Die Gerüchteküche IX

08.01.10 | von | Kategorie: Gerüchte | 5 Kommentare

Der Rückrundenstart ist nur noch acht Tage entfernt. Bisher hat sich transfertechnisch noch nichts bei Werder getan. Doch das wird sich bis zum Transferschluss am 1. Februar noch ändern. Wir blicken daher auf die aktuellen Gerüchte und mögliche Kaderveränderungen. Ist Juri Vranjes ab nächster Woche kein Bremer mehr? Wechselt Torsten Oehrl? Muss auch Kevin Schindler wechseln? Und was gibt es Neues bei den Dauerthemen Mario Mandzukic und Aymen Abdennour?

Torsten Oehrl: bleibt er in Bremen oder geht er nach Düsseldorf? ©werderfotos.de

Torsten Oehrl: bleibt er in Bremen oder geht er nach Düsseldorf? ©werderfotos.de

Torsten Oehrl: der junge Stürmer wägt einen Wechsel zu Fortuna Düsseldorf ab. Ein wenig Frust wegen der Nichtberücksichtigung für das Profitrainingslager in Dubai und eine gute Perspektive bei einem Aufstiegskandidaten in Liga 2 haben Oehrl zum Nachdenken gebracht. U23-Trainer bestätigte am Mittwoch bei Radio Bremen’s Sportblitz, dass sich die beiden Klubs grundsätzlich über eine Leihe bis Saisonende einig sind und es nun an Oehrl liege. Eine Bereitschaft zur Ausleihe von Werders Seite kommt zwar etwas überraschend, da Oehrl nach einer sehr starken letzten Saison bei der U23 dort als Leistungsträger im Kampf gegen den Abstieg benötigt wird, allerdings sieht man anscheinend Nachwuchstalent Marko Futacs als stark genug, Oehrl in der Rückrunde so gut wie möglich zu ersetzen. Zudem hat der ungarische U21-Nationalspieler laut Kreiszeitung die Spielgenehmigung für die dritte Liga nun endlich bekommen. Ob er sich dann dem Konkurrenzkampf mit Platzhirsch Torsten Oehrl stellen muss, wird Oehrl nun entscheiden müssen.

Jurica Vranjes: Es sind die letzten Tage für Juri in Diensten von Werder Bremen. Das bestätigte der Kroate erst gegenüber Sportske Novosti (“Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich definitiv in dieser Transferperiode zu einem anderen Verein wechseln werde.”) und kurz darauf der Kreiszeitung, in der er auch erwähnte, dass eine Entscheidung wohl “in den nächsten drei Tagen” fallen werde. Das heißeste Eisen im Feuer schien Heimatklub Hajduk Split, die an diesem Wochenende eine Versammlung der Verantwortlichen haben und danach Vranjes ein Angebot zukommen lassen wollen. Doch seit heute geistert der 1.FC Nürnberg nicht nur durch die Gegend sondern wird konkrekt gehandelt. Vranjes-Berater Alen Augustincic hält sich seit einigen Tagen in Belek (Türkei) auf. Und nicht nur um den vielen Klubs, die dort ihre Rückrundenvorbereitung absolvieren, hier und da einige Spieler vorzustellen, die er vertritt. Vielmehr befindet sich auch der 1.FC Nürnberg in Belek und genau der Klub gab heute bekannt, dass man sich für einen weiteren Neuzugang entschieden habe und den Deal möglichst an diesem Wochenende abwickeln möchte.

Die Nürnberger Nachrichten berichten wie folgt: “Hecking bestätigte gestern gegenüber dieser Zeitung, dass man sich intern auf einen bundesligaerfahrenen, groß gewachsenen Spieler festgelegt habe.” Und dieser solle neben Bayern-Leihspieler Andreas Ottl in der Doppel-6 im neuen System der Nürnberger spielen. Denn dort besteht laut Hecking weiterhin Bedarf, nachdem man nach dem Zuzug von Ottl Kapitän Peer Kluge nach Gelsenkirchen verschiffte. Im System des neuen Trainers werden zwei zentral-defensive Mittelfeldspieler benötigt. Nürnberg hat dort aktuell Andreas Ottl, Jawhar Mnari und Juri Judt. Letzterer half allerdings auch ab und an auf den Außenpositionen der Viererkette aus. Und der Tunesier Mnari soll den Verein noch vor Transferschluss verlassen. Rechnen wir Defensivallrounder Havard Nordveit hinzu, so kann man die Zentrale, das geplante neue Prunkstück, nicht gerade als überbesetzt bezeichnen. Ist Vranjes der mysteriöse Wunschspieler?

Mario Mandzukic: Es ist ruhig geworden um den Stürmer. Die Kroatenkante (kurz: KroKant) ist längst aus dem Urlaub wieder zurück, doch sein Wechselwunsch wurde ihm im neuen Jahr bisher noch nicht erfüllt. Im Gegenteil, in Dubai ließ sich Klaus Allofs entlocken, dass das Thema aktuell keines ist. Dinamo Zagreb verlange eine zu hohe Ablöse, “an den Konditionen hat sich kaum etwas verändert, deswegen würde ich diese Sache aktuell fast ausschließen. Aber Richtung nächste Saison machen wir uns schon Gedanken” äußerte sich Allofs gegenüber der Kreiszeitung.

Allerdings weiß auch der Werder-Geschäftsführer: Zagreb will den Spieler in diesem Winter verkaufen und auch Mandzukic selber möchte am liebsten schon heute den Verein verlassen. Die kroatische Zeitung Slobodna Dalmacija nannte die Mission Marktwerterhöhung beim Stürmer bereits komplett gescheitert. Der Spieler wurde im Sommer mit einem Vertrag ausgestattet, der ihn zwar noch in Zagreb hielt, aber ihn auch zum bestbezahlten Spieler der letzten Jahre machte. Bis zu einer Million Euro pro Jahr verdiene Mandzukic. Ein Grund mehr, den Spieler im Winter abzugeben.

Wird es also vor Transferschluss am 1. Februar einen Wechsel geben? Wird Mandzukic wenn, dann nach Bremen wechseln? Gegenüber werder.tv erwähnte Allofs in einem Nebensatz, dass man im Sturm eigentlich keinen Bedarf habe. Aber sollte ein Stürmer gehen, werde man sich noch einmal umsehen und vermutlich verstärken. Da Werder Marcelo Moreno seit Mitte Dezember aktiv bei anderen Klubs schmackhaft macht, kann sich also durchaus genau diese Situation ergeben. Ob der mögliche Neue dann Mandzukic heißen wird, steht zwar in den Sternen, aber Worum.org erfuhr heute, dass am Rande anderer Spielergespräche Dinamo-Boss Zdravko Mamic von weiter bestehendem Interesse Werders am kroatischen Nationalstürmer sprach. Das Thema sei noch “nicht erledigt”. Sollte Mamic in den nächsten dreieinhalb Wochen von seiner 10 Millionen-Forderung abrücken, so könnte sich der Status relativ schnell von “nicht erledigt” zu “nicht uninteressant” verändern. Zu “Werder verpflichtet Mario!” scheint es aber nicht nur noch ein ganzes Stück Arbeit, sondern wohl auch vor Rückrundenstart auch nichts zu werden.

Aymen Abdennour: Mal ist er im Training. Dann im Flugzeug. Dann kein Thema mehr. Im nächsten Augenblick verpflichtet. Gefolgt vom verpassten Flieger. Usw usf. Nachdem Abdennour eigentlich beim Trainingslager in Dubai mit von der Partie sein sollte, schien das Thema Verpflichtung schon erledigt zu sein, als sein Klub-Präsident die Freigabe für ein zweites Vorspielen verweigerte. Der gab Werder daraufhin sogar ein Ultimatum: entweder man verpflichte Abdennour sofort oder Etoile Sportive du Sahel werde die Gespräche um einen Transfer sofort abbrechen und der Spieler dürfe im Winter nicht mehr nach Bremen wechseln. Was Klaus Allofs wiederum dazu verleitete, den Transfer als gescheitert zu bezeichnen. Im Weser-Kurier ließ er am Mittwoch verlauten, dass das Thema Abdennour-Verpflichtung durch sei, “für diesen Winter, nicht aber für alle Zeit”.

“Alle Zeit” heißt in diesem Fall knapp zwei Tage. Denn am gestrigen Abend vermeldete der tunesische Radiosender Mosaique FM, dass Abdennour wieder auf dem Weg zu Werder sei. Die Klubs hätten sich darauf geeinigt, dass der Linksverteidiger wieder zum Team stoßen darf. Weitere tunesische Medien schlossen sich dem Bericht an, erwähnten zudem noch eine Einigung für einen möglichen Transfer und die tragikomische Tatsache, dass Abdennour seinen Flug nach Dubai zum Werderteam verpasste. Was genau das wiederum heißt, scheint derzeit undefinierbar, denn bisher hat Werder die Wiederankunft des Tunesiers nicht bestätigt.

Eine eventuelle Verpflichtung wird wohl auch noch einige Tage auf sich warten lassen, da Klaus Allofs in einem Interview auf werder.de noch mal deutlich machte, dass Abdennour nur dann interessant ist, wenn er neben der Trainingslager-Episode “in einen gewissen finanziellen Rahmen passt und nicht am Afrika-Cup teilnehmen würde.” Der Afrika-Cup startet am Sonntag, das erste Spiel hat Tunesien am Mittwoch nächster Woche. Abdennour ist zwar nicht im Kader, aber ein Kandidat für eine Nachnominierung. Dieses Risiko wird Werder noch abwarten, bevor man den Spieler verpflichtet.

Juan Jose Barros: Der junge Peruaner war zusammen mit Abdennour Mitte Dezember zum Probetraining in Bremen, konnte allerdings nicht überzeugen. Nun steht er laut Terra vor der Unterschrift beim peruanischen Erstligisten Universitario de Deportes.

Kevin Schindler: Auch in der Rückrunde noch beim FC Augsburg? ©werderfotos.de

Kevin Schindler: Auch in der Rückrunde noch beim FC Augsburg? ©werderfotos.de

Kevin Schindler: Der gebürtige Delmenhorster war letzte Saison der beste Bremer Leihspieler. Bei Hansa Rostock reichte es nicht nur zum Stammplatz, sondern auch zu einer starken Anzahl an Torvorlagen. Vor der Saison wechselte er den Leihverein und ging zum FC Augsburg. Seine Hinrundenbilanz: nur fünf Einsätze, keiner über 90 Minuten. Dazu einige kleine Verletzungen. Im offensiven Mittelfeld haben derzeit Marcel Ndjeng und Ibrahima Traore deutlich die Nase vorn, auch die Ergänzungsspieler Elton da Costa und Robert Strauß werden ihm meist vorgezogen. Das auf Sparflamme kochende Gerücht, dass Schindler eventuell zur Rückrunde einen neuen Leihverein bekommen könnte, bekommt ordentlich Feuerholz durch die Verpflichtung des Wolfsburger Mittelfeldspieler Daniel Baier. Der kommt offiziell erst im Sommer dieses Jahres nach Augsburg, jedoch muss man davon ausgehen, dass Baier noch im Winter wechseln wird. Der Mittelfeldmann wurde beim VfL Wolfsburg früh aussortiert, hat in der Hinrunde genau ein Spiel gemacht. Wurde einmal eingewechselt. Für eine Minute. Die Begeisterung kann man sich vorstellen.

Sollte Baier in Kürze wie erwartet nach Augsburg kommen, wird die Luft für Schindler eng. Zu eng. Baier spielte bereits 2008/2009 in Augsburg und bekleidet nicht nur zufällig genau die gleiche Position wie der Bremer. Hier deutet sich ein Moreno-Mandzukic-Effekt in klein an: sollte Augsburg ihren Wunschspieler schon im Winter bekommen, so wird der Leihspieler wohl keinen Platz mehr im Kader haben und zurück an den Stammklub gesandt werden. Und Werder sich dann wohl um einen neuen Leihverein für Schindler kümmern. Interessenten, gerade aus der zweiten Liga, dürfte es nach Schindlers letzter Saison, sicherlich reichlich geben.