Die Zukunft des Kaders

29.12.10 | von | Kategorie: Gerüchte | 2 Kommentare

Viele Fragezeichen, wenig sichere Zukunft. Beim Personal wie in der Tabelle. Die Bestandsaufnahme des Kaders nach Almeida-Abgang bietet Baustellen en masse für den Sommer. Und mit Vranjes, Husejinovic und diversen Vertragsverhandlungen auch genug für den Winter.

Ein Blick auf den gegenwärtigen Kader gibt es in Teil 1 der letzten Blogartikel des Jahres:

Sportinvalidität droht: Naldo ist das Lächeln vergangen

Sportinvalidität droht: Naldo ist das Lächeln vergangen

Tor:

Tim Wiese (Vertrag bis 2012): im Winter soll es (wieder mal) Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung geben. Mit 29 ist der Nationalspieler in einem guten Torwartalter, könnte nochmals zwei Jahre Laufzeit auf seinen Vertrag packen. Dürfte allerdings dank zu erwartender Champions League-Abstinenz keine wirkliche Gehaltserhöhung verlangen. Um mögliche Interessenten für einen Abgang ist seit längerer Zeit sehr, sehr ruhig geworden.

Christian Vander (2012): seit März 2010 fällt Vander mit einer Schambeinentzündung aus, ist aktuell im Aufbautraining. Dürfte im Verlauf der Rückrunde wieder in den Kader zurückkehren und wird wohl als einer von zwei “Nummer 2″-Torhütern im Kader bleiben, kann dadurch bspw. Mielitz zu Spielpraxis in der U23 verhelfen und für ihn die Bundesligabank drücken.

Sebastian Mielitz (2012): dank Vander-Verletzung nicht nur wieder zu Profieinsätzen gekommen sondern deswegen auch unverkäuflich. Könnte im Sommer eventuell ein Leihkandidat werden, um anderweitig Spielpraxis bspw. in Liga 2 zu sammeln. Daher auch eher ein Kandidat für eine vorzeitige Verlängerung denn für einen Verkauf.

Felix Wiedwald (2012): knapp ein Jahr jünger als Mielitz, wird voraussichtlich auch nächstes Jahr die Nummer 1 der U23 geben.

Abwehr:

Sebastian Boenisch (2011): Kam dank Knorpelschaden nur zu einem Bundesligaeinsatz in der Hinrunde. Wann genau er wieder zurückkommt ist fraglich. Erste Gespräche um eine Vertragsverlängerung gab es im Sommer, aufgrund der Verletzung sowie einer geplanten Neuverpflichtung spätestens im Sommer ist einerseits fraglich, wie groß Werders Interesse an Boenisch ist, andererseits wird er selber aber nicht wirklich auf sich aufmerksam machen können. Sieht man allerdings die linke Seite ohne Boenisch wünscht man sich den polnischen Nationalspieler dringend wieder zurück.

Petri Pasanen (2011): sorgt nie für Ärger, aber mittlerweile auch nicht mehr wirklich für große Leistungen. Dank auslaufendem Vertrag bietet sich hier ein Kaderplatz für eine Erfrischung an. Klaus Allofs verriet bereits, dass mit Pasanen im Winter keine Gespräche über eine Verlängerung geführt werden. Was soviel heißt wie: wir würden gerne jemand anderes holen, könnten aber bei entsprechender Leistung von Petri und ebenso entsprechend schlechter Marktsituation bei Transferkandidaten doch noch mal um zwei Jahre verlängern.

Naldo (2013): sehr guter Spieler, lange Vertrag, glücklich in Bremen. Was will man mehr? Einen gesunden Naldo natürlich. Allerdings halten sich trotz Dementi von allen Seiten die Gerüchte sehr hartnäckig, dass die Sportinvalidität realistischer ist als eine Rückkehr in der Rückrunde.

Clemens Fritz (2012): nach Leistungsloch in der Saison 2008/2009 ist er seit anderthalb Jahren in Leistung und Einsatz der wohl konstanteste Bremer und einer der besten Rechtsverteidiger der Liga. Sein kürzliches Bekenntnis zu Werder dürfte darauf hindeuten, dass im Sommer eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2014 realistisch ist. In dem Jahr wäre dann wohl auch aufgrund Fritz’ kraftaufwendigen Spiels der passende Zeitpunkt einer Neuregelung für seine rechte Seite in der Viererkette.

Sebastian Prödl (2012): setzt er sich in der Rückrunde besser in Szene dürfte eine vorzeitige Verlängerung im Sommer folgen. Auch bei ähnlichen Leistungen scheint das allerdings aktuell realistisch, da man bei zu erwartendem Abgang von Mertesacker sowie Fragezeichen bei allen anderen IV-Kandidaten nicht auch noch den letzten verbliebenen Spieler abgeben würde.

Niklas Andersen (2012): oft und oftmals länger verletzt, dazu in Liga drei nicht mit überzeugenden Leistungen. Als Thomas Schaaf sich für das Tottenham-Spiel zwischen Innenverteidiger Schmidt und Linksverteidiger Andersen für einen Linksverteidigerposten entscheiden musste fiel die Wahl auf Schmidt. Ohne Wunder ist der Zug für Andersen wohl abgefahren, ein Wechsel im Sommer möglich. Allerdings dank chronischem Außenverteidigermangel bei Werder auch mehr als realistisch, dass er sein letztes Vertragsjahr noch in der U23 verbringt.

Per Mertesacker (2012): eigentlich möchte man ihn halten und am Besten im Winter mit ihm verlängern. Andererseits würde man lediglich im Sommer noch mal die Möglichkeit bekommen, für ihn eine gute Ablöse zu bekommen. Das Geld wird man wohl brauchen, zumal Merte selbst mit einem Auslandswechsel liebäugelt. Und einem, der laut Vater Stefan langfristig eingefädelt ist. Im Sommer gibt es kein Nationenturnier, vor dem Sommer wird er Vater. Time to say goodbye?

Mikaël Silvestre (2012): für den Winter ist er allein wegen der vielen Verletzten wohl noch kein Abgangskandidat. Im Sommer muss man sich allerdings ernsthaft Gedanken machen, ob eine Abfindung samt Briefmarke für das Hinterteil nicht das Beste für beide Seiten wäre.

Der Aufsteiger der Hinrunde: Dominik Schmidt

Der Aufsteiger der Hinrunde: Dominik Schmidt

Dominik Schmidt (2011): es ist nicht lange her als beidseitig die Zeichen auf Trennung standen. Dann folgte dank Verletztenmisere die Beförderung in die Profi-Stammelf und sechs Spiele über die volle Distanz. Seitdem wollen beide Seiten noch in diesen Tagen den Vertrag verlängern.

Leon Balogun (Amateur): Balogun ist einer von drei Spielern im “erweiterten Profikader”, wird aller Voraussicht nach auch nächste Saison Nachrücker für die Profis sein.

Timo Perthel (Verliehen): sticht beim Tabellenzweiten in Österreich weder positiv noch negativ heraus, seine Zukunft wird auf der halbwegs neuen Position erst in der Rückrunde entschieden.

Mittelfeld:

Philipp Bargfrede (2014): trotz schwacher Hinrunde ist Bargfredes Kaderplatz sicher.

Aaron Hunt (2014): ähnlich wie Bargfrede ist der Kaderplatz sicher.

Daniel Jensen (2011): der Vertrag des verletzungsanfälligen Dänen läuft aus. Vom Spielertypen und seinen Stärken eigentlich ein wichtiger Spieler, aber dank Verletzungen und folgender Nicht-Form deutet alles auf einen Abgang hin. Zumal der mittlerweile 31jährige auch nicht schlecht verdient. Für alte Spieler mit viel Gehalt, die der Mannschaft selten helfen können ist allerdings kein Platz mehr. Bzw. ist man dort bereits überfüllend besetzt.

Wesley (2014): wie bei Hunt und Bargfrede ist der Kaderplatz sicher, Abgangsdiskussionen oder Verlängerung stehen nicht an.

Jurica Vranjes (2011): der Kroate möchte nach einem halben Jahr U23-Training und null Spielpraxis den Verein im Januar verlassen. Ob sich ein passender Klub findet? Fraglich, aber möglich. Ansonsten sei er laut letzten Aussagen für eine Vertragsauflösung offen. Natürlich mit entsprechender Abfindung. Im Sommer ist die Akte Vranjes so oder so geschlossen, Ende Januar wird sie das aber wohl vorzeitig.

Torsten Frings (2011): der Kapitän und Topverdiener und die Frage, ob er noch ein Jahr bei Werder weiterspielt. Allofs und Schaaf gaben bekannt, dass man mit ihm verlängern möchte. Auch wenn Gerüchten zufolge nur mit deutlichen Gehaltseinbußen. Frings würde das auch gerne, ließ zuletzt aber auch durchblicken, dass er noch nicht wisse, ob er weitermachen möchte. Allofs interpretierte das als taktische Aussage. Überhaupt scheint aber jede Aussage von beiden Seiten Taktik, um im “Guten” zu scheiden, falls es doch nicht weiter geht. So kann Werder sagen: wir wollten ihn natürlich behalten. Und Frings kann die Abgangsentscheidung für sich beanspruchen.

Said Husejinovic (2012): er kam zum Ende der Hinrunde noch zu drei Einsätzen, bleibt aber trotzdem ein Abgangskandidat. Egal ob zur Leihe oder zum Verkauf. Fraglich allerdings, ob Huse sich nicht nun wieder “nah an der ersten Elf” sieht und die Lust auf einen Wechsel vergangen ist. Das Interesse an einem Wechsel zumindest bisher nicht sonderlich hoch. Die Anzahl der Interessenten auch nicht.

Einer der wenigen Spieler, die man ganz sicher auch nächste Saison im Werdertrikot sehen wird: Wesley

Einer der wenigen Spieler, die man ganz sicher auch nächste Saison im Werdertrikot sehen wird: Wesley

Marko Marin (2013): sollte spätestens in der nächsten Saison frühzeitig den nächsten Schritt machen, um dann einmal vorzeitig zu verlängern und ähnlich wie Özil ein Turnier (EM 2012) nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen und zu wechseln. Allerdings wie gesagt bitte vorher verlängern.

Jose-Alex Ikeng (2011): öfter verletzt als Jensen und zudem noch mit Disco-Schlagzeilen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, eine Entwicklung war aufgrund der vielen Verletzungen nicht möglich. Eine Weiterbeschäftigung hat unter diesen Aspekten sowie der Tatsache, dass er ab kommender Saison für die zweite Mannschaft ein Ü23-Spieler wäre, eine Chance von unter einem Prozent.

Tim Borowski (2012): Als der Abwärtsstrudel begann war Boro längst mit einer Sprunggelenksverletzung in der Reha. Für die Reise nach Belek ist er wieder fit, vom Spielertyp hat er zu Recht seinen Platz im Kader. Von den Leistungen her jedoch ein Abgangskandidat für den Sommer. Allerdings erscheint es unwahrscheinlich, dass sich ein passender Abnehmer findet. Der Kreis der Kandidaten wäre aus Gehaltsgründen wohl auch auf bspw. Griechenland und die Türkei eingeschränkt. Mit einer Abfindung würde man ihn eher nicht gehen lassen, jedoch ist das Ziehen der Option auf ein weiteres Vertragsjahr bis 2013 noch unrealistischer.

Onur Ayik (2012): im Januar wird der Offensivspieler 21 und dürfte im Sommer aus aktueller Sicht eher ein Kandidat zum Verleihen sein als fest zum Profikader zu gehören oder gar verkauft zu werden.

Kevin Schindler (2012): Belek kommt für den Langzeitverletzten noch zu früh, genauso wie Prognosen über seine Zukunft.

Florian Trinks (Amateur): nach Schambeinentzündung und einer Abwesenheit von knapp neun Monaten ist der U17-Europameister wieder im Training, wird wohl auch mit Belek reisen. Vom Amateur zum Profi geht es dann ebenfalls.

Felix Kroos (2013): der 19jähige wird nach starker Sommervorbereitung zum offensiven Mittelfeldspieler umgeschult und an die Profis rangeführt. Sein Platz bei den Profis für die kommende Saison ist sicher. Wie gut der Platz sein wird, liegt an seiner Rückrunde.

Peter Niemeyer (Verliehen): bei Aufstieg von Hertha BSC greift automatisch die Kaufklausel. Und der Aufstieg des Favoriten ist wahrscheinlich.

Seine Tore und heile Muskeln werden benötigt: Claudio Pizarro

Seine Tore und heile Muskeln werden benötigt: Claudio Pizarro

Sturm:

Claudio Pizarro (2012): der Peruaner ist frei von jeglicher Kritik. Die Muskeln seiner Oberschenkel hingegen …

Sandro Wagner (2014): musste öfter ran als vielen lieb war. Zeigte bis auf das letzte Hinrundenspiel gegen Kaiserslautern rein gar nichts. Muss in der Rückrunde dringend mehr anbieten, sonst könnte es im Sommer schon mit seiner Zeit in Bremen vorbei sein.

Pascal Testroet (2012): ähnlich wie Ayik hängt seine Zukunft and er Rückrundenentwicklung. Auch eher ein Kandidat für eine Leihe denn einen Verkauf.

Lennart Thy (Amateur): der Dritte im Bunde im erweiterten Kader, Werder setzt auf das Talent des 18jährigen, in Kürze wird auch er auch auf dem Papier offiziell Profi sein.

Marko Arnautovic (2014): die Anlaufzeit ist vorbei, in der Rückrunde ist es Zeit für konstantes Abrufen des Talents.

Markus Rosenberg (Verliehen): Rosi brachte die Champions League. Und ging dann nach Spanien, wo er im Gegensatz zu seiner letzten Saison gute Leistungen zeigt. Auch der Marktwert hat sich dadurch erholt, eine Rückkehr im Sommer erscheint derzeit nicht wahrscheinlich.

Marko Futacs (Verliehen): der 20jährige hatte einen ansehnlichen Start in Ingolstadt, findet sich aber mittlerweile auf der Bank wieder. Fraglich, ob man ihn im Sommer nochmals verleiht, zurückholt oder doch verkauft.

John Jairo Mosquera (Verliehen): spielerisch macht sich der in Kürze 23jährige in Liga zwei durchaus gut, ist allerdings so dermaßen abschlussschwach, dass eine Zukunft in Bremen unrealistisch scheint.

In Kürze geht’s weiter mit Teil2: den Kuriositäten aus dem Transfersommer 2010 sowie Teil3: Gerüchten und Neuzugangskandidaten.