Die Gerüchteküche VII

21.12.09 | von | Kategorie: Gerüchte | 11 Kommentare

Es ist wieder soweit: die Bundesliga macht Winterpause und das einzig interessante bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs am 16. Januar 2010 sind Gerüchte um eventuelle Transfers. Das geht über große Namen wie Luca Toni, der händeringend einen neuen Verein sucht, bis zu Ergänzungsspielern wie Schalkes neuem Norweger Tore Reginiussen. Und was passiert bei Werder Bremen? Neben Informationen zu möglichen Abgängen scheinen sich vor allem auf zwei Positionen Lösungen abzuzeichnen. Klaus Allofs bestätigte am Wochenende den Medien nochmals, dass man einen Linksverteidiger suche. Und nach Informationen von Worum.org arbeitet Werders Transferbeauftragter intensiv an einer großen Lösung im Sturm.

 

Klaus Allofs erwartet ein Verhandlungsmarathon im Winter. ©werderfotos.de

Klaus Allofs erwartet ein Verhandlungsmarathon im Winter. ©werderfotos.de

Klaus Allofs: Auch der Sportdirektor ist in Vertragsverhandlungen über seine eigene Person. Der Vertrag von Allofs soll verlängert werden, so berichtete der Kicker unter der Woche. Eigentlich läuft das Vertragspapier noch bis Sommer 2012, doch seit der Verlängerung im Februar 2008 haben sich mittlerweile zwei Gründe für eine Anpassung des Vertrags ergeben. Nach dem Abgang von Jürgen L. Born ist Allofs nun nicht nur Geschäftsführer Profifußball der GmbH & Co KG aA, sondern ebenfalls verantwortlich für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit sowie als Vorsitzender der Geschäftsführung tätig. Der zweite Grund ist die Vertragsverlängerung von Thomas Schaaf bis 2012. Bei Werder nicht unüblich, dass man nun Allofs bis mindestens 2013 an den Verein bindet, so dass nicht der Verlust der beiden wichtigsten Männer im sportlichen Bereich während des gleichen Jahres droht. Nach Weihnachten will der Aufsichtsrat die Gespräche mit Allofs nicht nur aufnehmen, sondern möglichst schnell zum Abschluss bringen. Dass der seit mittlerweile zehn Jahren im Verein tätige Allofs in Bremen bleiben will, hat er in den letzten Monaten in Interviews immer wieder durchklingen lassen. Also alles nur eine Frage des ersten Termins, bis die Verlängerung klar ist?

Said Husejinovic: 17 Minuten Spielzeit in der Hinrunde. Eine schlechte Bilanz, gerade für einen jungen Spieler, der Spielpraxis braucht. Diese soll der 21jährige Bosnier ab der Rückrunde außerhalb Bremens sammeln. Und mittlerweile sucht Bremen nicht mehr primär nach Vereinen, die den Offensivspieler ausleihen, sondern nach dessen zweiter Halbserie ohne Lichtblicke steht Husejinovic zum Verkauf. Ob sich im Winter ein passender Klub findet? Eine Lösung mit Leihe plus Vorkaufsrecht wie bei Martin Harnik wäre den Werder-Verantwortlichen sicherlich auch recht.

Marcelo Moreno: 12 Einsätze, drei Tore. Aber nicht mal 90 Minuten insgesamt in der Bundesliga. Im Training kein erkennbarer Fortschritt, keine Entwicklung. Für den Bolivier läuft es in Bremen nicht rund. Nein, es läuft sogar richtig schlecht. So schlecht, dass Werder Bremen die Leihe im Winter beenden möchte. Auch dessen Stammverein Shakhtar Donezk sowie Moreno selber dürften mittlerweile Interesse daran haben, dass Moreno anderswo einen neuen Anlauf unternimmt. Interesse aus Brasilien wäre nach zwei gescheiterten Versuchen in Europa mittlerweile nur logisch. Nach Informationen von Worum.org arbeiten Werder, Donezk sowie Spielerberater bereits aktiv an Lösungsmöglichkeiten bzw. sind auf der Suche nach einem potentiellen neuen Klub. Werders Interesse an einem Abgang wird auch größer werden, wenn ein anderer Transfer gestemmt werden kann. Welcher? Der eines neuen Stürmers.

Mario Mandzukic: Im Sommer schon wollte Werder den Kroaten verpflichten, der Transfer scheiterte aber an den hohen Ablöseforderungen von Dinamo Zagreb. “Für uns finanziell nicht machbar” musste Klaus Allofs einsehen. Nun aber kommt neue Fahrt in die Personalie Mandzukic. Zagrebs’ Mamic gab den kroatischen Medien zu Protokoll:  “Mario erhält die Freigabe für einen Wechsel im Winter wenn ein Verein unsere Ablöseforderung von 10 Millionen Euro erfüllt.” Wenige Tage vorher war zu hören, dass Mandzukic weiterhin unbedingt in die Bundesliga wechseln will und Dinamo bereit wäre, ihn dorthin zu lassen, auch wenn das Angebot aus Deutschland niedriger wäre als bspw. von Klubs aus der Premier League. Allerdings müsse diese Differenz in einem gewissen Rahmen bleiben, einen Unterschied mehrerer Millionen wird Dinamo und vor allem der stolze Mamic nicht hinnehmen.

Dass Mandzukic nun in der kommenden Transferperiode wechseln soll, will und wird, scheint so realistisch wie nie zuvor. Im Sommer betonte der 23jährige Kroate mehrfach, dass er unbedingt nach Deutschland möchte, wo er sieben Jahre lang während seiner Jugend lebte. Sein Berater bestätigte mehrfach das Interesse der Bremer, sah sie in der Pole Position um eine Verpflichtung des Nationalspielers. Doch was im Sommer nicht klappte, soll im Winter funktionieren? Möglich, denn die Vorzeichen haben sich geändert.

Im Sommer kam Mandzukic aus seiner besten Saison, wurde mit 16 Toren Torschützenkönig der kroatischen Liga, war Topscorer mit einem Tor oder Assist pro Spiel. Er wurde Nationalspieler, Dinamo Zagreb witterte den nächsten großen Verkauf nach Spielern wie Luka Modric (Tottenham Hotspur) oder Eduardo (Arsenal London). Die Ablöseforderung belief sich auf 15 Millionen Euro. Nachdem alle Angebote unter diesem blieben, wollte Zagreb den Spieler mindestens bis zur CL-Qualifikation behalten und verlängerte kurz darauf dann den Vertrag des Stürmers um ein Jahr bis 2012.

Nun hat sich bis zum Winter Einiges getan: in der Nationalmannschaft konnte Mandzukic in den bisher zehn Einsätzen nicht überzeugen. Das Team verpasste die Qualifikation für die Weltmeisterschaft, so dass sich der Spieler durch gute Leistungen dort nicht in den Vordergrund spielen kann. Dinamo Zagreb verpasste nicht nur dank schlechter Leistungen die Qualifikation für die Champions League, sondern verbockte auch noch das Weiterkommen in der Europa Liga. Die Bilanz von Mandzukic in der Gruppenphase: vier Spiele, kein Tor, dazu bei den Spielen in Anderlecht und Amsterdam Großchancen vergeben. Kurz und knapp: in der Nationalelf sowie in den europäischen Pokalwettbewerben konnte Mandzukic in der Hinrunde dieser Spielzeit nicht auf sich aufmerksam machen. Und in beiden Bereichen hat er bis zum Sommer auch keine Möglichkeit, dieses Bild zu verbessern.

In der kroatischen Liga lief es zu Beginn recht gut für den Stürmer, bis Anfang Oktober schraubte er sein Torekonto auf acht Treffer in zehn Spielen. Dazu kamen fünf Vorlagen. Allerdings kam danach nichts mehr. Nicht nur kleine Verletzungen, sondern auch Stress mit den Dinamo-Verantwortlichen folgte. Er wurde als Sündenbock für die sportlichen Probleme von Dinamo auserkoren, bekam öffentlich von Mamic dessen Frust um die Ohren gehauen und durfte sich mit einer hohen Geldstrafe für lustlose Auftritte vergnügen. Spätestens da war klar: die Ehe Dinamo und Mandzukic ist nur noch eine für wenige Wochen. Und im Verlauf der Wochen wurden dann auch die öffentlichen Aussagen von Mamic immer deutlicher. So deutlich, dass er mittlerweile bekannt gab, dass Mandzukic im Winter wechseln darf. Dinamo hat nur noch die Meisterschaft, die es zu gewinnen gilt und die dortige Konkurrenz würde man selbst nach Verkauf mehrerer Leistungsträger noch beherrschen.

Also: Dinamo plant mit einem Abgang von Mandzukic. Werder denkt an einen Abgang von Moreno. Und an einen Zugang von Mandzukic? Die kroatischen Medien handeln den amtierenden DFB-Pokalsieger weiterhin als Kandidaten Nummer eins aus der Bundesliga. Und daran ist mehr dran, als bisher berichtet, wie Worum.org exklusiv von einem kroatischen Spielerberater erfuhr. Demnach verhandeln Werder Bremen und Dinamo Zagreb bereits seit zwei Wochen über die Ablösemodalitäten. Zwischen dem Spieler und Werder seien die grundlegenden Details des Vertrages bereits geklärt, es ist nur noch eine Frage, ob sich die Vereine bis zum Transferschluss am 1. Februar 2010 über die Ablöse einig werden.

Die von Mamic mittlerweile öffentlich von 15 auf 10 Millionen Euro korrigierte Ablöseforderung darf man getrost als Maximalbetrag ansehen. Gemischt mit den Verlautbarungen, dass man auch für Bundesligaklubs kleinere Differenzen zu anderen Angeboten in Kauf nehmen würde, kommt man langsam aber sicher in einen Bereich, der für Werder machbar ist. Der Ablöserekord, der im Sommer für Marko Marin geknackt wurde, liegt knapp über acht Millionen Euro. Wie Werder den kroatischen Stürmer finanzieren würde? Es könnte durchaus sein, dass man Markus Rosenberg bei einem guten Angebot ziehen lassen würde. Wahrscheinlicher ist aber, dass man die bereits für Marcelo Moreno zurückgestellte Summe in Höhe von dessen Kaufoption nutzt und dies als Vorgriff für die neue Saison betrachtet. Die Summe von knapp unter acht Millionen Euro ist bereits eingeplant und Moreno wird höchstwahrscheinlich nicht verpflichtet, das Geld ist also neu verplanbar.

Das Festlegen von Mandzukic auf die Bundesliga spielt beim Ablösepoker Werder genauso in die Karten wie eine eventuelle folgende oder intern bereits getätigte Festlegung auf Werder Bremen als neuen Klub. Ob Dinamo’s Zdravko Mamic im Poker um Mandzukic einlenkt? Einziger Wermutstropfen aus Bremer Sicht, sollte Mandzukic im Winter kommen: der Stürmer darf in der Rückrunde nicht in der Europaliga eingesetzt werden, da er im gleichen Wettbewerb bereits für Zagreb gespielt hat.

Aymen Abennour: Werder sucht einen neuen Außenverteidiger für die linke Seite. Abennour ist ein solcher, war bereits vor Kurzem in Bremen zum Probetraining und wartet nun auf ein positives Zeichen von Werder. In einem Interview mit einem tunesischen Internetanbieter bekräftige der 20jährige seinen Wunsch, nach Bremen zu wechseln und machte deutlich, dass es nur noch an Werder liege. Sein aktueller Klub werde ihm für einen eventuellen Wechsel keine Steine in den Weg legen. Ob Klaus Allofs zuschlägt und den Tunesier holt? Noch zweifelhaft, ist der Bedarf doch aufgrund der Verletzung von Sebastian Boenisch größer geworden. Denn nun sucht man keinen Ergänzungsspieler, der dem jungen Deutschen Druck machen soll, sondern aufgrund dessen Ausfalls im Januar und Februar einen Spieler, der schon weit genug ist, um mehr als nur eine Alternative für die Stammelf zu sein. Laut Abdennour werde sich seine Personalie bis zum Ende des Jahres entscheiden. Werder weiß in jedem Fall, was sie mit Abdennour bekommen würden – und scheinen mit der sicheren Karte in der Hinterhand den Markt nach größeren Lösungen abzuklappern. Allerdings sind gute Linksverteidiger nicht nur rar gesät, sondern gerade im Winter kaum zu bekommen. Entscheidet sich Werder doch noch für die sichere Option Abdennour?

26.12.2009: Update zu Mandzukic: im Blog