Individualität muss man nutzen

03.07.09 | von | Kategorie: Allgemeines | 11 Kommentare

“Individualität muss man nutzen und darf sie nicht nehmen”. So könnte das geheime 200 seitige Konzept von Thomas Schaaf heißen, dass seine gesamte Philosophie beschreibt. Exklusiv hat Worum-User _tdd_ einfach mal ein paar Seiten bei seinem letzten Besuch vor Ort geklaut, kopiert und nun hier veröffentlicht. Klingt gut? Ist aber falsch. Trotzdem ist der Inhalt dieses Eintrages zur Arbeits-Philosophie des seit über zehn Jahren aktiven Werder-Trainers Thomas Schaaf sehr interessant.

Spielphilosophie, Mannschaftsführung und Taktik des Trainers Thomas Schaaf von außen betrachtet

Einleitung

10 Jahre Thomas Schaaf als Cheftrainer bei Werder Bremen – das ist eine große Leistung und für mich Anlass, einen genaueren Blick auf seine Leistungen zu werfen. Nicht Titel und Siege sollen im Mittelpunkt stehen, sondern der Trainer selbst – seine Arbeitsweise, soweit ich die durch meine Beobachtungen beurteilen kann, seine taktischen Leistungen und seine Bedeutung für den deutschen Fußball.

Wer Interviews von Thomas Schaaf liest, wird auf Fragen über den Bartwuchs, seine Drögheit oder ähnliche stoßen, und das in großer Häufigkeit. Obwohl Schaaf stets so wirkt, als konzentriere er sich aufs Wesentliche, gibt es doch wenig zu erfahren über dieses Wesentliche. Schaaf macht es auch nicht einfach, kurze markige Sprüche bringen mehr Leser, die höheren Einschaltquoten, mehr Klicks. Dies aber ist nicht Schaafs Außendarstellung, obwohl er auch in seinem Medienumgang alles andere als mundfaul, dröge und humorlos ist.

Doch auf Fragen, wie er sich als Trainer sieht oder beschreiben würde, antwortet er in der Regel, dass er dies lieber Anderen überlässt. Ich will mich nun daran einmal versuchen, ich tue das mit einer gewissen Distanz, habe kein Interview mit ihm geführt, aber zur Vorbereitung nochmal viele mit ihm gelesen, gleiches gilt für die Porträts die Schaaf den Lesern näher bringen sollen. Ausschnitte dieser Quellen werde ich nutzen um meine Beobachtungen und Analyse zu unterlegen.

Schaaf1

Wofür steht Thomas Schaaf?

Denkt man an Schaaf, kommen schnell Begriffe wie Konstanz, Ruhe und Offensivfußball. Gerade wenn es um schwierige Spieler wie Ailton oder Micoud geht, wurde er in den Medien auch als fürsorglich oder väterlich dargestellt, sein Umgang mit Spielern ist sicher etwas besonderes. Auf diese Dinge möchte ich genauer eingehen, wie hängen sie vielleicht zusammen und was bedingen sie.

Mannschaftsführung

Ein Thema, das nicht immer im Fokus der Öffentlichkeit steht, das nur dann beachtet wird, wenn es um einzelne Spieler geht. In diesen Fällen gab es oft viel Lob für Schaaf, sein Umgang mit Ailton und Micoud, die unterschiedlicher kaum sein könnten, gilt als beispielhaft. Nicht zufällig wählte ich den Titel für diesen Beitrag, es ist etwas, das Schaaf einmal so sagte, aber mehr als ein bloßer Ausspruch, mehr als nur eine situationsgerechte Antwort auf die Frage eines Journalisten.

Meiner Ansicht nach ist es eine Erkenntnis, die sich durch viele Bereiche seiner Tätigkeit zieht. So auch in seiner Art, mit Spielern, mit der Mannschaft umzugehen. Alle über einen Kamm zu scheren, kommt nicht in Frage, Schaaf erwünscht sich Individualität von den Spielern und geht mit ihnen auch entsprechend um.

Geprägt ist das nach Aussagen Schaafs und vieler Spieler vor allem aus einer Mischung aus Engagement, Sachlichkeit und Distanz. Er beschäftigt sich viel mit seinen Spielern, etwas, dass er schon tat, als er selbst noch Spieler war, oft setzte er sich im Bus neben junge Spieler, versuchte ihnen zu helfen, übernahm Verantwortung innerhalb der Mannschaft, in der Rolle des Entscheidungsträger beginnt die Verantwortung schon früher, schon bei angedachten Transfers ist Schaaf bemüht viel über den Menschen zu erfahren, schon bevor ein Wechsel zustande kommt, hat Schaaf seine Hausaufgaben gemacht. Gleichzeitig aber ist Schaaf keineswegs aufdringlich, er ist immer da, die Tür ist immer offen, doch es liegt an den Spielern zu ihm zu kommen, auf diese Weise versucht er jedem Spieler so viel Zeit zu widmen wie dieser benötigt, denn Schaaf weiß, das kann sehr variieren.

Aber es geht nicht nur um den Umgang, Schaaf verlangt nach Individualität – auf dem Platz und daneben. Er weiß, dass er den Spielern den Raum dazu geben muss, und er weiß, dass die Freiheit, die er den Spielern damit gibt, auch Verantwortung erfordert, und genau das spiegelt sich auch im Umgang mit Spielern wieder. Wie kann man erwarten, dass ein Spieler in der Mannschaft und auf dem Platz Verantwortung übernimmt, wenn man ihm nicht mal zutraut, selbst zu entscheiden, wie er seine Nächte verbringen soll und wie viel Hilfe er in Anspruch nehmen sollte.

Gleichzeitig aber verfügt er über die soziale Intelligenz zu erkennen, wann er sein Vorgehen ändern und aktiv eingreifen muss. Gibt es Probleme, wird Schaaf nicht emotional oder persönlich, er bleibt ruhig und sachlich, ist dabei aber sehr klar und deutlich, das schafft Respekt und Hochachtung in der Mannschaft, ohne große Sprüche, ohne die Notwendigkeit, durch Sanktionen Autorität aufzubauen. Das alles schafft Schaaf mit guter Stimmung zu verbinden, was an der hohen Achtung liegt, die er jedem Einzelnen entgegenbringt und auch an seiner klaren und sachlichen Weise, Konflikte zu lösen, die dann nicht dauerhaft das Klima belasten. So kann schon kurz darauf wieder gescherzt werden.

Und wenn es notwendig wird, steht Schaaf zu seinem Konzept, gibt Freiräume, bleibt aber glaubwürdig bei seinem Anspruch auf verantwortungsvolle Spieler und schreckt dann auch nicht zurück, unverantwortlich handelnde Spieler zu bestrafen, egal wie viele Tore sie schießen oder wie teuer sie waren. Beispiele dafür sind der bezahlte Urlaub Ailtons oder das Aufeinandertreffen von Carlos Alberto und Sanogo. Thomas Schaaf schafft es immer wieder, den richtigen Weg zu finden, auf diese Weise hat er mit so vielen unterschiedlichen Spielern so lange so erfolgreich zusammen arbeiten können und sich in 10 Jahren nicht abgenutzt.

Schaaf2

Taktik

Taktik ist ein Schlagwort, und doch ist schwer zu greifen, was genau darunter im Fußball zu verstehen ist. Es scheint die Meinung vorherrschend, dass Taktik ist, wenn am Ende wenig Gegentore zu Buche stehen. Manchmal ist sogar das totale Zerstören des gegnerischen Spielrhythmus, auch auf Kosten des eigenen – zumindest den Aussagen einiger Kommentatoren nach – große Taktik. Aus dieser Auffassung folgt, dass Schaaf selten als großer Taktiker bezeichnet wird. Er wird für mutige Entscheidungen, was Aufstellung und Auswechslungen angeht, gelobt und seine Idee vom schnellen Fußball mit vielen Toren wird geliebt. Anerkennung als Taktiker aber findet er kaum. Zu Unrecht, wie ich finde.

Taktik ist mehr als das, was gemeinhin wahrgenommen wird. Das bedeutendste taktische Konstrukt Schaafs ist sicher das Spielsystem mit der Mittelfeldraute. Er hat es nicht erfunden, doch sehr geprägt in den letzten Jahren, seine Interpretation und Umsetzung hat nicht nur dieses System, sondern auch den deutschen Fußball verändert. Da aber die Viererkette im heutigen Fußball kaum noch als Besonderheit zu erwähnen ist, genauso wenig wie der Zwei-Mann-Sturm, stellt sich die Frage, was dieses System auszeichnet. Es ist eindeutig das Mittelfeld, das dieses System von anderen absetzt, und es ist auch das Mittelfeld, das Schaafs Interpretation von auf dem Papier gleichen Systemen unterscheidet.

Dieses Mittelfeld, große Ansprüche an zwei Positionen stellt. Der Spielmacher trägt große Verantwortung – wir haben es bei Micoud und Diego oft erlebt, dass deren Spielfreude und Form einen sehr großen Einfluss auf das Auftreten des gesamten Teams haben. Auch sind Spieler, die diese Position dauerhaft voll ausfüllen können, selten. Spieler mit toller Technik, mit Stärken im 1gegen1, ja auch Spieler mit einem tollen Passspiel sind häufig zu finden. Spieler, die aber ein Spiel lenken und einen Spielzug beginnen können, der über die eigene Aktion hinaus geht, die sind selten. Auch der defensive Mann im Mittelfeld hat eine schwere Aufgabe, er muss gegnerische Angriffe vorausahnen, mit seinem Stellungsspiel den gesamten Defensiv-Verbund ausrichten und das Tempo des Spiels bestimmen, da das umschalten von Defensive auf Offensive oft ihm obliegt.

Schon an der Seltenheit solcher Spieler scheiterten viele Versuche, Schaafs System zu kopieren. Und wenn doch die richtigen Spieler da waren, mussten die Trainer feststellen, dass ein System mit den selben Positionen noch lange nicht das gleiche ist. Hier kommt nun wieder der Titel ins Spiel. Individualität muss man nutzen und darf sie nicht nehmen. Thomas Schaaf hat es immer geschafft dies auch taktisch umzusetzen, er schränkt die Spieler nicht zu sehr ein, versucht nicht, sie zu etwas zu machen, was sie nicht sind, sondern lässt ihnen den Raum, sie selbst zu sein, ihr Spiel zu spielen.

Die Raute ist eben nicht gleich Raute, auch nicht bei Schaaf, das Spiel war ein anderes mit Micoud als Spielmacher als mit Diego, es ist ein anderes mit Frings als DM als mit Baumann. Jeder Spieler verändert das System, weil es ihm erlaubt ist, seine Individualität einzubringen, weil es sogar gefordert wird.

Und darin liegt die große Stärke von Schaafs System. Der Aktionsradius von Diego ist ein anderer als der von Micoud, die eingesetzten Mittel sind unterschiedlich. Schaaf arbeitet mit dem Spieler daran, wie er die Position am Besten ausfüllen kann, was von Spieler zu Spieler variiert und durch die jeweilige Spielweise und die individuellen Stärken bestimmt wird.

Aber wie der Spieler die Position am besten ausfüllt, liegt nicht nur an ihm, sondern auch an den anderen Spielern. So veränderte sich mit den Wechseln von Micoud und Diego durchaus etwas in der Spielweise von Borowski und Frings. Auch Klasnic änderte seine Spielweise deutlich durch den Wechsel des Sturmpartners.

Dies sind nur die deutlichsten Beispiele, aber sie verdeutlichen, dass ein gewisses Fingerspitzengefühl hinter der Zusammenstellung und taktischen Einstellung steht und es zeigt die Eigenverantwortung der Spieler, die Schaaf fördert und dann verlangt, dass sich die Spieler auch auf ihre Mitspieler einstellen, gleichzeitig aber nicht ihr Spiel und ihre eigenen Stärken vergessen.
Den richtigen Grad im Spiel müssen Spieler selbst finden, das kann ein Trainer nicht genau mitgeben. Um den Spielern dabei zu helfen, dies zu bewältigen, richtet Schaaf auch sein Training aus.

So werden Techniken und Übungen verwendet, bei denen Gegner und Mitspieler wechseln.
Ich glaube, dass aus der der Verantwortung, die Schaaf den Spielern gibt und daraus, dass die Spieler ihre Individualität einbringen, auch ein großes Selbstvertrauen der Spieler folgt, da sie ermutigt und angeleitet werden, zu tun, was sie gut können und damit auch Erfolg haben. Dies ist der Form, der Motivation und damit auch der Entwicklung zuträglich. Und dieses Selbstvertrauen ist wesentlich nachhaltiger aufgebaut als solches, das durch bloßes stark reden, durch sich abnutzende Motivationstechniken erlangt wird.
Und darin liegt die große Stärke von Schaafs System. Es bietet ein Höchstmaß an Flexibilität, das es erlaubt, dass Spieler sich ergänzen. So kann sowohl der Spielmacher als auch der defensive Mittelfeldspieler viel Hilfe von den Spielern auf den Halbpositionen erhalten. Somit ist es möglich, dringend benötigte Qualitäten auf mehrere Spieler zu verteilen.

Die beiden Halbpositionen selbst bieten am meisten Flexibilität und können sich gegenseitig am Besten ergänzen. Das ermöglicht, dass so unterschiedliche Spieler auf der selben Position spielen können wie auf keiner anderen Position. Und zwar System übergreifend.

Deutlich wird es, wenn man sich anschaut, wer die letzten drei Stammspieler auf der linken Seite der Raute bei Werder waren. Ernst, Borowski und Özil. Alles Spieler mit sehr hoher individueller Qualität und doch haben sie fußballerisch nur wenig gemeinsam. Sie alle konnten auf dieser Position überzeugen und schafften es dank einer tollen Entwicklung sogar in die Nationalmannschaft.

Und dass derart unterschiedliche Spieler sich so gut entwickeln konnten, dass sie sich so gut einfügen konnten, das ist auch Verdienst der taktischen Kompetenz des Trainers, den Spielern die Freiheit zu geben, ihre Individualität einzubringen, ohne dadurch die Freiheiten der anderen einzuschränken. Die Individualität so zu nutzen, dass es die Leistungsfähigkeit des Kollektivs steigert. Schaaf verfügt über eine sehr große Kompetenz und viel Fingerspitzengefühl das Team so zusammenzustellen, dass dies gelingt.

Schaaf sagt, es sei seine Arbeit, dafür zu sorgen, dass die Spieler ihr Potential abrufen. Und das beinhaltet auch, ihnen die notwendige Freiheit und Eigenverantwortung auf dem Platz zu geben. Neben der Stärkung des Kollektivs ist dies natürlich auch der individuellen Qualität der Spieler sehr zuträglich. Die große Freiheit, die sie bekommen, die große Verantwortung, die sie tragen, gibt die Möglichkeit, daran zu wachsen.

Und auf das Wachstum, die Entwicklung von Spielern ist Werder angewiesen, um konkurrenzfähig und finanziell erfolgreich zu sein. Dafür braucht Werder auch ein flexibles System und deswegen – soweit sei mir ein Abschweifen erlaubt – halte ich nicht viel davon, auf ein deutlich unflexibleres System mit zwei offensiven Außen umzustellen. Ich bin der Meinung, dass für die tolle Entwicklung, die so viele Spieler – vor allem im Mittelfeld – bei Werder in den letzten 10 Jahren genommen haben, nicht nur das ruhige Umfeld, der ruhige Trainer und dessen Geduld, sondern auch das taktische Konzept verantwortlich sind. Ohne dieses und dessen Folgen wie der offensive Fußball, tolle individuelle Entwicklungen und daraus folgende Transfererlöse hätte sich Werder nicht so toll entwickeln können. Werder lebt von der Weiterentwicklung der Mannschaft, nicht nur sportlich. Und somit ist Thomas Schaaf nicht nur sportlich von größter Bedeutung für Werder.

Schaaf3

Spielphilosophie

Zunächst gilt es zu sagen, dass sich diese Philosophie natürlich auch in der Mannschaftsführung und Taktik wiedererkennen lässt. Dennoch möchte ich diesen Punkt noch mal als Einzelnes aufgreifen und betrachten.

Schaaf ermutigt die Spieler, den Fußball zu spielen, den sie mögen, bei der Kaderplanung wird aber entsprechend geschaut, dass dies zu den Vorstellungen von Schaaf passt. Dieser mag schnelle Ballstafetten, technisch gute Spieler und Eigenverantwortung. Schaaf sagte mal, am liebsten hätte er elf Spielmacher im Team.

Was seine Spielphilosophie, aber auch seine Forderung nach Individualität und Eigenverantwortung widerspiegelt und erklärt, warum er den Spielern sowohl bei der Mannschaftsführung als auch der Taktik großen Freiraum lässt. Die Idee, dass jeder Spieler sein Spiel einbringen soll, das Spiel auf seine Art beeinflussen und prägen soll und den Mut haben soll, selbst gestaltend einzugreifen. Das führt zu dieser offensiven Umsetzung der Taktik. Natürlich auch zu Schwächen in der Defensive, die oft auf falsche Entscheidungen von Spielern zurückzuführen sind, und natürlich sind solche falschen Entscheidungen umso häufiger, je mehr Verantwortung und Freiheit dem Spieler zugestanden wird, je komplexer die Position ist. Zum Beispiel die Halbposition mit ihrer großen Bandbreite.

Doch die Vorteile dieser Philosophie überwiegen dennoch, bietet sie nicht nur große Chancen, mit der richtigen taktischen Einstellung zum Erfolg zu führen und den Fans attraktiven Fußball zu bieten. Nein, sie ermöglicht auch eine Positionierung im harten Marketingkampf mit der Konkurrenz. Thomas Schaaf hat mit seiner Philosophie den Namen Werder mit Erlebnis und Offensivfußball verbunden, auch bei nicht Werder Fans. Auch führte Werder das an die Spitze der Beliebtheit in Deutschland. Und ist damit wirtschaftlich inzwischen für Werder Identitätsstiften und zur Wahrung der Position im Vorderfeld der Bundesliga erforderlich.

Schaaf4

Konstanz

Einerseits natürlich Produkt seines Umgangs mit den Spielern, seiner Mannschaftsführung und der taktischen Kompetenz ist gerade die Konstanz inzwischen mehr als nur das, es ist substanzieller Bestandteil des Erfolgsmodells Schaaf / Allofs. Dadurch kann Werder Perspektiven bieten, die andere Klubs nicht bieten können, kann vor allem jungen Spielern ein Konzept vorschlagen und eine Rolle anbieten, auf die sie sich verlassen können. Bei einem Klub, der in 5 Jahren 3-7 Trainer verschleißt, ist die Zukunft unsicher – wer sagt, dass der nächste Trainer auf den Jungen setzt, wer sagt, dass er ihn in der Rolle spielen lässt, die mit dem Vorgänger abgesprochen war, die dem Spieler zusagt. Wer sagt, dass die menschliche Zusammenarbeit funktioniert, dass der nächste Trainer auch neben dem Platz ein Förderer der Entwicklung ist?

Natürlich ist so etwas für Spieler wie zum Beispiel Marin entscheidend, und war es auch bei Diego und anderen Zugängen der Vergangenheit.

Die Zusage Schaafs, vom Spieler überzeugt zu sein und auf ihn auch mittel- und langfristig setzen zu wollen, ist ein Argument, das in vergleichbarer Art und Weise kein Bundesligaklub bieten kann. Und ist Grund dafür, dass Werder – obwohl keineswegs reicher als der HSV – Spieler auch in direkter Konkurrenz zum Rivalen von sich überzeugen kann. Für Werder sind solche Argumente sehr, sehr wichtig, um sich gegen die finanzstärkere Konkurrenz durchzusetzen.

Die Wichtigkeit solcher Dinge gerade für junge Spieler mit großem Potential ist vielen Klubs in Deutschland durch das Duo Schaaf / Allofs aufgezeigt wurden. Und darin begründet liegt das Streben, es Werder nach zu tun. Hannover, Frankfurt, Karlsruhe und Nürnberg, auch Leverkusen und Hamburg sowie gar die Bayern gestehen diesem Bremer Konzept Vorbildfunktion ein und versuchen, sich selbst daran zu orientieren und zu lernen.

Diese Anerkennung ist großes Lob, sollte aber nicht dazu verleiten, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Die Konstanz ist auch in der ständigen Neugier und dem Streben nach Weiterentwicklung begründet. Der Austausch mit anderen Trainern, das Beobachten aktueller Entwicklungen, die Aufnahme sportartfremder Erkenntnisse ins Training sowie die Offenheit für Praktikanten, die auch immer die aktuellen Entwicklungen der Ausbildung sowie eigene Ideen einbringen. Und so lange Thomas Schaaf den Willen und die Begeisterung für den Sport hat, das Interesse, sich weiterzubilden und das Gefühl, mit Werder auch weiterhin etwas erreichen zu können, so lange glaube ich, können wir alle sehr, sehr froh sein, dass dieser Mann Trainer des geliebten SVW ist und wir das Glück haben, dieses mitzuerleben.

Schaaf5

Ich freue mich über Feedback und ebenso, wenn der ein oder andere sich animiert fühlt, im Forum mit zu diskutieren.

*Alle fünf Fotos sind von www.werderfotos.de und dürfen nur nach Genehmigung des Urhebers weiter verwertet werden.
[_tdd_]