Der Dichter im Karl-Heinz: Making of

30.11.09 | von | Kategorie: Allgemeines | 6 Kommentare

Wer sich gestern noch fragte, wie Karl-Heinz Rummenigge eigentlich zu seinem sensationellen Gedicht kam, dem kann heute die Antwort präsentiert werden. Dabei wurde die Hoffnung, dass er sich das Ganze selbst ausgedacht hätte, leider begraben. Dazu ein Update zum gestrigen Artikel.

 

Stellen wir uns einfach mal vor, wir sind Karl-Heinz Rummenigge. Wir sind für irgendwas beim FC Bayern München richtig ordentlich verantwortlich. Wir haben ein eigenes Büro. Richtig schick. “Zünftig sieht’s aus” hat der Franz immer gesagt. Und dieser Franz heißt mit Nachnamen Beckenbauer. Und der sagt nun als Präsident zum Abschied leise servus. Da muss man ihn gebührend verabschieden. Der Uli Hoeneß wird ihm was Nettes sagen. Es gibt einen schönen Einspieler auf der Videowand. Und natürlich wird man dann auch selber irgendwann am Podium stehen und soll dann irgendwas los werden. Was Nettes. Den Franz ehren. Ihm danken. Vielleicht mit einem Gedicht?

Da man ein eigenes Büro hat, hat man auch einen eigenen Computer. Mit Internet. Und Google. Oder wie auch immer das heißt. Nochmal schnell die Sekretärin fragen (“ja, google heißt das. Wie Gugelhupf”). Als Karl-Heinz bekommt man nun Hunger und lässt sich von der Sekretärin erst einmal ein schönes Stück Kuchen bringen. Und dann ran an den Computer. Ab zu Google!

Was gibt man da ein? Am Besten “Gedicht” und “Danke”. Soll schließlich ein Gedicht sein, um Danke zu sagen. Das Suchergebnis ist klasse, so ein Internet ist schon was Feines. Vielleicht schenkt man dem Sohn zu Weihnachten auch eines. Aber halt! Noch einmal zurück und statt “Google-Suche” einfach “Auf gut Glück!” klicken. Wir Bayern brauchen bekanntlich Glück. Und außerdem klingt das viel besser als so eine Gugelhupfsuche.

Das Ergebnis? APK-Gedichte heißt die Website. Dort klicken wir “Allgemeine Dankesgedichte” an, da wird schon was Passendes für Franz dabei sein. Der ist schließlich ein Weltstar. Da stehen dann fünf Gedichte zur Auswahl. Aber “Wem willst Du danken?” ist doch eher eine Frage, “Danke für..” anscheinend kein fertiges Gedicht. Ach was, wir nehmen wir das letzte Gedicht, Nummer fünf.

Das dortige Gedicht ist schlicht, einfach, kann man sich auch nach einigen Maß Bier noch gut merken und es kommt oft das Wort “Danke” vor. Also würde eh niemand merken, ob man lallt oder einfach korrekt vorträgt. Damit noch eine ordentliche Portion Eigenkreation reinkommt, wird am Ende die Watschn an Franz beim Bayern-Wechsel erwähnt. Und fertig ist das tolle Gedicht. Von Anette Pfeiffer-Klärle. Von Karl-Heinz nicht.

Ob es Real-Satire war? Wer weiß. Satire ist auf jeden Fall dieses, von APK und KHR inspirierte Gedicht des Worum-Users Unentschieden:

Rummenigge, alter Sack,
bist nun schon am Morgen strack,
mittags nimmt der Pegel zu,
ein, zwei Maß zum Wurstragout.
Dann zur schönen Abendzeit
bist Du wieder mal soweit:
kippst Dir was hinter die Lichter,
bist nicht nur dicht dann, sondern Dichter.

PS: Uli Hoeneß hätte Google übrigens nicht gebraucht, er hätte selber gedichtet. Sowas wie “Danke Franz, du Lichtgestalt. Zieh’ leine, bis bald.”

[MaxUnknown], Gedicht von [Unentschieden], APK-Seite entdeckt von [kantersieg]