Zum Saisonstart: Alles zu Werders U19

13.08.10 | von | Kategorie: Allgemeines | Ein Kommentar

Am heutigen Samstag beginnt um Punkt zwölf Uhr die neue Saison des Bremer U19-Teams. In Berlin trifft man auf Hertha BSC, der trotz traditionell guter Jugendarbeit die letzte Saison nur auf Rang sieben beendete. Werder belegte Rang fünf, was zwar zwei Positionen besser als das Abschneiden der Hertha war, allerdings auch das schlechteste Abschneiden einer Werder U19 seit es die Junioren-Bundesliga in ihrer aktuellen Aufteilung gibt. Und das sind immerhin sieben Spielzeiten, in denen sich Werder vorher sechs Jahre lang zwischen Platz 1 und 3 tummelte und in der Vorsaison 2008/2009 noch als Meister ins Halbfinale gegen den späteren A-Juniorenmeister aus Mainz einzog. Wird es diese Saison besser?

Das Team

Ein Blick auf den Kader verrät: es wird zumindest nicht gerade einfach für die “neue” U19. Geht man nach den Spielanteilen, so ist fast die gesamte erst Elf der letzten Saison zu ersetzen. Stammtorhüter Wochnik ist nach Dresden zurückgekehrt, wird dort nach seiner Verletzung wohl wieder für den SC Borea auflaufen, von dem er erst im Vorjahr nach Bremen kam. Die Defensivspieler Bulang, Krisch und Tönnies sind nun in der Bremer U23, Sebastian Sonnenberger wechselte zum Regionalligisten FC Homburg.

Im Mittelfeld schaffte nur einer den Aufstieg in den U23-Kader: Yannis Becker. Der zweite Stammspieler Dino Fazlic wechselte ebenso wie die Ergänzungsspieler Behrens, Rolff und Wrieden in die U21. Fabian Burdenski ging zum Ailton-Klub nach Oberneuland, Künne in die Oberliga zu Ramlingen/Ehlershausen. Im Angriff gingen Aktas, Wulfing (zum Konkurrenten VfL Osnabrück) und Thiele (Werder U23).

Lennart Thy im Profitrainingslager auf Norderney. Mittlerweile fester Bestandteil der U23 ©Flickr 2e14

Lennart Thy im Profitrainingslager auf Norderney. Mittlerweile fester Bestandteil der U23 ©Flickr 2e14

Und da kommt dann schon der Sprung von der alten in die neue Mannschaft und das erste mögliche Problem im Kader. Im Kader stehen vier Stürmer, von denen Lennart Thy allerdings spätestens nach der Mittelfeld-Klassifizierung von Felix Kroos sowie dem Leihabgang von Marko Futacs im U23-Sturm sein festes Zuhause hat. Bis auf ein, zwei mal Aushelfen wird der U17-Europameister des letzten Jahres wohl nicht in der U19 zu finden sein. Allein schon aus Termingründen. Bleiben noch drei: Marco Prießner, der letzte Saison 14mal in der “zweiten U19″ (der U18 in der Regionalliga) traf. Niclas Füllkrug, der immerhin mit der Empfehlung von 17 Toren aus der U17 hochgezogen wird. Und Dimitrios Ferfelis, wie Füllkrug jüngerer Jahrgang und letzte Saison mit sechs Treffern in der U17.

“Ich denke, dass die Qualität stimmt”, sagt Füllkrug gegenüber Worum.org, ” jedoch haben wir nur drei Stürmer im Team, sobald einer verletzt ist wird’s eng.” So wie gegen Hertha BSC, denn mit Ferfelis fällt einer der drei Stürmer zum Saisonstart verletzt aus.  “Glücklicherweise” kristallisierte sich in der Vorbereitung der Stammsturm Prießner-Füllkrug heraus, so dass “nur” die erste Alternative in vorderster Front fehlt. Bleibt zu hoffen, dass die beiden Stürmer in Berlin gleich Frühform zeigen, immerhin traf Prießner im letzten Testspiel beim 5-4 gegen den Verbandsligisten aus Willingen nicht doppelt sondern gleich dreifach.

Die Vorbereitung allgemein scheint auf dem Papier mehr als holprig. Neben Turnierspielen zumindest. Dem 2-2 gegen die Alterskollegen von Twente Enschede folgte ein 1-6 gegen den Fünftligisten Westfalia Rhynern. “Die Testspiele waren leider sehr durchwachsen, dies würde ich allerdings auf schwere Beine und ähnliches zurückführen” sagt Florian Nagel, wie Özkan Yildirim im Mittelfeld zuhause und wie Yildirim der Meinung, dass die Vorbereitung trotzdem nicht nur gut, sondern eben vor allem eine Vorbereitung für das Wesentliche war: “Es war alles sehr kräfte raubend, aber alle sind super mitgezogen und keiner hat sich quer gestellt.” Yildirim sieht es ähnlich, aber doch noch etwas positiver: “Die Vorbereitung ist allgemein sehr gut gelaufen. Klar gab es noch Sachen die noch nicht so gut geklappt haben, doch die haben wir schnell beseitigt. Ich hoffe das wir die Spielfreude, die wir jetzt haben, die ganze Saison über beibehalten.”

Sollte das klappen, wird mehr als Vorjahresplatz fünf möglich sein. “Ich sehe unsere Mannschaft auf jedenfall ganz weit oben in der Tabelle”, sagt Nagel, “wenn wir weitgehend verletzungsfrei bleiben”. Und da stellt sich dann die Frage: sind die Mannschaftsteile neben dem Sturm quantitativ gut genug aufgestellt?

Im Tor ist Neuzugang Bernd Düker (kam vom VfL Osnabrück) die neue Nummer eins. Der mit 1,94m Größe den Bremer Torwartstandard erfüllende Düker bestritt  beinahe die komplette Vorbereitung aufgrund der Verletzung von Christian Vander bei den Profis, hat bei seinem Wechsel einen Amateurvertrag bis 2013 unterschrieben. Da er älterer Jahrgang (1992) ist, heißt das also zwei weitere Jahre in Bremen nach dem Herauswachsen aus der A-Jugend. Hinter Düker stehen Tom Neukam, letztjähriger Stammtorwart der U17, sowie Tobias Wülpern, letztes Jahr Stammkeeper der U18. Beide kamen zudem bereits in der letzten Saison zu jeweils drei Einsätzen in der U19.

Bernd Düker durfte als einziger U19-Spieler die komplette Profivorbereitung absolvieren ©Flickr 2e14

Bernd Düker durfte als einziger U19-Spieler die komplette Profivorbereitung absolvieren ©Flickr 2e14

Die neue Viererkette werden aller Vorraussicht nach Jonathan Schmude, Clemens Schoppenhauer, Oliver Hüsing und Marcus Mlynikowski bilden. Schoppenhauer ist der einzig verbliebene Stammspieler der letzten Saison (und ab sofort Kapitän), stand zudem in dieser Saison bereits im Kader der U23, kam jedoch in den Spielen bisher nicht zum Einsatz. Schmude ist im gleichen, älteren Jahrgang, verbrachte aber die meiste Zeit der letzten Saison in der U18. Hüsing kam zum Ende der letzten U19-Saison zu zwei Einsätzen, war davor Stamm in der U17-Verteidigung.

Auf links ist mit Mlynikowski ein Neuzugang von Union Berlin gesetzt. Der bis 2012 verpflichtete Außenspieler war wie Schoppenhauer zu U23-Saisonbeginn beim Drittligateam im Kader, kam gegen Jahn Regensburg sogar in Halbzeit zwei zum Einsatz. “Er sollte Dampf über die linke Seite machen” sagte Thomas Wolter nach dem Debüt des 18jährigen, der erst zwei Wochen in Bremen war und dem eine gewisse Nervösität beim Debüt anzumerken war. Und natürlich auch Freude über die frühe Chance: “Ich war dankbar, dass es mir schon so frühzeitig gezeigt wurde, was mir spätestens nächstes Jahr bevorstehen kann.” Ein früher, hilfreicher Einblick in die Praxis der dritten Liga, “um mich so schnell wie möglich auf das Spieltempo und auf die Zweikampfhärte einzustellen und meine Fähigkeiten noch zu verbessern.”

Die Alternativen in der Defensive sind Mandlhate, Hyde (beide letzte Saison U18), Reineke und El Hasni (beide U17). Auch Orhan Yildirim kann in der Verteidigung spielen, wäre auf links eine Alternative zu Mlynikowski. Der Neuzugang, nicht verwandt mit Nachnamensvetter Özkan, kam wie Mlynikowski aus Berlin (von Hertha Zehlendorf) und kann wie er ebenfalls defensiv und offensiv seine Seite beackern. Der “leicht” kleinere Yildirim (1,69m) hat bei seinem Wechsel für drei Jahre bei Werder unterschrieben, die ersten beiden kann er als jüngerer A-Jugendjahrgang in der U19 verbringen. Nächste Verbundenheit der beiden Berliner Neuzugänge: Mlynikowski gewann mit Union den Berliner U19-Pokal, Yildirim holte mit Zehlendorf die Pokaltrophäe des U17-Jahrgangs aus Berlin.

Von einem Yildirim zum anderen: auf Özkan Yildirim wartet eine große Rolle in diesem Spieljahr. Der 17jährige gehört zwar ebenfalls zum jüngeren Jahrgang und ist frisch von der Werder U17 aufgerückt, war dort aber Kapitän und mit zehn Toren und elf Vorlagen bester Vorbereiter und Scorer des Teams. Aufgrund der “neuen” Startelf der U19 und der acht U17-Aufrücker wird nicht nur mittelfristig wohl eine Führungsrolle auf ihn warten. “Ich denke und hoffe, dass es so ist” sagt der Mittelfeldspieler, “ich kenne mich damit gut aus”. Und er kann gleich erklären, ob der Unterschied von der A- zur B-Jugend groß ist: “Einen sehr großen Unterschied gibt es nicht. Klar geht es in der U19 viel härter zu und die Spielgeschwindigkeit ist viel schneller als in der U17. Doch dazu hatten wir die Vorbereitung und Ich habe mich so schnell wie möglich daran gewöhnt.” Und er hofft natürlich, dass der Liga-Alltag ihn in seiner Ansicht bestätigen wird.

Wichtig für das Team wäre es. Genauso wie für seinen Nebenmann im offensiven Mittelfeld: Florian Nagel. Ein anderer Florian, der auf den Nachnamen Trinks hört, orientiert sich wie Thy schon in Richtung U23 und fällt zudem aufgrund einer Schambeinverletzung noch einige Zeit aus. Die Alternativen sind rar, lediglich Malte Grashoff bleibt noch als “Extra”, er pendelte letzte Saison zwischen U18 und U19. Alle weiteren Spieler, die im offensiven Mittelfeld spielen können, sind auf anderen Positionen eingeplant.

So hofft Nagel auf eine bessere Saison als letztes Jahr, als ihm nur ein Tor und zwei Vorlagen in 16 Partien gelang. Im Vorjahr war er in der U17 in allen Partien von Beginn an dabei, traf zwölfmal. Nun ist er im älteren Jahrgang und auch vor einer richtungsweisenden Spielzeit, weil sich die Zukunft für den Seniorenbereich entscheidet. “Zu den persönlichen Zielen zählt natürlich dass ich mich speziell als älterer Jahrgang für die nächste Mannschaft, die U23, präsentiere” so Nagel, der im Übrigen wie vor ihm schon u.a. Onur Ayik eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann bei Werder absolviert.

Hinter den beiden Offensivspielern Nagel und Yildirim werden vermutlich Malte Beermann (älterer Jahrgang) als 8er und Alexander Hahn als 6er die defensive Zentrale bilden. Falls man so antritt, denn die Raute wird auch in der Jugend öfter mal gespielt, wobei dann Hahn alleine vor der Abwehr wäre. Der lange Schlaks Hahn, aufgrund seiner Abstammung auch gerne mal von den Teamkollegen “Russe” gerufen, ist eigentlich Innenverteidiger, spielte allerdings für grün-weiß auch schon links und scheint so langsam aber sicher seine Berufung im defensiven Mittelfeld zu finden. Der 17jährige strahlt zudem meist durch sein Kopfballspiel Torgefahr aus, traf in den letzten beiden Spielzeiten jeweils sechs mal, war zudem trotz seines U17-Aufrückerstatus in der Endphase der letzten Saison bereits Stammspieler in der U19. Auch, weil Kevin Krisch verletzungsbedingt ausfiel.

Aus dem 22er-Kader werden sicherlich der ein oder andere Spieler ab und zu bei der zweiten U19, die als U18 in der Regionalliga spielt, Spielpraxis sammeln. Im Laufe der Saison könnten gerade zum Ende hin vermehrt auch U17-Spieler des dortigen älteren Jahrgangs den Weg nach oben finden. In Frage kommt praktisch das ganze Team, da der 17er Kader nur über zwei Spieler des jüngeren Jahrgangs verfügt. Wenn man aber Favoriten nennen sollte, dann am ehesten aufgrund des kleinen Stürmerkontigents der U19 Patrick Lizius, sowie die beiden U17-Nationalspieler Levent Aycicek und Cimo Röcker. Auch Spieler aus der U18 könnten wie zuletzt Schmude und Grashoff den Sprung in den U19-Kader schaffen.

Der Ausblick

“Wir haben sehr gute Einzelspieler” sagt Nagel, aber auch solche “die gut in einer bzw. als Mannschaft funktionieren”. Das Ziel ist eindeutig: “oben in der Liga mitspielen bzw. den Titel nach Bremen zu holen”. Die drei externen Neuzugänge sollen dabei helfen, haben sich laut Yildirim “gut in die Mannschaft eingefügt”. Die Spieler sind durchweg zuversichtlich, Füllkrug zählt dazu: “Ich traue der Mannschaft viel zu, sogar die Meisterschaft”, schränkt aber auch verständlicherweise aufgrund des großen Umbruchs ein: “sobald wir eingespielt sind”. Spätestens dann, aber möglichst sofort sollen “viele Tore und gute Spiele” von ihm für die Mannschaft folgen.

Mlynikowski noch im Union-Trikot im Duell gegen den heutigen Auftaktgegner Hertha BSC ©union-foto.de

Mlynikowski noch im Union-Trikot im Duell gegen den heutigen Auftaktgegner Hertha BSC ©union-foto.de

Die Konkurrenz

Oben mitspielen, möglichst nah am Titel. Ist das möglich? Herr Nagel, ihre Meinung dazu? “Letztes Jahr ist Rostock Meister geworden, also gehen sie auch auf jeden Fall als einer der Titelfavoriten wieder in die Saison. Es gibt es natürlich die Dauerbrenner wie Hertha, wo jedoch viele Spieler in die U23 hochgezogen wurden. Und dann ist Wolfsburg in unserem Jahrgang immer eine große Nummer. Die Meisterschaft entscheidet sich zwischen diesen Mannschaft, denke ich” sagt Nagel, fügt aber lachend hinzu: “und uns natürlich”.

Ein genauerer Blick auf die Ligakonkurrenten behält Hansa Rostock als Favoriten. Ein Großteil der Mannschaft blieb zusammen, wie die Innenverteidiger Grupe und Jensen, die Mittelfspieler Trybull und Weilandt und die türkischen Offensivzwillinge Cekirdek. Neu im Team ist  neben vielen aufgerückten U17-Spielern auch deren Trainer: Roland Kroos, Vater von Werderspieler Felix und Bayernprofi Toni. Er übernimmt von Meistertrainer Michael Hartmann, der nun bei den Profis Co-Trainer ist.

Einen bekannten Namen an der Bande hat auch Energie Cottbus. Der Vorjahressechste wird ab sofort von Ex-Profi Vasile Miriuta trainiert. Und muss auf ihren Besten, Maxim Banaskiewicz, zu Saisonbeginn aufgrund eines Kreuzbandrisses verzichten. Die beiden “nachwachsenden” Offensivwirbler Leonardo Bittencourt und Martin Kobylanski dürften erst in der nächsten Spielzeit in der A-Jugend für Furore sorgen, sie sind noch zu jung. Allerdings haben sie noch eine Sache gemeinsam: Ex-Profis als Väter. Franklin Bittencourt spielte für Cottbus, Andrzej Kobylanski u.a. für Köln, Hannover und eben Cottbus.

Der Letztjahres Zweite aus Wolfsburg hat viele Leistungsträger aus Altersgründen nun in der U23, muss ähnlich wie Werder hoffen, dass die vielen aufgerückten U17-Spieler schnell ihren Rythmus eine Altersklasse höher finden. Ähnlich geht es auch Hannover 96, letztes Jahr Dritter, die aber im Gegensatz zu Wolfsburg kein starkes U17-Team in der letzten Saison hatten. Wolfsburg wurde Zweite, Hannover nur Siebter.

Erster wurde übrigens die B-Jugend von Hertha BSC Berlin. Und das gibt dem Hauptstadtklub auch trotz der von Nagel erwähnten U23-Aufrücker Hoffnung auf eine gute und vor allem bessere Saison als 2009/2010, in der man als Siebter nur “Best of the Rest” und schon relativ deutlich hinter den Topteams angesiedelt war. Positiv aber für die Konkurrenz: der sehr talentierte Torjäger Marco Djuricin durfte die Profivorbereitung mitmachen und hat sich durch gute Leistungen in einen Platz in der U23 erarbeitet.

Ein ähnliches Schicksal muss Jungtrainer Soner Uysal beim HSV verkraften: seine besten Spieler des 92er Jahrgangs werden anderweitig im Verein spielen. Owusu Nyarko, Labus und Besic schafften es in die U23, Stürmer Heung Min Son sogar zu den Profis.

Überhaupt zeigt der 92er und somit älterere Jahrgang der A-Junioren eines: die Experten hatten bzw. haben recht. Allgemein wurde der Jahrgang des deutschen Nachwuchses als sehr gut eingestuft und nicht umsonst folgerichtig letzten Sommer U17-Europameister. Viele 1992 geborene Spieler sind in der kommenden Saison nicht in der Jugend, sondern bereits bei den Profis irgendwo in Liga eins, zwei, drei und vier aktiv.

DFB-Pokal

Beim “Best of the Rest” der Liga sei noch Union Berlin erwähnt, denn der Klub ist der erste Gegner der Bremer U19 im DFB-Pokal. Teilnahmeberechtigt sind die jeweiligen Pokalsieger der 21 Landesverbände. In der ersten Runde gibt es fünf Begegnungen, die Sieger steigen ins Achtelfinale auf. Die restlichen elf Teams haben ein Freilos und steigen erst später ins Pokalgeschehen ein.

Am 26. September trifft Werder daher dank Losglück (Lospech?) auf Union, dem Ex-Klub von Neuzugang Mlynikowski. Und der musste lachen, als er davon erfuhr: “Mein alter Teamkollege hat mir die Nachricht übermittelt und mir gleich erzählt das wir uns warm anziehen können. Ich freue mich, meine alten Teamkollegen wiederzusehen.” Zusatzmotivation? “Natürlich ist man schon etwas doller motiviert als an anderen Spieltagen, aber im Grunde will ich mich dort nur gut präsentieren und mich so schnell wie möglich mit dem Team und dem Weiterkommen in Runde 2 wieder in Richtung Bremen machen”. Was anderes wird ihm bei einem Sieg auch nicht übrigbleiben: bloß wieder weg.

Die Bilanz gegen Union ist eigentlich gut, das letzte Spiel allerdings ging zuhause im Februar dieses Jahres mit 0-3 verloren. Im DFB-Pokal schied man einen Monat später aus. Wieder gegen Berlin. Allerdings war es dieses Mal die Hertha, die ein Debakel brachte: mit 1-5 unterlag man im Viertelfinale. “Der Pokalwettbewerb ist immer ein Highlight in der Saison, der den Spielern einen zusätzlichen Anreiz bietet”, äußerte sich Trainer Mirko Votava auf werder.de, der sich dieses Jahr ein weites Kommen im Wettbewerb erhofft.

Der Trainer

“Nur als Team kann man erfolgreich sein. Das hat vor allem die abgelaufene Saison gezeigt”. Votava weiß, worauf es ankommt. Und auch, dass noch vor dem Erfolg des Teams die individuelle Weiterentwicklung der Spieler steht. Der 54jährige ist mittlerweile seit 2004 Trainer der U19, sein Vertrag wurde letztes Jahr vorzeitig bis 2013 verlängert. “Typisch Werder” muss man beinahe sagen. Wechsel der Nachwuchstrainer sind sowieso eher selten, ein bei Vertragsende neunjähriges Engagement aber ebenfalls nicht zu verachten. Genauso wie seine elf Jahre Bundesliga als Spieler und seine Zeit als Scout – natürlich auch im gleichen Klub. 546 Bundesligaspiele, ältester Torschütze der Bundesliga und in der Werder-Geschichte mit den siebtmeisten Spielen. Zwei mal hat er die Nordstaffel der A-Junioren schon gewinnen können, gelingt es ihm mit seinem Team 2011 ein drittes Mal?

Nationalmannschaft

Lässt man Thy und Trinks außen vor, so ist das Team aktuell Nationalspielerfrei. Was aber auch daran liegt, dass der Kader für den nächsten U18-Lehrgang des DFB noch nicht nominiert wurde. Hoffnungen machen sich Özkan Yildirim (letzte Saison vier Länderspiele für die U17), Alexander Hahn (2 Spiele) und irgendwie auch Niclas Füllkrug, obwohl der trotz seiner Tore bisher vom DFB wie ignoriert wirkt. “Ich werde versuchen mich in jedem Spiel 100 % zu zeigen” hofft der Torjäger diese Saison endlich auf die erste Berufung, “dennoch liegt die Entscheidung beim DFB”. Schalkes Horst Heldt würde noch ein “letztendlich” in die Antwort einbauen.

Umfeld

Im Wilhelm-Scharnow-Internat sind einige der Spieler untergebracht, u.a. Neuzugang Mlynikowski, der nicht nur sportliche Unterschiede vom Abstiegskandidaten Union zu Werder sieht:  “Man kann schon große Unterschiede zwischen Union und Werder erkennen. In allen Bereichen wie Umfeld, Sportliches und beim Training. Wir trainieren hier mit hochqualifizierten Trainern. Es sind genügend Rasenplätze vorhanden, so dass man sich nicht zum Beispiel mit der U17 den Platz teilen muss, wie es bei uns meistens der Fall war. Auch das Familiäre hat mich sehr beeindruckt, das sieht man sehr selten so wie hier in Bremen.”

Auf Platz 11 tragen die U23 und die U19 ihre Heimspiele aus ©Worum

Auf Platz 11 tragen die U23 und die U19 ihre Heimspiele aus ©Worum

U19-Spiele in Bremen

Der Spielplan sieht das erste Heimspiel am 22. August gegen Meister Hansa Rostock vor. Am 12. September geht es am vierten Spieltag gegen Wolfsburg und am 3. September spielt die U19 gegen den Hamburger SV. Keine leichten Heimspielgegner zum Saisonstart. Wer die Mannschaft dabei zu Siegen anfeuern will: Eintritt kostet zwei Euro, ein Euro ermäßigt und für Werder-Mitglieder ist der Eintritt frei. Gespielt wird auf Platz 11, dem Stadion der U23.

Links

Übersicht mit Spielerprofilen im WorumWiki (inklusive Übersicht für die vorherigen Spielzeiten)

A-Jugend-Bundesliga bei Dfb.de

Spielplan auf werder.de

Teamübersicht mit Spielerfotos auf werder.de

U19-Diskussionsthread im Worum (inklusive aktueller Statistiken)

Junioren-News auf kicker.de

Ergebnis-Ticker an Spieltagen