-0 gegen den SC Weyhe den Pokal. Für die B-Jugend ist es genauso wie für die A-Jugend ein nicht unwichtiger Erfolg, ist man dadurch doch im DFB-Pokalwettbewerb der jeweiligen Altersklasse qualifiziert.

Doch nur erfolgreich lief diese Spielzeit im Werder-Nachwuchs keineswegs, wir beleuchten die Bilanz der Teams:

U19 (A-Junioren Bundesliga Nord/Nordost)

“Bremen ist mit diesem starken Kader erster Anwärter”, so sagte St. Paulis U19-Trainer Joachim Philipkowski vor Saisonbeginn. Er hatte nicht einmal unrecht, und doch kam es anders. Ganz anders. Anstatt um die beiden Qualifikations-Plätze zur Meisterschaftsendrunde zu kämpfen, war Werders A-Jugend wenige Spieltage vor Schluss in den Abstiegskampf gerutscht.

Am Ende steht mit Platz 8 die schlechteste Platzierung einer Werder-Mannschaft in 25 Jahren A-Junioren-Bundesliga und Vorgängerliga Regionalliga Nord. Auf der Suche nach einer schlechteren Platzierung wird man auch im vorherigen Ligenmodus nicht fündig werden.

Was ging also schief? Chefcoach Mirko Votava: “Zufrieden kann man nicht sein, weil wir unten reingerutscht sind, wo wir gar nicht hinwollten. Aber das ist auf viele Verletzungsprobleme zurückzuführen, und dann gerät man manchmal auch in so eine Situation.”

Ja, hier geht es immer noch um die A-Jugend, nicht um die Profimannschaft. Und während zu Saisonbeginn die Verletzungen von Verteidiger Hüsing und Stürmer Ferfelis aufgefangen werden konnten, folgte danach der Supergau. Nicht nur, dass Özkan Yildirim die gesamte Saison ausfiel, auch Orhan Yildirim und Levent Aycicek mussten nach fünf Spielen ihre Spielzeit für vorzeitig beendet erklären. Damit fehlten gleich drei offensive Mittelfeldspieler.

Votava musste improvisieren, zog Julian von Haacke nach vorne auf die Zehn, doch der hat das Spiel lieber vor sich und durch den Ausfall dreier wirbelnder Offensivkräfte zudem das Manko, im Mittelfeld alleine auf weiter Flur agieren zu müssen. Tobias Schwede war lange Zeit überfordert, kam erst zu Saisonende durch körperliche Weiterentwicklung auf Liga-Niveau. Yannik Jaeschke wurde spät, in der Rückrunde, aus der 2. A-Jugend hochgezogen, machte seine Sache aber gut. Obwohl er vorher fast vier Jahre kein Spiel in der höchsten Spielklasse der B- sowie A-Junioren absolviert hatte, reichten acht Spiele, um in der kommenden Spielzeit in der U23 kicken zu dürfen.

Ansonsten war nicht viel Entwicklung in der Mannschaft zu sehen. Dass im Tor gerade im Vergleich zu den Vorjahren die Qualität fehlte, untermauert auch die Entscheidung Werders, diesen Sommer gleich drei Torhüter, Jahrgang 93, 94 und 95, zu verpflichten.

Hätten beide noch U19 spielen können: Tom Trybull und Florian Hartherz lauschen Thomas Schaaf

Hätten beide noch U19 spielen können: Tom Trybull und Florian Hartherz lauschen Thomas Schaaf

Die Innenverteidigung blieb im Spielaufbau blass, der dynamische und schnelle Busch hatte eine zu hohe Fehlerquote auf seiner rechten Seite, vermisste im Offensivspiel die Yildirims und Aycicek. Auf der Gegenseite ging es für Cimo Röcker im Verlauf der Saison durchaus voran, aber durch kleinere Verletzungen und Krankheiten verpasste er immer wieder Spiele, wurde dann zur U23 hochgezogen und verletzte sich dort, passend zur Saison.

Das wohl größte Problem neben den Verletzungssorgen der Mannschaft bestand im Sturm. Niclas Füllkrug machte nur zwei Spiele, verbrachte den Rest der Saison im Herrenbereich. Oliver Ihnken traf nur dreimal ins Netz, der ohne jegliche Physis spielende Tiziano Lo Iacono gar nur einmal. Dimitrios Ferfelis hatte zwei gute Phasen, erzielte neun Tore, konnte sich aber nicht einmal einen Stammplatz erarbeiten und wird auch nicht in die U23 hochgezogen.

Christos Almpanis spielte sich in die Mannschaft, war an neun Toren in den ersten neun Spielen beteiligt. Danach gelang ihm monatelang nichts mehr, erst ein Doppelpack gegen den HSV Mitte April brachte wieder etwas Zahlbäres. Den Schritt nach vorne, den er während der Spielzeit trotzdem gemacht hat, kann er aber offenbar ohne starken Sturmpartner nicht vollends gehen. Mit sieben Toren und sechs Vorlagen ist Almpanis trotz sehr langer Durststrecke sogar noch Topscorer der Mannschaft geworden.

Die kommende Saison kann nur besser werden. Votava hält sich zurück mit großen Erwartungen: „Wir werden natürlich versuchen, oben dranzubleiben, aber das muss sich alles entwickeln und ist nicht selbstverständlich.“ Er weiß nur zu gut nach dieser Saison: „Man weiß ja auch nie, was auf einen zukommt.“

Im Tor hat man sich mit Kevin Otremba und Eric Oelschlägel verstärkt. Mit den aufrückenden Spielern wie Fröde, Hilßner und Lingerski hätte man nun wieder die beiden Jahrgänge zusammen, die im U17-Finale vor einem Jahr standen. Doch der Außenverteidiger Röcker ist bei der U23 eingeplant, auch Busch soll dort erste Einsätze erhalten. Der Offensivbereich hat bisher nur Zugänge aus der U18, keinen dringend benötigten Externen. Ob der 17-jährige Österreicher Frederic Niederbacher, der beim Pfingstturnier in Stemwede getestet wurde, nicht nur nach Bremen kommt, sondern auch das Torjäger-Manko im Nachwuchsbereich behebt, bleibt abzuwarten.

Viel soll im Bereich Neuzugänge nicht mehr passieren, „höchstens zwei oder drei“ kündigt Votava an, baut ansonsten auf die Aufrücker der U17, U18 sowie der Entwicklung um 94er wie Jakob Zwerschke, für die es um einen Platz in der U23 der Folgespielzeit geht. Einen solchen Platz bereits im Verlauf der kommenden Saison zu ergattern, ist zwar in jedem Falle von Haacke zuzutrauen, dahinter allerdings sind dann schon die Spieler aus dem jüngeren Jahrgang die nächsten Kandidaten.

Platz 8: 26 Spiele (9 Siege, 8 Unentschieden, 9 Niederlagen), 48:43 Tore, 35 Punkte

U18 (A-Junioren Regionalliga Nord)

Die zweite A-Jugend musste in den letzten Wochen der Saison zwar um den Klassenerhalt bangen, erreichte ihn letztendlich aber durch einen Sieg am letzten Spieltag. Damit startet man in der kommenden Saison in die zehnte Spielzeit in der höchstmöglichen Spielklasse für eine zweite Mannschaft, der Regionalliga Nord.

Die von Sasa Pinter trainierte U18 fungiert, anders als die zweite B- oder C-Jugend, als echte zweite Mannschaft. Ergänzungsspieler der U19 sammeln hier Spielpraxis, der feste Kader versucht, sich für die Erste anzubieten. Dies gelang nach Malte Grashoff nun auch Yannik Jaeschke, die es beide sogar zu U23-Verträgen brachten. Jaeschke traf zwar nur zweimal in der Spielzeit, aber das Offensivspiel der Mannschaft war durchaus solide. Drei Stürmer trafen zweistellig: Patrick Lizius und Marc Heineking je elfmal, Alex Ruf steuerte zehn Tore bei.

Bemerkenswert: Insgesamt 40 Spieler setzte die U18 ein. Erstmals kamen nicht nur Spieler aus der U19, U17 und U16 zu einigen Einsätzen, mit Dag, Feye und Washington liefen auch Kicker aus der Breitensport-Sparte, der 3. A-Jugend, auf.

Platz 6: 26 Spiele (10 Siege, 3 Unentschieden, 13 Niederlagen), 54:48 Tore, 33 Punkte

U17 (B-Junioren Regionalliga Nord/Nordost)

Für die B-Jugend lief es nach der Finalniederlage in der Vorsaison dieses Mal nicht so gut. Die Hinrunde war durchwachsen, die im Nachwuchsbereich üblichen Formschwankungen traten dann auf, wenn die Konkurrenz schwächelte und Werder einlud, heranzukommen. Gesiegt wurde vor allem in Situationen, bei denen die Mannschaft keinen Druck von unten hatte und die besser platzierten Klubs punktemäßig noch weit genug entfernt waren. So schwebte die Skripnik-Truppe auf Platz vier ins Ziel. Zwar der klare „Letzte“ der Top Vier um Hertha BSC, Wolfsburg und Hannover 96, aber doch deutlich vor dem Hamburger SV und dem Rest der Liga.

In einer Saison ohne große Verletzungssorgen blieb man zwar ohne die großen negativen Momente, verpasste aber auch, nicht nur in der Tabelle, die wirklichen positiven Ausreißer. Bezeichend die U17-Europameisterschaft, als nacheinander Lukas Fröde, Marcel Hilßner und Leon Lingerski aus dem Turnierkader gestrichen wurden. Alle drei zählten seit knapp zwei Jahren zum festen Kader des Jahrgangs, konnten sich aber nicht in der Stammelf etablieren.

Passend zur Saison blieb dann auch Marcel Hilßner die Torjägerkrone verwehrt, die nach Wolfsburg wanderte. Trotz 19 Treffern des dynamischen Mittelfeldspielers, dessen genialer linker Huf sicherlich die gefährlichste Waffe des Teams darstellte. Freistöße und Schüsse aus der zweiten Reihe sorgten für den Großteil der Treffer und das ständige Ausstrahlen von Torgefahr. Diese hätte Werder auch in den drei Spielen gut gebrauchen können, in denen der Leipiziger gesperrt war: Hilßner hatte sich nach Schlusspfiff des Spieles gegen Osnabrück provozieren lassen und bekam wie sein Streitpartner nach Spielende noch die rote Karte.

Trainer Victor Skripnik hat für die kommende Saison durchaus ansprechende Aussichten. Aus der U16 und U15 kommen siegeserprobte Spieler, die einzigen beiden Verbliebenen aus dem Kader dieser Saison sind mit Christopher Cook und Maximilian Eggestein sogar bereits Stammspieler gewesen. Der bisher einzige externe Neuzugang, Leonard Nauermann vom JFV Norden, gilt als sehr talentierter Mittelfeldspieler.

Platz 4: 26 Spiele (15 Siege, 3 Unentschieden, 8 Niederlagen), 66:37 Tore, 48 Punkte

U16 (B-Junioren Regionalliga Nord)

Die 2. B-Jugend von Werder hat eine andere Funktion als die zweite A-Jugend-Mannschaft. Sie ist hauptsächlich eine Jahrgangsmannschaft, ein Großteil der U15 rückt vorerst hierher auf, noch nicht in die U17. Ab der B-Jugend wird in Bundesligen auf höchster Ebene gespielt, nicht mehr in Regionalligen. Zudem ist nicht nur sportlich, sondern ab diesem vorletzten Nachwuchslevel vor den Herren auch der körperliche Aufstieg ein ziemlich großer. Viele Bundesligateams agieren daher mit einer „Verbindungsmannschaft“ zwischen U15 und U17.

Mit Maik Lukowicz stand daher auch nur ein einziger Spieler des älteren Jahrgangs im diesjährigen U16-Kader. Der Stürmer sicherte sich mit 24 Toren aus 24 Spielen zusammen mit dem Hannoveraner Capin die Torjägerkrone der Liga – der Regionalliga Nord, der höchstmöglichen Spielklasse für diese zweite Mannschaft. Ein Aufstieg ist nicht möglich, ansonsten wäre er für die kommende Saison perfekt gemacht worden, denn die U16 gewann in dieser Saison die Meisterschaft. Vor Eintracht Norderstedt holte man sich den Titel, den der Vorgängerjahrgang im letzten Sommer ebenfalls, erstmals in der Regionalliga, geholt hatte.

Die Mannschaft verkraftete in dieser Saison ohne große Schmerzen den Abgang von Torhüter Kevin Kuhfeld, der in der Winterpause nach Wolfsburg wechselte, sowie die Tatsache, dass mit Lukowicz nur ein starker Stürmer im Kader stand. Da der aber am Fließband traf und die Defensive, extrem eingespielt, Spiel für Spiel funktionierte, kam die Mannschaft nie wirklich aus dem Tritt.

Trainer Marco Grote konnte sich in einer ausgeglichenen Liga über die Titelverteidigung freuen und hofft, dass in der kommenden Saison einige seine Leistungsträger entsprechende Rollen auch in der U17 ausfüllen können. Da aus Altersgründen Lukowicz herausfällt, er geht in den A-Jugendbereich, ruhen die Hoffnungen vor allem auf den Defensivspielern Timo von Holt, Burak Yigit, Bela Prieß und Kapitän Wilko Bruns, Sohn von Jan-Dirk Bruns, der bei Radio Bremen arbeitet und des Öfteren den „Sportblitz“ moderiert.

Platz 1: 26 Spiele (16 Siege, 5 Unentschieden, 5 Niederlagen), 54:32 Tore, 53 Punkte

U15 (C-Junioren Regionalliga Nord)

Nach einem Jahr Abstinenz hat die U15 es wieder geschafft: Sie wurde norddeutscher Meister. Damit kann man in den letzten zehn Jahren auf neun Meisterschaften zurückblicken. Das ist umso erstaunlicher, weil Trainer Thorsten Bolder Jahr für Jahr eine komplett neue Mannschaft zur Verfügung hat. Im Gegensatz zur A- oder B-Jugend spielt in der U15 nur ein Jahrgang, in dieser Spielzeit der 97er.

Bei acht externen Neuzugängen und nur einem Jahrgang war es zumindest kein Wunder, dass nicht sofort ein Rädchen ins Nächste griff. Daher sah es zu Saisonbeginn auch gar nicht nach Meisterschaft aus. Nach sieben Spieltagen hatte man genauso viele Siege wie Niederlagen: drei. Doch dabei blieb es dann für den Rest der Saison.

Bierdusche mit Wasser: Winkler & Co jagen Co-Trainer Markus Fila

Bierdusche mit Wasser: Winkler & Co jagen Co-Trainer Markus Fila

Bolder zeigt sich stolz über das Umschalten seiner Mannschaft: „Das Besondere ist, dass sie schlecht gestartet sind, dass sie sich selber rausgeholt haben aus dem Sumpf und eine super Entwicklung gemacht haben, fußballerisch wie auch persönlich. Das war mir wichtig, ist mir wichtig und wird mir auch wichtig bleiben bei den nächsten Mannschaften.“

Wie aber vor allem diese Mannschaft sich dann präsentierte, zeigte klar, dass kein Zweifel gelassen werden sollte, wer zu Recht Meister wird. Alle drei Teams, gegen die zu Saisonbeginn verloren wurde, bekamen ihre Niederlage im jeweiligen Rückspiel gegen Werder. Standesgemäß wurden beide Spiele gegen den HSV gewonnen, und mit 21 Gegentoren stellte man die beste Abwehr der Liga.

Bolder, schon seit 1999 im Amt, will dabei keinen einzelnen Spieler hervorheben: „Da sind viele Jungs dabei, die charakterlich und fußballerisch super sind. Da jemanden rauszupicken fällt mir schwer.“ Trotzdem gibt es einige, die einen genaueren Blick wert sind. Allen voran Ole Käuper, Kapitän und im erweiterten Kreis der U15-Nationalmannschaft. Ein klassischer 10er der aussterbenden Sorte. Obwohl die Mannschaft vorne mehrere Offensivoptionen hat, agiert der 15-Jährige sichtbar als Denker und Lenker im Mittelfeld.

Nach Ole Käuper sind noch seine Ballabnehmer in der Offensive zu nennen. John Winkler, vor der Saison aus Leipzig nach Bremen gekommen, macht dabei den nachhaltigsten Eindruck und hat sich inzwischen auch in den erweiterten Kreis der Nationalmannschaft gespielt.

Aber auch Stürmer Björn Hakansson (zehn Tore) und Wirbler Leander Wasmus (neun Treffer) tragen Namen, die man sich merken muss. Dazu der starke Torhüter Fabian Klinkmann und vor allem der erst im Winter aus Nordenham verpflichtete Rechtsverteidiger Muhamet Cakoli. Bissig im Zweikampf, körperlich schon sehr weit, offensiv mit starken Flanken und ebenso starken Abschlüssen, wie nicht nur sein sehenswerter 20m-Schuss gegen Lübeck bewies.

Sie werden wohl alle, wie eventuell auch Frank Ordenewitz’ Sohn Niklas (ein Linksverteidiger), in der kommenden Saison in der U17 auflaufen. Währenddessen bekommt Bolder nächstes Jahr wieder einen rundum neuen Kader. Wie schon beim diesjährigen Kader sind dabei mit Luca Horn und Anton Stach vor allem in der Offensive bei den Aufrückern die interessantesten Spieler zu finden.

Bolder lernt also wieder neue Spieler kennen, muss wieder von vorne beginnen. Motivationsprobleme gibt es beim Trainer deswegen aber nicht. „Es macht einfach einen Riesenspaß, den Jugendlichen was zu vermitteln und sie nach vorne zu bringen. Da braucht man sich nicht motivieren, das kommt ganz von alleine.“ Sein Vertrag läuft noch drei weitere Spielzeiten – oder besser gesagt: drei weitere Meisterschaften.

Detail am Rande: als Co-Trainer fungiert seit Jahren Werder-Legende Horst-Dieter Höttges bei der U15.

Platz 1: 22 Spiele (16 Siege, 3 Unentschieden, 3 Niederlagen), 55:21 Tore, 51 Punkte

Wilhelm-Scharnow-Internat

Werder Bremen war 1978 der erste Bundesligaklub, der den Talenten des Vereins eine eigene Bleibe verschaffte. Bis zu 20 Spieler finden Platz im Wilhelm-Scharnow-Internat, die Besetzung der Saison 2011/2012 war:

1993er Jahrgang: Niclas Füllkrug & Alexander Hahn

1994er Jahrgang: Levent Aycicek, Marnon Busch, Tiziano Lo Iacono, Tom Neukam, Felix Robrecht, Cimo Röcker, Orhan Yildirim & Jakob Zwerschke

1995er Jahrgang: Lukas Fröde, Marcel Hilßner & Leon Lingerski

1996er Jahrgang: Christopher Cook, Maximilian Eggestein & Gunnar Niemann

1997er Jahrgang: Leander Wasmus & John Winkler

Als Nachrücker für die Ausziehenden und erster 1998er ist bisher Stürmer Anton Stach (aus der Werder U14) bekannt.

Deutsche U-Nationalspieler

Niclas Füllkrug wurde in seinen 7 Länderspielen 5mal "nur" eingewechselt, erzielte aber auch 3 Jokertore.

Niclas Füllkrug wurde in seinen 7 Länderspielen 5mal "nur" eingewechselt, erzielte aber auch 3 Jokertore

In dieser Saison gab es leider keine Einsätze für Werderspieler bei Europa- oder Weltmeisterschaften. Bis auf Florian Hartherz spielte auch keiner der Nachwuchskicker eine konstant wichtige Rolle bei den U-Teams des DFB. Die Bilanz:

U21: Felix Kroos (1 Spiel / 0 Tore)

U20: Lennart Thy (6/1), Florian Trinks (5/0), Bernd Düker (1/0), Clemens Schoppenhauer (1/0)

U19: Florian Hartherz (8/0), Niclas Füllkrug (7/5), Tom Trybull (2/0)

U18: Cimo Röcker (2/0), Julian von Haacke (1/1)

U17: Marcel Hilßner (11/1), Leon Lingerski (8/0), Lukas Fröde (7/0), Luca Zander (1/0)

U16: Christopher Cook (1/0)

U15: Ole Käuper (2/0), John Winkler (2/0)

Für ausländische U-Teams im Einsatz waren bzw. zu Lehrgängen berufen wurden: Francois Affolter (Schweiz U21), Aleks Ignjovski (Serbien U21), Karlis Plendiskis (Lettland U19), Orhan Yildirim (Türkei U18), Christos Almpanis (Griechenland U18), Herman Puhmann (Slowenien U18) & Maik Lukowicz (Polen U17).

 11 Anekdoten, Infos & Sonstiges

1 – Leander Wasmus spielte in dieser Saison Pflichtspiele für gleich vier Bremer Mannschaften: 1x U14, 21x U15, 3x U16 und 1x U17.

2 – Am 27. November stand Torhüter Niklas Kuschkowitz erstmals bei einem Pflichtspiel der U19 im Kader. Er sah zwar das Spiel von der Bank, bekam aber wegen Meckerns vom Schiedsrichter die gelbe Karte.

3 – Im sonnigen Mai verlor Werders U19 mit 1-2 in Hannover gegen 96. Torhüter Hannes Frerichs bekam wegen einer vermeintlichen Notbremse die rote Karte, was Trainer Votava überhaupt nicht gefiel. Wegen des Wetters. „Der Schiedsrichter hat heute das Spiel entschieden. Bei dieser Hitze in der 43. Minute Rot zu zeigen, muss nicht sein. Da kann man mehr Fingerspitzengefühl beweisen.”

4 – Brüderpärchen im Werder-Nachwuchs: Stavros (U18) und Christos (U19) Almpanis, Aljoscha Lartey (U23) und Julian-Kolja (U19) Hyde sowie Karlis (U19) und Kaspars (U18) Plendiskis.

5 – Alex-Christian Ruf absolvierte nur ein Spiel in der U19, im November in Rostock. Er stand dabei nur 13 Minuten auf dem Platz. Effektiv aber liest sich sein Leistungsnachweis: ein Spiel, ein Tor, eine Vorlage.

6 – Tom Neukams Name ist kurz und leicht zu merken. Tiziano Pietro Bastós Lo Iacono Mayanga ist dagegen etwas schwerer zu wiederholen.

7 – Lo Iacono ist auch der einzige Spieler im Werder-Nachwuchs, dessen Daten einen Wechsel mehr aufweisen als einen Einsatz: 22 Spiele, 12x eingewechselt, 11x ausgewechselt. Beim Heimspiel gegen Hannover 96 kam er zur Halbzeit und ging nach einer halben Stunde wieder.

8 – Erfolgreicher als auf dem Platz war die U19-Garde in der Schule. Die Spieler wie bspw. Cimo Röcker bestanden allesamt ihre Abiturprüfung.

9 – Anfang des Jahres bekam Werder erstmals nur zwei und nicht drei Sterne für das Nachwuchsleistungszentrum von der DFL. Umbaumaßnahmen und schlechte Durchlässigkeit zu den Profis in den Vorjahren seien der Grund, Werder gab daraufhin auf eigene Kosten eine Nachzertifizierung in Auftrag. Nicht uninteressant: auch Dortmund, Schalke und der FC Bayern bekamen „nur“ zwei Sterne. Hannover 96, weiterhin noch in der Aufbauphase in dem Bereich, blieb sternelos.

10 – Bei einem Testspiel der U19 gegen Bayer Leverkusen im Oktober des letzten Jahres sorgte Votava für einen Lacher. Werder richtete das Spiel aus, so konnte der Trainer dem Schiedsrichter nach ein paar fragwürdigen Entscheidungen gegen Werder meckernd und zwinkernd zurufen: „Erinner’ dich mal, wer dich hier bezahlt!“

11 – Der Freak Accident der Saison widerfuhr U19-Verteidiger Karlis Plendiskis. Am 10. März im Spiel bei Union Berlin wirkte ein Zusammenprall mit einem Gegenspieler erst noch nicht so schlimm. Im Mannschaftsbus wurden die Schmerzen aber größer, es ging ins Krankenhaus. Und das blieb auch fast einen Monat sein Zuhause, denn die Diagnose lautete: Nierenriss. Mittlerweile ist der Deutsch-Lette wiederhergestellt, stand am letzten Spieltag der Saison auch wieder im Kader.

U19: Verletzungen und ihr Timing

Es waren, wie oben erwähnt, nicht gerade wenige Spieler der U19, die Verletzungsprobleme hatten. Doch bei den fünf folgenden Spielern war auch der Zeitpunkt jedes Mal so schlecht wie möglich:

Levent Aycicek: Alles begann am 24. September des letzten Jahres. Nach gut einer halben Stunde verließ Aycicek den Platz, hatte sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Zum Ende der Saison war die Verletzung ausgestanden, ein Testspieleinsatz bei den Profis folgte, bevor die Verletzungsseuche wieder zuschlug. Am 11. Mai, während des Trainings. Und leider wieder am gleichen Knie, wo das Kreuzband riss. Entsprechend lautete die Diagnose: Bündelverletzung des Kreuzband-Transplantats. Als Zugabe gab es noch eine Verletzung des Innenmeniskus. Rund vier Monate Ausfallzeit sind veranschlagt.

Levent Aycicek: nichtmal der größte Pechvogel der Saison

Levent Aycicek: nichtmal der größte Pechvogel der Saison

Ayciceks Kreuzbandriss im September verhinderte nicht nur, dass der kleine Wirbler schon in der Rückrunde bei den Profis aufgrund der Fehlzeiten der offensiven Mittelfeldspieler Ekici, Hunt und Marin sein Bundesliga-Debüt hätte feiern können, sie kam auch für die U19 doppelt tragisch.

Orhan Yildirim: Seine Verletzung war der Grund der doppelten Tragik von Ayciceks Kreuzbandriss. Denn auch der zweite Offensivwirbler der U19 bestritt nur fünf Partien. Bei ihm wurde lange untersucht, zunächst sogar davon ausgegangen, dass es gar nicht so schlimm sein kann. Letztendlich war es eine Schambeinentzündung, die bis zum letzten Spieltag nicht vollständig abgeklungen war.

Özkan Yildirim: Weil die beiden U19-Offensiven fehlten wäre es umso wertvoller gewesen, wenn Özkan Yildirim schnell fit geworden wäre, um zumindest seine ersten Partien der Saison bei den A-Junioren zu spielen. Doch daraus wurde nichts, Yildirim fiel die komplette Spielzeit aus, bestritt auch keine Testspiele, war nur wenige Momente überhaupt in dieser Saison im Mannschaftstraining. Und das war am ersten Tag der Profivorbereitung, wo er sich einen Haarriss im Wadenbein zuzog. Als er dann beinahe wieder genesen war schlug das Schicksal erneut zu: ein Außenmeniskus-Anriss grüßte unfreundlich, eine Operation wurde notwendig. Schwierigkeiten bereitete der Meniskus übrigens auch schon im April, später musste er deswegen die EM-Qualifikation der U19 sausen lassen.

Bis heute halten die Knieprobleme an, im Winter war noch nicht abzusehen, wann er wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren könnte. Probleme machten vor allem Schmerzen an der Kniescheibe.

Wie es mittlerweile aussieht? Werders Mediendirektor Tino Polster sagte auf Worum.org-Anfrage: „Er befindet sich in Bremen im Rehaprozess, macht laut Dr. Dimanski kleine, aber spürbare Fortschritte.“ Und zumindest gibt es nun wieder einen Rückkehr-Termin am Horizont: „Wenn alles normal läuft, könnte Özkan gegen Ende August wieder ins Teamtraining zurückkehren“, so die Aussage vom Mannschaftsarzt, Dr. Götz Dimanski.

Julian von Haacke: Aufgrund der Verletzungen der beiden Yildirims und Aycicek spielte von Haacke weiter vorne als seinem Spiel eigentlich zusagte, aber dennoch gelang es ihm, eines seiner Ziele für diese Saison zu erreichen. Wenn auch mit starker Verspätung gelang dem Mittelfeldspieler der Sprung in den U18-Kader von DFB-Coach Christian Ziege. Bis März konnte er sich nur für einen Lehrgang, nicht aber für die Länderspiele empfehlen, am 22. März war es dann aber endlich soweit, der erste Einsatz stand an. Bei der 2-3 Niederlage gegen die Franzosen spielte er die komplette Spielzeit und traf zum zwischenzeitlichen 1-1.

Doch anstatt weiterhin mit der DFB auf Reisen zu gehen folgten kürzere Ausflüge: zum Doktor. Denn nur zwei Tage nach dem Länderspiel zog sich von Haacke bei einer Attacke eines Gegenspielers im Spiel gegen Hertha 03 Zehlendorf einen Bänderriss zu. Doch da bei Werder Verletzungen nicht in einfacher Ausführung kommen hatte er danach noch mit Adduktorenproblemen zu kämpfen.

Cimo Röcker: Auch für den Linksverteidiger war der Zeitpunkt der Verletzung unglücklich. Da war der 18jährige im März gerade in die Startelf der U23 gerutscht, sollte sich bis Saisonende so viele Spielminuten wie möglich auf Drittliga-Level holen. Ein Tritt an den Knöchel sorgte beim Spiel in Jena aber bereits nach 40 Minuten für eine verletzungsbedingte Auswechslung. Während Röcker nur mit maximal einem Monat Ausfalldauer rechnete und konservative Behandlungen folgten, hatte das Verletzungsproblem andere Gedanken und setzte sich durch. Bis zum Saisonende fiel der Abwehrspieler aus, weil sich ein Ödem an der verletzten Stelle gebildet hatte.

Zum Abschluss noch etwas Positives: In den weiteren Jugendteams hielten sich die Verletzungen glücklicherweise in Grenzen.

Werder Bremen vs. Hamburger SV

Auch im Nachwuchsbereich ist das Duell gegen den Hamburger SV schon etwas Besonderes, in den Spielen der U17 oder auch der U19 geht es durchaus hoch her. Die diesjährige Bilanz der Aufeinandertreffen:

U19: In der Hinrunde verlor man das Heimspiel (live auf tv.dfb.de übertragen) mit 1-3, nachdem man sechs Wochen vorher bereits im DFB-Pokal-Achtelfinale dem HSV mit 1-2 nach Verlängerung unterlag. In der Rückrunde glückte die Revanche: Mit 4-1 gewann die Votava-Elf in Hamburg, der HSV stürzte aus den Qualifikationsrängen für die Meisterschafts-Endrunde. Lange, sehr lange sogar, war die Hamburger A-Jugend auf Platz 1 um am Ende doch mit leeren Händen dazustehen. Platz 3 hieß es am Ende für die Rothosen, auch wenn die Grünweißen nur auf Rang 8 landeten.

U17: Die Bremer B-Jugend gewann das Heimspiel gegen den HSV, gleichzeitig der Saisonauftakt, mit 4-0. Das Rückspiel allerdings ging mit 1-3 in Hamburg verloren. Werders Platzierung, Rang 4, war genau vor dem Hamburger SV.

U16: In Hamburg spielten die Bremer 1-1, im Rückspiel gelang ein 3-2 Erfolg. Werders U16 wurde Meister, der HSV landete auf Rang 7.

U15: Das Hinspiel im September gewann Werder mit 1-0 in Hamburg, im Rückspiel gab es ein 4-1. Damit ist die C-Jugend die einzige Mannschaft, die diese Saison wie die Profis beide Partien ihrer Spielklasse gegen den Nordrivalen gewann. Werders U15 wurde Meister, der HSV kam auf Platz 4.

Die Bilanz der Nachwuchsteams (5 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen) ist zwar positiv, aber so schlecht wie seit Langem nicht mehr. Immerhin landeten bis auf die U19 alle Teams vor dem HSV – und die A-Jugend machte dieses Manko durch aktives Versauen der HSV-Spielrunde wett.

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