Der beste Schaaf aller Zeiten

23.10.09 | von | Kategorie: Werderspiele | 4 Kommentare

Viele rieben sich verwundert die Augen, als sich Mitte der letzten Saison so langsam herauskristallisierte, dass Werder in der neuen Saison wohl von der jahrelang praktizierten Raute im Mittelfeld abweichen wird und von nun an mit der sogenannten Doppel-6 agieren möchte. Der vermeintlich sture Schaaf ändert sein System nach zehn Jahren, in denen die Raute der Inbegriff des Werderspiels war. Das ließ aufhorchen.
Schaaf3Schon länger regte sich die Diskussion, ob die Raute noch zeitgemäß ist und ob eine zusätzliche Absicherung nicht mehr Stabilität in das defensiv anfällige Bremer Spiel bringen würde.

Mit dem Abgang von Diego war dann der Tag gekommen. In der Vorbereitung wurde das neue System in jedem Testspiel praktiziert. Zwei 6er und davor zwei offensive Aussen, ohne richtigen Spielmacher.  Aber die Tests verliefen eher schleppend. Die Mannschaft tat sich schwer im neuen System und so ging auch der Saisonstart postwendend in die Hose. 2:3 Heimniederlage gegen Frankfurt und bei vielen Werderfans ging die Angst um, dass man nichts aus der schwachen letzten Bundesligasaison gelernt hätte.
Doch Schaaf hatte seine Lehren gezogen und so kann das Frankfurtspiel als Startschuss einer neuen Werdermannschaft gesehen werden. Der Bremer Coach kehrte zur altbewährten Raute zurück, die fortan mit zwei defensivorientierten Akteuren und zwei Offensivkräften bestückt war. Zudem agierte der eher zweikampfschwache Marin als hängende Spitze, der zusammen mit Özil und Hunt um Pizarro rotiert.

Zusammen mit einer defensiveren Grundordnung und der ungemeinen Flexibilität, die dieses System mit sich bringt, hat es Schaaf geschafft, Werder wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen und das in einer Art und Weise, die viele ihm nicht zugetraut hätten. Er hat aus der letztjährigen durchwachsenen Saison die richtigen Schlüsse gezogen und somit bewiesen, dass die für Offensivspektakel bekannte Mannschaft ebenso erfolgreichen Ergebnisfußball zeigen kann und vor allem, dass er es auch vermitteln kann.

Nur Schaaf selber würde das sicher anders sehen und mürrisch wie eh und je, darauf hinweisen, dass man schon früher kompakt gestanden hat und dass es völlig egal ist, ob man die Raute oder die Doppel-6 praktizieren lässt. In der Hinsicht ist er sich treu geblieben – und das ist auch gut so!

[Olli710]

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