Özil & Boateng zu Manchester City?

10.03.10 | von | Kategorie: Gerüchte | Ein Kommentar

Bleibt er? Geht er? Verlängert er? Die Frage um die Zukunft von Mesut Özil bleibt weiter unbeantwortet, eine Vertragsverlängerung steht ebenso in den Sternen wie ein Abgang diesen Sommer. Allerdings scheint der größte Verehrer der özilschen Fußballkünste neben Werder Bremen aus England zukommen. Nach Informationen von Worum.org buhlt vor allem Premier League-Klub Manchester City wie wild um die Gunst des deutschen Nationalspielers.

Im Zuge einer Verhandlungsrunde mit einem anderen Neuzugangs-Kandidaten ließen Vertreter von Manchester City Anfang Februar durchblicken, dass ein viel gefragter Offensivspieler aus Deutschland auf ihrem Wunschzettel “ganz oben” stehe. Dies sei “in der Szene auch kein Geheimnis”, Manchester will Özil “gerne verpflichten”, wie man im Gespräch mit Nachdruck betonte. Ein Interesse, genannt, um in Gesprächen mit anderen hochkarätigen Kandidaten Argumente für das Projekt “Wir haben Großes vor!” zu haben und diese Spieler überzeugen zu können? Oder sogar mehr dran? Soviel wie bei Jerome Boateng?

Der Nationalspieler vom Hamburger SV steht dank Ausstiegsklausel von 12 Millionen Euro in diesem Sommer vor einem Wechsel. In der Hamburger MoPo wurde berichtet, dass in der Szene man deutlich davon ausgehe, dass Boateng den HSV verlassen werde. Eine mehrfach angestrebte und von Trainer Bruno Labbadia als Formalität bezeichnete Verlängerung mit Boateng konnte den Hamburgern noch nicht gelingen. Der FC Bayern München habe Interesse, allerdings stehe ein Wechsel zum neureichen PL-Klub Manchester City kurz bevor, wie nun aus mehreren Ecken zu hören ist. Laut Sportbild biete der Klub von Trainer Roberto Mancini ein Jahresgehalt von knapp 5 Millionen Euro, der HSV bietet die Hälfte. Das würde Boateng zu den Hamburger Topverdienern Petric, Rost oder Jansen aufschließen lassen und immer noch eine Gehaltsverdoppelung darstellen. Aber schon Ivica Olic hat gezeigt, dass der Unterschied irgendwann so groß wird, dass man schwer nein sagen kann.

Mesut Özil: Liebesgrüße aus England ©werderfotos.de

Mesut Özil: Liebesgrüße aus England ©werderfotos.de

Wer nun Parallelen zum SV Werder erkennt, der tut das leider zu Recht. Olic ablösefrei für ein großes Gehalt zum FCB erinnert an den Borowski-Wechsel. Der Hamburger Versuch, mit Boateng vorzeitig zu verlängern, ist auch den Bremern mit Mesut Özil bekannt. Gehaltstechnisch bewegt man sich in ähnlichen Dimensionen. Auch Werder bietet laut Medienberichten seinem U21-Europameister mehr als das doppelte Gehalt, doch Manchester wird auch in seinem Falle das Angebot verdoppeln können. In der Kaderplanung würde Mesut (den ManCity schon länger beobachtet) den Platz von Martin Petrov einnehmen, zumal der ManUnited-Rivale im offensiven Mittelfeld im Vergleich zu den anderen Mannschaftsteilen weiterhin Bedarf hat. Und mit Boateng hätte Özil auch gleich einen deutschen Mitspieler.

In den letzten drei Transferperioden hat Manchester City über 300 Millionen Euro an Ablösedifferenz “erwirtschaftet”. Topleute wie Emmanuel Adebayor oder Carlos Tevez verdienen um die zehn Millionen Euro pro Jahr. Zudem war der Klub in der Vergangenheit nicht gerade knauserig bei den Ablösen, wie die Beispiele Nigel de Jong, Jo, Robinho, Joleon Lescott oder auch Roque Santa Cruz zeigen. Rein finanziell hätte sogar der FC Bayern ziemliche Probleme, mitzuhalten, wenn Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan (Besitzer von ManCity) seine Schatulle aufmacht. Die Bayern müssten für eine Özil-Ablöse in die Bank, um ans Festgeldkonto zu gehen. Dem Scheich gehört die Bank. Die spielen nicht nur mit ihrem Team in einer anderen Liga.

Aber sind sie gewillt, das arme Gallierdorf Bremen mit Geld zu überschwemmen? Und vor allem: will Mesut Özil eigentlich wechseln? Und will der “Ich hab Vertrag bis 2011″-Phrasendrescher dann zu ManCity? Ob er überhaupt den leisesten Anflug von Interesse daran hat, ist nicht bekannt. Immerhin lässt sich aus den Aussagen der Vertreter schließen, dass Özil (noch?) nicht bei City zugesagt hat, sonst hätten die redseligen Anzugträger wohl aus dem “wir wollen Özil holen” ein “wir werden Özil holen” gemacht. Besser wäre es natürlich, wenn demnächst ein Werder-Vertreter aus “wir wollen Özil halten” ein “wir werden Özil halten” macht und der beste Spieler der Bundesliga-Hinrunde dann seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag bei Werder setzt. Zu diesem Vorschlag darf der Tempodribbler dann auch gerne sein oft verwendetes “auf jeden Fall” antworten.