Werder hat alle Sympathien verspielt. WELT nicht.

21.05.09 | von | Kategorie: Allgemeines | 33 Kommentare

“Werder hat alle Sympathien verspielt”. So heißt die Überschrift in einem heute veröffentlichten Artikel bei WELT ONLINE. Im WELT-Kompakt-Twitter wurde gestern während des Finalspiels über das Sonnenbank-Verhalten von Tim Wiese philosophiert. Kommentieren wir doch jetzt einfach mal die WELT und ihre WELTklasseleistungen.

Fangen wir an mit den Einträgen im Twitter von WELT-Kompakt.

Wir finden dort folgende Einträge: “was für ein fehler von wiese. unfassbar. zu viel sonnenbank?”. Starker Anfang vom Redakteur. “warum dreht werder eigentlich immer nur gegen den #hsv auf? und wer ist dieser peinliche typ im tor?” Oh. Erster Frust? HSV-Fan? Wiese-Trauma? “werder leider unsympathisch und schlecht #tödlichekombi”. Da spricht der Profi. Das muss man ihm lassen.

“hört doch mal bitte mit #papierkugel auf. blöder dumm-kram. danke!” Achso. Tatsächlich HSV-Fan. Sorry wegen den Halbfinalspielen. Und die Papierkugel wurde nunmal von Sat.1 versteigert und daher oft erwähnt. Dass der Herr Twitter-Schreiber das nicht gut findet, das ist schade. Papierkugel, Papierkugel, Papierkugel, Papierkugel, Papierkugel, Papierkugel, Papierkugel, Papierkugel, Papiekugel, Papierkugel, Papierkugel.

Dann das Spielende: “das tut uns jetzt ja ganz furchtbar leid für sonnenbank-wiese und seine grünen freunde. gegen donezk. traurig!” Hui. Ironie entdeckt. Und zum Glück danach das Handy ausgemacht. Darf man eigentlich als Journalist und Zeitungsmitarbeiter ab sofort bei dieser tollen Twitter-Erfindung jeden Unsinn ablassen?

Bei WELT ONLINE wird dem Leser dann auch verraten, wer dieser Twitter-Journalist war. Denn in einem Kommentar äußert sich Jörg Winterfeldt über Werder Bremen und wählt “Werder hat alle Sympathien verspielt” als Überschrift.

Wenn man fair und realistisch ist, dann weiß auch jeder Werder-Fan: diese Saison war nicht die Beste für das Image. Und Sympathien hat man bei den neutralen Zuschauern bzw. Fans anderer Klubs definitiv eingebüßt. Aber was man nicht weiß, hat die BILD WELT ONLINE natürlich welt-WELT-exklusiv: das Sympathiekonto ist komplett leer. Zu viele Abbuchungen in den letzten Monaten. Die Sympathie war einmal,  “nun ist sie aufgebraucht, binnen nicht mal einer halben Saison.”

“Echtes Mitleid” verspürten bei der Finalniederlage nur noch die Wenigsten, Bayer Leverkusen habe gute Chancen, im DFB-Pokalfinale mehr Rückendeckung zu erfahren als Werder Bremen. Die sind eben auch nicht so oft auf der Sonnenbank. Und haben auch kein “gespaltenes Verhältnis zu Fairness und Aufrichtigkeit”.

Und die Gründe sind erdrückend, das muss man dem Herrn Winterfeldt lassen. Schließlich dehnt man sich bei Werder keine Bänder, sondern man dehnt die Wahrheit. “Die Niederlagen beim 1. FC Köln und gegen den Karlsruher SC hat der Klub billigend in Kauf genommen”. Den Sieg gegen Eintracht Frankfurt sowie das 3:2 nach 0:2 gegen den VfL Bochum hat man nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern ohne Herz, Lust und Einsatz erspielt. Bei Werder ist der Masterplan, dass wir den Wettbewerb so verzerren, wie wir es gerade für richtig halten. Und da ist dann auch das Problem des WELT-Redakteurs. Denn trotz sich in vollem Lauf befindender Wettbewerbsverzerrung wurde der HSV mit 2:0 besiegt. Und da ist es wieder. Das Wiese-Trauma. Die Papierkugel. Die Sonnenbank im Kopf von Herrn Winterfeldt.

Abgeschlossen wird der Kommentar mit “Viele Peinlichkeiten garnieren den Sympathieverlust beim Absteiger der Herzen”. Da wird vom fehlenden Nachkommen der Fürsorgepflicht gesprochen, weil man sich auf die Seite der angestellten Ärzte gegen Ivan Klasnic stellt. Vom Rücktritt des Klubchefs Jürgen L. Born. Dann nochmal ein Ausmaß des Wiese-Traumas des Redakteurs. Peinlich sei, “dass der nicht nur zu Sonnenbank-Exzessen neigende Torwart Tim Wiese Gegner öffentlich via Megaphon beleidigt”. Nicht nur? Natürlich nur. Zu was neigt Tim Wiese denn sonst? Etwa zu Glanzparaden in Elfmeterschießen gegen den HSV? Quatsch. Sonnenbank-Timmy hat für sowas keine Zeit.

“Alles hat dazu geführt, dass wohl viele Fans beim Siegtor von Donezk nicht bar jeder Schadenfreude dachten: Ein Weltklassetorhüter hätte das verhindert.” Und eine Weltklasseredaktion hätte den Kommentar verhindert.

Wir begannen also damit, dass Werder Bremen alle Sympathien verspielt hat. Und wir enden mit einer Aussage, dass viele Fans denken, dass Tim Wiese kein Weltklassetorhüter ist.  Man gewinnt den Eindruck, dass es eher um das Sonnenbank-Wiese-Trauma eines HSV-Fans geht, der vom letzten Twitter-Eintrag bis zum Schreiben seines Kommentars durchgefeiert hat.

Nun, Werder hat bestimmt einige Sympathien verspielt. Alle aber nicht. Die WELT hingegen hat definitiv keine Sympathien verspielt. Sie hatte nie welche. Dafür haben sie Redakteure, die Neutralität vermissen lassen, künstliche Bräune verabscheuen, den HSV lieben und schlechte Verlierer sind. Immerhin das haben wir heute gelernt.

Und wir haben gelernt, was Jörg Winterfeldt Freude bereitet: dieser Link

Der Großteil der HSV-Fans besteht übrigens aus richtig netten Leuten. Der Rest arbeitet bei der WELT.

Abschließend sei noch gesagt: Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel. Papierkugel.

[MaxUnknown]