WerderWorumWiki is catchy

22.06.09 | von | Kategorie: Worum | 2 Kommentare

Zugegeben! Was wusste ich schon von Werder?

1994, als es mich nach Bremen verschlug, war mir Werder zwar ein Begriff, abends begegnete ich auch hier und da ein paar Werderspielern wie Reck, Votava oder Super-Mario, der sonntags im „Rick’s” aufschlug: Zack – Zigaretten auf’n Tisch: „Mach ma ‘n Bier, noch ‘ne Flasche Sekt und Premiere an. Fußball läuft.”
Mit der Ära Micoud und Ailton kannte ich zwar die Spieler auf dem Platz und bewunderte 2006 das Wunderteam um Diego, als Werder in den Medien als Übermannschaft gefeiert wurde, Busunternehmen kurzerhand tonnenweise Menschen zum Werder-Training chauffierten und kleine Girlies mit rosa Handtäschen ins Stadion strömten um sich nach dem Spiel nach dem Spielausgang zu erkundigen.

Aber wie weit entfernt erschienen mir zu dieser Zeit die Ängste der ‘UraltFans’ aus ihren Erzählungen um Werder – als sie noch in der zugigen Ostkurve standen und um den Nichtabstieg von Werder bangten.

Das WorumWiki

Das WorumWiki

Dann im April winkte mir das Wiki aus dem Worum zu.
Wow! Klasse! Mal reinschauen und nach den Gadgets suchen.
Dann steht aber eines Tages der Rucksackfranzose da und nölt, die WikiSAU sähe so unsexy aus mit den vielen roten toten Verlinkungen.

Also fange ich an, Wiki einen Spa-Abend zu gönnen und ganz stumpf tote Verlinkungen zu entfernen. Aus ein paar Stunden werden teilweise Nächte. Immer mehr fange ich an, mich in die Geschichte um Werder hineinzuvertiefen:

Wer kennt noch den Spruch vom Geschäftsführer Wolff: „Ich kann jeden Spieler der Welt holen. Egal ob Indianer, Eskimo oder Chinese.” Oder wer weiß, dass eine Verpflichtung von Günter Netzer daran scheiterte, dass er mit dieser auch die Übernahme des damaligen „Werder-Echos” forderte.
Natürlich – wer hats erfunden? Werder war der erste Klub, der Eintrittsgelder verlangte und sein Spielfeld einzäunte.

Wem ist bewusst, dass Werder zwischen 1963 bis 1965 allein von Schalke 04 neun Spieler bezog?

Wem sagt Willy Multhaup noch etwas, der Schleifer, bei dem einige Spieler während des Trainings Verletzungen vortäuschten, um sich seiner harten Trainingsmethoden zu entziehen aber auch seiner Argumentationen um sein 4-4-2-System: „Ein Stürmer, der nicht verteidigen kann, ist kein Stürmer. Ein Verteidiger, der nicht stürmen kann, ist kein Verteidiger.”

“Der Verein hat bisher von den Siegen nicht profitiert”, klagte einst Geschäftsführer Hans Wolff. “Der Umsatz stieg nur in den Restaurants, in denen Werders Erfolge gefeiert wurden.” Die norddeutsche Sparsamkeit verwehrte sogar den Spielern ein kostenloses Mittagessen nach dem Training…

Wer weiß denn noch, dass der HSV schon damals korrupt war? Im Buhlen um den Spieler Willy Schröder entschied Werder letztlich dieses Rennen für sich, da der Versuch des HSV, diesen mit einem verbotenen Handgeld in Höhe von 15.000 Deutschen Mark zu überzeugen, aufgeflogen war.

Interessant auch, dass das Einkommen der Spieler in den 60ern die Höchstgrenze von 320,00 DM nicht übersteigen durfte, so dass viele Spieler gezwungen waren, zusätzlich bei einem amerikanischen Zigarettenhersteller zu arbeiten.

Wer kennt Werder noch unter der „Sphinx des Nordens” – weil der Verein in dieser Zeit oftmals gegen starke Gegner gewann, aber bei schwachen unterlag…

Es gab neun Trainerwechsel zwischen 1971 bis zum Abstieg 1980!

Wem ist die „Beton-Abwehr” mit Horst-Dieter Höttges von Borussia Mönchengladbach und Heinz Steinmann vom Bundesliga-Absteiger Saarbrücken noch ein Begriff?

Ach ja – Trainer Fritz Rebell sollte doch noch eine Erwähnung wert sein. Dieser ließ sich nämlich während des Spieles Tipps von den Spielern geben und lobte nach dem Spiel Spieler, die gar nicht gespielt hatten.

Doch, im WorumWiki habe ich schon manche Nacht verbracht und werde einfach nicht müde, leblose rote Links zu entfernen, oder diese mit Leben zu füllen.

Heute würde ich mir wünschen, noch viel viel mehr von den „Uralt-Werder-Fans” hier im Blog oder im Wiki zu lesen – ihre ganz persönlichen Werdergeschichten – unwiderruflich festgehalten und eingestanzt.

Ich stelle es mir gerade bildlich vor, wenn in ca. fünfzig Jahren @7 das erste mal seinen Enkeln das Werder-Wuseum zeigt.
Während diese sich zwischen den Vitrinen und Pappmaché der WerderSuperStars schlängeln, plötzlich vor einer Vitrine inne halten und fragend auf eine vergilbte Papierkugel weisen: „Duhuu, Opa Seven, was ist denn – „Die Papierkugel Gottes?”
Dann wird Opa Seven kurz die Augen schließen, ein Lächeln überzieht sein Gesicht.
In diesem Augenblick wird er sich genau an den Tag erinnern, als ‚Gott’ den HSV über (s)eine Papierkugel stolpern ließ und ER – @7 – zum Namensgeber dieser wurde.
Mit einem verschmitzten Lächeln zwinkert er der „Papierkugel Gottes” zu:
„Schaut nachher mal ins WorumWiki!”

Aber genug geredet. Ich bin dann wieder im WorumWiki …. oder wie unser aller @Koenich sagt: „Wikipedieren”, in der Hoffnung auf eine unendliche Werdergeschichte :o )

[Katarina]