Bargfrede: Der neue Baumann
05.05.10 | von Olli710 | Kategorie: Spieler | 6 KommentareAls Frank Baumann am 30.5. des letzten Jahres den DFB-Pokal in den Berliner Abendhimmel streckte, war bei allen, die es mit Werder Bremen halten, ein großer Schuss Wehmut dabei. Der Kapitän ging von Bord und ließ die defensive Schaltzentrale verwaist zurück. Wie wichtig Baumann war, so hörte man in Fankreisen immer wieder, sah man erst, wenn er nicht auf dem Platz stand. Ruhig, schnörkellos und unauffällig galt seine Spielweise und doch effektiv.
Wer sollte seine Rolle in der kommenden Saison übernehmen? Ein Neuzugang? Die oft verletzten Peter Niemeyer und Daniel Jensen? Oder gar Rückkehrer Tim Borowski?
Trainer Thomas Schaaf hatte einen anderen Plan und der ging voll auf. Völlig überraschend zauberte er Philipp Bargfrede aus dem Hut. Stammkraft bei Werders U23 und somit nur wirklichen Fußballexperten ein Begriff. Doch das sollte sich schnell ändern. Der 20-Jährige absolvierte, wie schon im Vorjahr, die komplette Vorbereitung mit den Profis bekam jedoch diesmal jede Menge Einsatzzeit in den Testspielen und rechtfertigte diese auf Anhieb mit Leistung.
Bissig in den Zweikämpfen, ein gutes Passspiel und eine hohe Spielintelligenz zeichnen den jungen Zevener aus, dessen Vater Hans-Jürgen schon einst für Werder und den FC St. Pauli die Schuhe schnürte.
So war es auch wenig verwunderlich, dass Bargfrede dann auch zum Saisonauftakt im Pokal gegen Union Berlin eingewechselt wurde, ebenso eine Woche später am ersten Spieltag gegen Frankfurt.
Ab dem vierten Spieltag stand er in der Startelf und gab den Stammplatz bis heute nicht her. Egal ob Bundesliga, Europa League oder DFB-Pokal, den Platz an der Seite von Kapitän Torsten Frings bekleidete Bargfrede. Zwischendurch wurde er nochmal schnell U21-Nationalspieler.
Doch dann folgte eine Knieverletzung, die den jungen Defensivspieler wochenlang außer Gefecht setzte. Eine Folge, der für ihn ungewohnt hohen Belastungen auf Profiebene. Werder begann in der Bundesliga zu straucheln, die defensive Stabilität ging verloren. Der Baumann-Effekt: Man merkt erst wie wichtig er ist, wenn er nicht dabei ist.
Ab dem 24. Spieltag war er wieder dabei und erledigte gewohnt souverän und unaufgeregt seine Aufgaben. Werder verlor seitdem genau ein Spiel!
Heute verlängerte Bargfrede seinen Vertrag bis 2014 zu deutlich verbesserten Konditionen. In zwei Wochen steht er in seinem ersten großen Finale, dem Pokalendspiel in Berlin. Was ihm in dieser Saison noch nicht gelungen ist, ist ein Tor. Das Spiel wäre ein würdiger Rahmen, um das nachzuholen.
Dann kann er es seinem Vorgänger gleichtun und den Pokal in den Berliner Abendhimmel strecken.
Den Beitrag gibt es ebenfalls im Spox-Blog von Olli710 zu lesen: klick mich



[...] This post was mentioned on Twitter by Werder Newsübersicht. Werder Newsübersicht said: Bargfrede: Der neue Baumann http://goo.gl/fb/AoOa8 #werder #svw [...]
Die Signifikanz der Statistik liegt natürlich darin begründet, dass meistens Boro für den verletrzten Bargfrede eingesetzt wurde. Die Statistik sagt also mindestens genauso viel über die schlechten Leistungen Boros, wie über die starken Leistungen Bargfredes aus.
Guter Eintrag.
Habe übrigens gerade aus Neugier nochmal eine Grafik angefertigt, in der ersichtlich wird, wie wichtig Bargfrede für unser Spiel ist.
http://www.imagebanana.com/img/axg4dqsx/bargfrede.gif
Habe hier sämtliche Tore (für als auch gegen Werder) danach aufgeteilt, ob Bargfrede zu diesem Zeitpunkt auf dem Platz stand. Interessanterweise ist der Quotient zwischen Tor/Gegentor deutlich besser, wenn unser 44er spielt. Da Bargfrede mit 1579 von 2970 möglichen Minuten nur etwas mehr als die Hälfte gespielt hat, ist sogar der absolute Vergleich mehr oder weniger zulässig. Auffällig, dass wir mit Bargfrede im Schnitt mehr Tore schießen als auch weniger kassieren. Letzteres hätte ja jeder vermutet, dass aber auch das Offensivspiel besser läuft, ist zumindest überraschend.
Relativiert wird die Statistik lediglich durch die Tatsache, dass Bargfrede gerade in vielen schweren Spielen gefehlt hat, in denen Werder naturgemäß weniger Tore schießt und mehr kassiert (Schalke, Hamburg, Bayern, Leverkusen). Trotzdem immer noch eine eindrucksvolle Ansicht.
Wenn ihr wollt, dürft ihr die Grafik noch einbauen. In den Kommentaren geht sie ja etwas unter
maZe die Grafik macht nicht viel Sinn, da du absolute Häufigkeiten verwendest…
Solltest die Zahlen noch durch seine Einsätze, bzw. seine nicht Einsätze teilen (also relative Häufigkeiten verwenden), dann machts ggf. Sinn zu versuchen daraus eine Aussage abzuleiten…
und in dem verlorenen Pflichtspiel fehlte Nebenmann Frings…
und in dem verlorenen Pflichtspiel fehlte Nebenmann Frings…