Marcel Koller vor Entlassung entlassen

20.09.09 | von | Kategorie: Fußball allgemein | Keine Kommentare

Das Internet hat durch diverse Jobbörsen schon bewiesen, dass es sehr hilfreich sein kann, einen neuen Job zu bekommen. Auch kann man durch das Internet bzw. seine private Nutzung während der eigentlichen Arbeit seinen Job verlieren. Was allerdings völlig neu ist: mittlerweile kann der ein oder andere Arbeitnehmer bereits vor wichtigen Meetings online abrufen, wie es um seinen Job bestellt ist. Klingt komisch? Ist aber so. Zumindest geschah dies am heutigen Sonntag Marcel Koller vom VfL Bochum.

Was war passiert? Nach der gestrigen 2:3 Heimniederlage gegen den FSV Mainz deutete sich bereits an, dass der Stuhl Trainerstuhl von Marcel Koller beim VfL von und zu Bochum wackelt. Gewaltig sogar. Nicht ungewöhnlich ist es, wenn die Verantwortlichen des Klubs am Abend oder am Mittag des folgenden Tages diesbezüglich tagen, um eine Entscheidung zu treffen. Auch nicht ungewöhnlich, dass man dort entscheidet, den Trainer zu entlassen. Schon gar nicht ungewöhnlich, dass dann umgehend eine Pressemitteilung für die Medien genauso wie für die eigene Website vorbereitet wird.

Extrem ungewöhnlich ist es allerdings, wenn diese Mitteilung auf der vereinseigenen Website Stunden vor der eigentlichen Entlassung veröffentlicht wird. Um 15.18 Uhr war die Entlassungs-Mitteilung online. Nur leider war das vor dem Meeting, in dem der Vorstand des VfL Marcel Koller darüber informieren wollte.

BochumMeldung

Der Screenshot der Meldung – auch wenn er derzeit nicht wirklich nötig ist. Denn die entsprechende Seite hat die Presseabteilung des VfL lediglich von der Hauptseite entfernt, sie kann aber weiterhin mit einem Klick direkt auf der VfL-Seite aufgerufen werden. Die Spieler sollen mit vollem Herzen für einen Verein kämpfen, der Rest des Klubs darf halbherzig arbeiten.

Um 19.45 Uhr verschickte man dann erst die Pressemitteilung an die Medien und setzte einige Minuten später eine neue Meldung zur Entlassung von Marcel Koller auf die Homepage. Schade, dass man nicht noch “DIESES MAL MEINEN WIR ES ERNST!” darunter geschrieben hat. Aber wahrscheinlich war die Verwechslungsgefahr mit Vorstandsmitglied Thomas Ernst zu groß.

Gerüchten zufolge sitzt im Übrigen Lucien Favre seit knapp einer Stunde an seinem Notebook, hat www.herthabsc.de geöffnet und drückt alle 30 Sekunden auf F5.

[MaxUnknown]