Die Gerüchteküche XVII

24.05.11 | von | Kategorie: Gerüchte | Ein Kommentar

Sokratis: Der Grieche mit dem unaussprechbaren Nachnamen war eine Defensivverstärkung, die man sich in Bremen wünscht, oder seit heute: gewünscht hat. Denn der Innenverteidiger kommt wohl nicht nach Bremen. Zwar wurde Klaus Allofs am Samstag noch mit „Wir haben weiter großes Interesse“ in der Kreiszeitung zitiert, jedoch wurde heute nach einer Verhandlungsrunde zwischen dem AC Milan und Genoa CFC vom Präsident der Mannschaft aus Genua bestätigt: Sokratis wechselt zurück zu dem Klub, von dem der italienische Meister ihn letzten Sommer verpflichtet hatte. Im x-ten Deal der Transferrechte von Spielern zwischen den beiden Klubs sind laut italienischen Medien insgesamt acht(!) Spieler involviert. Dass Sokratis von Genua nun weiterverkauft oder verliehen wird ist sicher nicht auszuschließen, da der Klub laut Presseberichten Transferrechte an über 30 Spieler besitzt, die aktuell nicht in Genua spielen. Deutlich wahrscheinlicher ist jedoch, dass Sokratis bei seinem Ex- und Jetztwieder-Klub der gesuchte neue Innenverteidiger ist.

Lukas Schmitz: bestätigen wollte Klaus Allofs das Interesse bei der Ekici-Verpflichtung nicht, dementiert wurde allerdings ebenfalls nicht bzw. klingt anders. Nach Gerüchten aus Fankreisen (Worum-Blog vom 9.5.) berichtete am Freitagabend auch die Bild davon, dass Schmitz bereits in Bremen war. Dessen Berater, Tobias Sander, dementierte die Gerüchte damals gegenüber Worum.org nicht, verwies nur auf die aktuelle Sachlage: “Nach derzeitigem Stand gehen wir davon aus, dass Lukas auch in der kommenden Saison bei Schalke spielen wird.” Ein Dementi klingt anders. Via Social Testroet-Networking hat sich Schmitz von einem anderen Bundesligaspieler nun auf Nachfrage zum möglichen Werder-Wechsel entlocken lassen: “Entscheidung ist noch nicht gefallen”.

Didac Vila: der spanische Linksverteidiger durfte nach kompletter Kaderabwesenheit während seiner Milan-Zeit am Wochenende sogar von Beginn an im unwichtigen letzten Saisonspiel auflaufen. Der AC Milan bietet ihn wie wild in Europa an, um einen passenden Leih-Klub zu finden, der Vila möglichst viel Spielpraxis in der kommenden Saison verpassen kann. Laut spanischen Medien haben sich die Italiener mit Espanyol Barcelona geeinigt. Der Klub, von dem sie ihm im Januar erst gekauft hatten. Der Spieler allerdings hat einem Sokratis-Move noch nicht zugestimmt. Was ihn aus Werdersicht nicht gerade interessanter macht: laut italienischen Medien besteht Milan derzeit darauf, ihn ohne Kaufoption zu verleihen.

Florian Hartherz: aus verschiedenen Richtungen, darunter auch der ein oder andere seines eigentlich neuen Arbeitgebers hieß es vor einem Monat noch: der Defensivspieler wechselt im Sommer zum SV Werder. Nun allerdings ist der Wechsel, anders als der von Teamkollege Leon Henze, wieder in der Schwebe. Den VfL Wolfsburg wolle er zwar demnach immer noch verlassen, aber ob der neue Arbeitgeber wirklich Werder Bremen wird ist fraglich. Noch unentschlossen sei er, ein Wechsel zurück in die Heimat nach Hessen sei nun favorisiert. Hartherz hatte immerhin schon sechs Jugendvereine, einer davon ist Eintracht Frankfurt, von wo aus er 2009 nach Wolfsburg kam. Dahin könnte es nun zurückgehen. Heißt es. Warum der Umschwung? Man kann nur spekulieren. Die veränderten Situationen im Vergleich zu dem Stand vor einem Monat? Eintracht Frankfurt spielt nun zweite Liga, hat links defensiv Bedarf. Es ist einfacher, in den Profikader eines Zweitligisten zu kommen als in den eines Erstligisten. Zudem stieg Werders U23 ab, spielt nun, wie Frankfurts und Wolfsburgs Reserve, nur noch in der Regionalliga. Zumindest momentan, denn nachdem Ahlen seit heute definitiv nicht mehr dritte Liga spielen wird und Babelsberg mächtig wackelt scheint der Klassenerhalt des Bremer Nachwuchses sehr nah. Könnte das nun wieder die Tendenz bei Hartherz ändern?

Hinzu kommt sicher eine heikle Situation bei den “Bereits-Bremern”. In der U23 hätte Hartherz Konkurrenz auf der Linksverteidiger-Position mit Marcus Mlynikowski (spielte im vorletzten Profi-Testspiel). Dies ist jedoch zu verschmerzen, ist der eine defensivstark, der Andere vor allem offensiv. Problematisch dürfte es aber bei der Konkurrenz in der U19 sein, in der Hartherz noch ein Jahr spielen dürfte. Sein Konkurrent dort ist ab nächster Saison Cimo Röcker, der in der U17-Nationalmannschaft Stamm-LV ist. Hartherz ist Stamm-LV der U18. Röckers Nachwuchsvertrag läuft 2012 aus und er ist dem Vernehmen nach nicht sonderlich erfreut gewesen, als er davon hörte, dass Werder auf seiner Position Verstärkung holen will. Insbesondere, da beide nur einen Geburtsjahrgang auseinander sind. Obwohl beide Spieler auch mittelfristig Perspektive auf den Positionen innen (Defensives Mittelfeld sowie Innenverteidigung) haben, könnte hier der drohende Verlust von Röcker aus Bremer Sicht für ein Umdenken gesorgt haben. Gibt es also doch keinen Nachwuchs-LV-Overkill?

Oscar Lewicki: der schwedische U21-Nationalspieler hat ein Vertragsangebot des FC Bayern abgelehnt und sucht einen neuen Klub. Der 18jährige Defensivallrounder war Stammspieler in der U23 der Bayern, die als Tabellenletzter aus der dritten Liga abstieg. In der Jugend spielte Lewicki als Innenverteidiger, bei den Profis zuerst als Außenverteidiger und dann vor allem im defensiven Mittelfeld. Aufgrund seiner Größe (knapp 1,80m) ist seine Zukunft zumindest nicht Innen. Um den Schweden buhlen diverse Erst- und Zweitligisten, auch Werder Bremen. Eine Chance dürfte man wohl nur dann haben, wenn man mit der eigenen U23 in der dritten Liga bleiben kann. Ein Wechsel nach Bremen erscheint aufgrund der großen Konkurrenz und der dort möglichen Spielpraxis derzeit unwahrscheinlich.

Jose-Alex Ikeng: der defensive Mittelfeldspieler hat einen neuen Klub, er unterschrieb einen Vertrag bis 2013 beim Zweitligisten FC Ingolstadt.

Aleks Stevanovic: der jüngere Bruder von Werderprofi Predrag ist auf dem Weg zum SV Werder. Der 19jährige Mittelfeldspieler spielte zuletzt in der U19 vom FC Schalke, wurde nach den ersten Gesprächen mit den Bremern von Neu-Trainer Ralf Rangnick im Profitraining genauer unter die Lupe genommen und es gab dem Vernehmen nach auch das Bestreben, ihn zu halten. Daraus scheint nichts zu werden, es sind nur noch letzte Details zu klären, bevor es zu einer Brüdervereinigung in Bremen kommt. Aleks ist ein ähnlicher Spielertyp wie sein Bruder Predrag, hat jedoch das Spiel gerne noch mehr vor sich und kann entsprechend nicht nur zentral-offensiv sondern auch bspw. als Achter in einer Doppel-Sechs agieren.

Niklas Andersen: er wird den Verein im Sommer verlassen, wurde von der U23 bereits verabschiedet. Interesse am Verteidiger hat der VfL Osnabrück.